Analysefirma hatte Nutzerdaten gesammelt:Cambridge-Analytica-Skandal: Meta soll Milliarden zahlen
Acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal ist der Facebook-Mutterkonzern Meta zu einem Milliarden-Bußgeld verurteilt worden. Hintergrund ist der Missbrauch von Nutzerdaten.
Ein Richter in New Mexico hat Meta zu einer Strafe von 25 Milliarden Dollar verurteilt. Hintergrund ist der Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten.
21.10.2026 | 0:25 minDer Facebook-Konzern Meta soll wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Zuvor hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden.
Der Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, sprach von einem der größten Urteile eines einzelnen Bundesstaates gegen Meta in der US-Geschichte. Es sei an der Zeit, große Technologiekonzerne zur Verantwortung zu ziehen.
Algorithmen entscheiden, was wir sehen, denken und wählen. Facebook, Google & Co. verdienen mit Daten nicht nur Geld – sie manipulieren Meinungen und beeinflussen Wahlen.
23.02.2026 | 44:30 minRichter Francis Mathew erklärte in seiner Anordnung am Mittwoch, das jahrelange und systematische Fehlverhalten treffe den Kern der Geschäftspraktiken von Facebook. Nach den Gesetzen des Bundesstaates wäre laut Mathew sogar eine Strafe von mehr als 219 Milliarden Dollar gerechtfertigt gewesen. Er reduzierte die Summe jedoch auf 25 Milliarden Dollar. Meta äußerte sich nach dem Strafmaß zunächst nicht.
Meta wegen millionenfacher Verstöße verurteilt
Nach dem Urteil der Geschworenen vor einigen Wochen hatte der Konzern bereits betont, dass man mit deren Entscheidung nicht einverstanden sei und sich weiter gegen die Vorwürfe verteidigen werde.
Pro Verstoß war eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar veranschlagt worden - und die Geschworenen fanden Millionen Verstöße, die sich nach Rechnung des Richters auf die Milliardenbeträge addierten.
Die Plattformbetreiber stehen vor wegweisenden Umbrüchen. Urteile über Schadenszahlungen in Millionenhöhe erschüttern die Branche. ZDFheute live zu den Folgen für die Konzerne.
26.03.2026 | 9:56 minAuch Trumps Team hatte Daten vor US-Wahl 2016 genutzt
Der Skandal um Cambridge Analytica hatte 2018 das Vertrauen der Öffentlichkeit zum Facebook-Konzern nachhaltig beschädigt. Dabei ging es darum, dass Informationen aus einer harmlos erscheinenden Umfrage eines Datenforschers zur Erstellung von Nutzerprofilen genutzt und mit der Analysefirma Cambridge Analytica geteilt wurden.
Auch das Team des damaligen Kandidaten Donald Trump griff darauf vor der US-Präsidentenwahl 2016 zurück. Insgesamt waren rund 87 Millionen Nutzer-Accounts betroffen. Der Konzern zahlte unter anderem rund sechs Milliarden Dollar an die US-Regierung, um Ermittlungen dazu beizulegen.
Im Nachgang des Skandals zog New Mexico dann 2021 vor Gericht mit Vorwürfen, bei denen es zusätzlich um die Meinungsfreiheit auf der Plattform ging. Auslöser waren Enthüllungen im Zuge der Aufarbeitung des Falls. Unter anderem hieß es dabei in einem Whistleblower-Bericht, dass einige prominente Accounts von Regeln zu auf der Plattform erlaubten Inhalten heimlich ausgenommen worden seien.
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