Bundesnetzagentur prüft Plan:Post will Briefporto drastisch anheben: Was sind die Gründe?
Die Deutsche Post will das Briefporto so stark erhöhen wie noch nie. Besonders drastisch fällt die Anhebung beim sogenannten Maxibrief aus. Die Netzagentur prüft nun die Pläne.
Das Porto für Briefe soll deutlich teurer werden (Symbolfoto).
Quelle: FrankHoermann / SVEN SIMONWie stark steigt das Porto?
Der Inlandsversand eines bis zu 20 Gramm schweren Standardbriefs und einer Postkarte kostet bislang 95 Cent, künftig sollen es 20 Cent mehr werden. Mit 1,15 Euro wäre der Wert mehr als doppelt so hoch wie 2012, als es noch 55 Cent waren.
Andere Briefarten werden ebenfalls teurer, der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief verteuert sich um 15 Cent auf 1,25 Euro, der Großbrief um 55 Cent auf 2,35 Euro und der Maxibrief um 2,10 Euro auf 5 Euro. Die Zusatzkosten für Einschreiben innerhalb Deutschlands bleiben unverändert. Die neuen Preise sollen für die Jahre 2027 und 2028 gelten.
- Standardbrief (bis 20 Gramm): 1,15 Euro (bisher 95 Cent)
- Kompaktbrief (bis 50 Gramm): 1,25 Euro (bisher 1,10 Euro)
- Großbrief: 2,35 Euro (bisher 1,80 Euro)
- Maxibrief: 5 Euro (bisher 2,90 Euro)
Neben den Briefen werden auch Pakete teurer werden, deren geplante Porti für Privatleute gab die Deutsche Post aber bislang nicht bekannt. Außerdem wird Geschäftskunden-Post teurer.
Sind die Preiserhöhungen schon beschlossene Sache?
Die Post braucht noch die Zustimmung der Bundesnetzagentur. Die Behörde hatte vergangene Woche einen Erhöhungsspielraum von 20,35 Prozent vorgeschlagen. Der Wert von 10,48 Prozent aus dem Jahr 2025 wurde fast verdoppelt.
Briefe zu verschicken, kann ab 2027 deutlich teurer werden. Die Bundesnetzagentur hat der Deutschen Post erlaubt, das Porto um gut 20 Prozent zu erhöhen.
12.10.2026 | 0:26 minDas heißt, dass die Einnahmen für den Versand aller Briefsendungen, die voraussichtlich verschickt werden, um diesen Prozentwert steigen dürfen. Wie dieser Spielraum auf die einzelnen Briefarten angewandt wird, legt die Post fest. Die Bundesagentur prüft nun, ob die Post innerhalb des Spielraums geblieben ist.
Bei den Post-Plänen fällt auf, dass die Erhöhung beim Großbrief (plus 30,6 Prozent) und Maxibrief (plus 72,4 Prozent) enorm ausfällt. Dass dennoch der Gesamtschnitt von 20,35 Prozent erreicht wird, erklärt ein Postsprecher mit der unterschiedlichen Gewichtung der Briefarten - in der einen sind es mehr Sendungen, in der anderen weniger. Hinzu kommen "Struktureffekte" und geänderte Maße: Der Großbrief wird größer, womit er künftig einen Teil der bisherigen Maxibrief-Mengen übernimmt. Künftig soll der Großbrief bis zu drei Zentimeter dick und ein Kilogramm schwer sein dürfen (bisher: zwei Zentimeter und 500 Gramm).
Warum wird es denn überhaupt teurer?
Die Netzagentur und die Deutsche Post begründen die steigenden Preise mit den sinkenden Briefmengen im Digitalzeitalter - die Menschen und Firmen setzen immer stärker auf digitale Kommunikation. Im Urlaub verschicken viele Menschen lieber Selfie-Fotos über Messenger-Dienste, anstatt eine Postkarte zu verschicken. Auch die Neujahrswünsche landen immer öfter auf dem Smartphone und nicht im Briefkasten. Firmen setzen ebenfalls stärker auf digitale Kanäle für Werbung und Rechnungen.
Wurden 2005 in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, so waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden, Tendenz weiter sinkend. Zugleich stiegen die Personal-, Energie- und Sachkosten weiter, sagte Post-Chefin Nikola Hagleitner.
Trotz dieser Entwicklung müsse die Post ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen und Filialen vorhalten. Man investiere zudem jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in das Post- und Paketnetz, etwa in Elektrofahrzeuge und Automaten.
Die Deutsche Post wird umbenannt: Künftig soll der Konzern an der Börse als DHL AG auftreten. Die Tochterfirma, die für das Briefgeschäft zuständig ist, soll den Namen jedoch beibehalten.
05.05.2026 | 0:23 minWie stark trifft die Preiserhöhung die Verbraucher?
Privathaushalte geben nur rund vier Euro im Monat für Brief- und Paketdienste aus - auf diesen schon etwas älteren Durchschnittswert des Statistischen Bundesamtes verweist die Post. Die geplante Mehrbelastung liege monatlich lediglich bei 75 Cent.
Außerdem werden auch Briefe teurer, die Firmen verschicken - wenn deren Kosten steigen, werden diese häufig an die Verbraucher weitergereicht werden. Denkbar ist zudem, dass sich der Strukturwandel durch die deutlich höheren Preise beschleunigt: Firmen satteln stärker auf digitale Kommunikation um.
Im Vergleich mit Deutschlands Nachbarländern ist das Porto noch relativ günstig: In den Niederlanden werden 1,40 Euro für einen Standardbrief fällig, in Belgien mindestens 1,58 Euro und in Frankreich steigt es im neuen Jahr von 1,52 Euro auf 1,67 Euro.
Was gibt es sonst noch für Vorgaben für den Briefmarkt?
Separat zum Briefporto gilt eine Vorschrift, dass 95 Prozent aller inländischen Briefsendungen im Jahresdurchschnitt drei Werktage nach Einwurf beim Verbraucher sein müssen. Nach vier Werktagen müssen 99 Prozent angekommen sein.
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