SpaceX zieht Quartalsbilanz:Diese Sparte finanziert Elon Musks teure Visionen
von Dennis Berger
Elon Musks SpaceX macht nach dem Börsengang den ersten Kassensturz. Die Starlink-Sparte wächst rasant und finanziert Musks ambitionierte Pläne für Raketen, KI und den Mars.
Elon Musks Unternehmen SpaceX baut die erste wiederverwendbare Rakete, sein Satelliten-Netzwerk Starlink verfügt über modernste Tech-Infrastruktur. Musk verschiebt die Grenzen des technisch Machbaren, aber auch des Sagbaren.
11.03.2025 | 44:30 minElon Musk will mit SpaceX die Menschheit zum Mars bringen - doch zunächst muss der Konzern auf der Erde Geld verdienen. Die Quartalszahlen zeigen: Trotz eines Umsatzsprungs um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar schrieb SpaceX von April bis Juni noch einen Verlust von 541 Millionen Dollar. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel gut sechs Prozent.
Die Quartalsergebnisse ziehen zwar viel Aufmerksamkeit auf sich, doch Analysten betonen, dass der Fokus weiterhin auf der langfristigen Umsetzung der Pläne für Raketen, Satelliten und Künstliche Intelligenz liegt.
Geht noch mehr Superlative?
Die Geschichte von SpaceX war bis jetzt eine von Superlativen: Unter Elon Musk hat die Firma nicht weniger als die Raumfahrt revolutioniert, günstigste Raketen gebaut und das größte Satellitennetzwerk aller Zeiten erschaffen. Der Börsengang in den USA war der Größte der Geschichte und machte Gründer Musk zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar.
Das langfristige Ziel von Musk mit SpaceX ist es, Menschen auf den Mars zu fliegen und den Planeten zu besiedeln. Doch der entscheidende Geldbringer des Unternehmens bleibt die Satelliten-Sparte "Starlink".
Nur wenige Stunden nach dem Handelsstart liegen die Papiere von SpaceX bereits 30 Prozent über dem Ausgabepreis.
12.06.2026 | 1:36 minStarlink: Fliegende Cash Cows im All
Unter diesem Label schießt SpaceX seit 2019 kleine Satelliten in den Orbit und versorgt damit selbst entlegenste Ecken der Erde mit schnellem Internet.
Mit wirtschaftlichem Erfolg: Binnen drei Monaten wurden aus 10,3 Millionen rund zwölf Millionen zahlende Kunden. Auf Musks Internet aus dem All greifen unter anderem Fluggesellschaften zurück. Der Satelliten-Internetdienst steigerte sein operatives Ergebnis um 80 Prozent auf 1,66 Milliarden Dollar.
Elon Musk, Jeff Bezos und Co. versprechen die Rettung der Menschheit im Weltall. Doch ihre Visionen folgen oft alten Mustern: Macht, Kontrolle und die Ausbeutung neuer Räume.
27.04.2026 | 19:00 minDie Telekom kündigte an, Starlink-Satelliten zu mieten, um ihren Geschäftskunden Mobilfunk aus dem All anzubieten. Mit neuen Satelliten soll Starlink auch direkt Smartphones ins Netz bringen und könnte so mit Telekommunikations-Firmen konkurrieren.
Analysten sehen Starlink deswegen als Cash Cow des Konzerns - die Satelliten sorgen für regelmäßige Einnahmen. Von April bis Juni machte der Umsatz von Starlink mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg er um 66 Prozent. Starlink ist bislang der einzige der drei Geschäftsbereiche, der einen hohen Gewinn erzielt.
SpaceX: Die Raketen-Revolution
Auch SpaceX' Raketensparte war revolutionär. Nicht nur, dass die sogenannten Falcon-Raketen nach dem Start wieder landen können und deshalb wiederverwendbar sind. Sie haben auch den Preis für den Weg ins All drastisch gesenkt. Ein Flug des früheren Space Shuttle kostete die NASA durchschnittlich rund 1,5 Milliarden Dollar. Eine Falcon 9 aus dem Hause SpaceX ist dagegen heute für etwa 74 Millionen Dollar zu haben.
Zwar konnte die Sparte ihren Umsatz um knapp ein Drittel steigern - doch SpaceX selbst ist immer noch sein größter Kunde, bringt mit den Raketen seine Starlink-Satelliten ins All. Und ein großer Teil des Gewinns aus dem Raketengeschäft fließt in das sogenannte Starship-Projekt.
Starship soll eine größere Rakete werden und noch mehr Ladung transportieren können als die Falcon-Raketen. Das würde die Kosten für Weltraumflüge noch stärker senken, sagen Experten. Starship ist eine der größten Wetten von Musk und Investoren.
SpaceX hat beim Börsengang einen neuen Rekord aufgestellt. Astronaut Matthias Maurer erklärt die Gründe für den Erfolg - und mahnt, Europa dürfe den Anschluss nicht verlieren.
12.06.2026 | 6:49 minKI, der Geldverbrenner
Der dritte Geschäftsbereich von SpaceX ist das neu gegründete SpaceXAI. Das Unternehmen für Künstliche Intelligenz trägt laut Analysten das größte Wachstumspotenzial und ist zugleich das größte Finanzrisiko. Im vergangenen Jahr profitierte die Sparte von mehreren großen Cloud-Verträgen. Das von Musk als zukünftiger Wachstumsmotor des Unternehmens angepriesene KI-Geschäft legte um rund 250 Prozent zu.
Tech-Milliardär Elon Musk fusioniert sein Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem KI-Entwickler xAI. Gemeinsam sollen die Unternehmen unter anderem Rechenzentren im All bauen, wie Musk ankündigte.
03.02.2026 | 0:37 minZudem veröffentlichte SpaceX im Juli das neue KI-Modell "Grok 4.5" und will mit der milliardenschweren Übernahme des Programmierwerkzeugs Cursor seine Position im KI-Markt ausbauen.
SpaceX hofft, künftig viel Geld mit KI-Diensten und der Vermietung von Rechenleistung zu verdienen - später sogar mit Rechenzentren im All. Noch finanziert aber vor allem das profitable Starlink-Geschäft diese teure Vision. Die Rechenzentren im All rentieren sich auch nur mit dem Starship, sonst bleibt es zum Bedauern der Aktionäre nur eine Vision.
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