Signa-Gründer René Benko zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Zweieinhalb Jahre Haft:Signa-Gründer Benko erneut schuldig gesprochen

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Der österreichische Investor René Benko ist erneut wegen Insolvenzbetrugs schuldig gesprochen worden. Das Landesgericht Innsbruck verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Haft.

NEUAUFLAGE DES PROZESSES GEGEN SIGNA-GRÜNDER RENE BENKO WEGEN BE

Investor und Signa-Gründer René Benko ist im neu aufgerollten Gerichtsverfahren zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er habe Gläubiger geschädigt, indem er Mietkosten im Voraus zahlte.

22.09.2026 | 0:29 min

Der österreichische Immobilien-Investor und Signa-Gründer René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess wegen Insolvenzbetrugs zu einer Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt worden. Das teilte das Landesgericht in Innsbruck am Dienstag mit. Damit erhöhte sich die Haftstrafe des 49-Jährigen von zwei auf zweieinhalb Jahre.

René Benko wegen Insolvenzbetrugs in U-Haft

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da weder die Verteidigung noch die Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft eine Erklärung abgaben. Benko bleibt damit zunächst in Untersuchungshaft.

René Benko

René Benko galt als Vorzeige-Unternehmer. Doch mit seiner Signa-Gruppe schob er große Summen zwischen Firmen, Holdings und Stiftungen hin und her. Wieso fiel das nicht auf?

28.05.2024 | 13:25 min

Benko war im Oktober 2025 bereits zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er kurz vor der Pleite seines Signa-Konzerns Geld beiseite geschafft hatte. 300.000 Euro schenkte Benko seiner Mutter. Das stufte das Gericht als "betrügerische Krida" ein - Krida ist in Österreich der Begriff für die vorsätzliche Schmälerung der Gläubigeransprüche.

Benko schuldig gesprochen: Gericht sieht Gläubiger geschädigt

Das Schöffengericht sprach den 49-Jährigen nun in einem weiteren Anklagepunkt schuldig, von dem er im ersten Verfahren im Oktober 2025 noch freigesprochen worden war. Dabei ging es um eine Mietvorauszahlung in Höhe von 360.000 Euro, die kurz vor der Insolvenz für die Anmietung einer Villa an deren Eigentümergesellschaft RB Immobilienverwaltung floss. Damit soll Benko seine Gläubiger geschädigt haben.

Benko bestreitet alle Vorwürfe. Zum fraglichen Zeitpunkt sei er überzeugt gewesen, dass die Sanierung seiner Signa-Gruppe gelingen werde, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Die Anmietung des Hauses sei auf Bitte seiner Frau erfolgt. Dort habe man den Kindern ein "normales Leben" und einen normalen Schulalltag ohne Personal ermöglichen wollen.

ÖSTERREICH-IMMOBILIEN-KORRUPTIONSPROZESS

Der Investor René Benko war bereits im Oktober 2025 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Benko soll angesichts einer drohenden Insolvenz Vermögen beiseitegeschafft und so Gläubiger geschädigt haben.

16.10.2025 | 2:31 min

OGH hob Teil-Freispruch auf

Den damaligen Teil-Freispruch hatte der Oberste Gerichtshof aufgehoben und den Fall zurück ans Landgericht Innsbruck verwiesen. Daher kam es zur erneuten Verhandlung, bei der die Höhe der Strafe neu festgelegt werden musste. Der Strafrahmen für das Delikt beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Als strafmildernd wertete das Gericht die bisherige Unbescholtenheit Benkos und die lange Verfahrensdauer. Erschwerend wirkten sich hingegen die mehr als doppelte Überschreitung der Schadensgrenze und die wiederholten Tathandlungen aus. Eine bedingte Entlassung nach Verbüßung der Hälfte der Strafe schloss das Gericht aus. Die seit Januar 2025 verbüßte Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet.

Benko baute mit Signa-Konzern Milliarden-Vermögen auf

Benko hatte mit dem Kauf von Immobilien ein Vermögen in Milliardenhöhe angehäuft. Zu seinem Konzern Signa Holding gehörten mehrere hundert miteinander verflochtene und teils international aktive Firmen aus den Bereichen Immobilien, Medien und Handel. In Deutschland gehörten dem Unternehmer zeitweise unter anderem die Warenhauskette Galeria und das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin sowie das Bauprojekt Elbtower in Hamburg.

Bauruine Elbtower in Hamburg

Nachdem der Investor Benko Insolvenz angemeldet hatte, entschied der Hamburger Senat im vergangenen Herbst über die Zukunft des Elbtowers. Geplant ist unter anderem die Unterbringung des Naturkundemuseums.

14.10.2025 | 1:51 min

Auf den rasanten Aufstieg folgte ein ebenso schneller Niedergang. Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen und weitere Probleme führten den Handels- und Immobilienkonzern in die Insolvenz, die Ende November 2023 erklärt wurde. Im März 2024 stellte Benko acuh einen Antrag auf Einzelunternehmer-Insolvenz.

Im Januar 2025 wurde er festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird wegen weiterer Vorwürfe ermittelt. In einem weiteren Prozess war Benko im Dezember 2025 zunächst nicht rechtskräftig zu 15 Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt worden.

Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 22.09.2026 um 18:28 Uhr in dem Beitrag "Zweieinhalb Jahre Haft für René Benko".

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