Auto-Sparte strauchelt: Mercedes verbessert sein Ergebnis

Im zweiten Quartal:Mercedes verbessert Ergebnis - aber Auto-Sparte strauchelt

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Mercedes-Benz steigert im zweiten Quartal den Konzerngewinn. Doch die Schwäche in der Pkw-Sparte, dem Hauptgeschäftsfeld, bremst. Der Autobauer senkt deshalb seine Prognose.

Das Logo von Mercedes-Benz steht vor einer Niederlassung am Salzufer.

Beim Mercedes-Konzern läuft gerade nicht alles wie erhofft.

Quelle: dpa

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal das operative Ergebnis wie erwartet gegenüber dem schwachen Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars stabilisiert sich aber nicht wie erhofft, so dass der Autobauer jetzt einen leichten Rückgang und kein Volumen auf Vorjahresniveau mehr erwartet.

Mercedes-Umsatz sinkt nur leicht

Mercedes begründete das am Dienstag mit dem verschärften Marktumfeld und intensivem Wettbewerb in China. Von April bis Juni legte das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 21,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zu, nach einem Einbruch um zwei Drittel vor Jahresfrist. Der Dax-Konzern wolle im zweiten Halbjahr Kosten und Produktivität weiter verbessern, erklärte Konzernchef Ola Källenius.

 An einem Eingang zum Mercedes-Benz Werk demonstrieren mehrere tausend Mitarbeiter des Automobilherstellers Mercedes-Benz mit Fahnen der Gewerkschaft IG Metall gegen den verschärften Sparkurs.

Anfang Juli kam es zu Protesten bei Mercedes-Benz: Tausende Beschäftigte haben gegen den Sparkurs des Konzerns demonstriert. Sie befürchten einen Stellenabbau und die Verlagerung von Jobs ins Ausland.

03.07.2026 | 1:16 min

"Der Gewinn von Mercedes ist zwar gestiegen - aber davon sollte man sich nicht blenden lassen", sagt ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann. Erstens liege das vor allem daran, dass das Sparprogramm zu wirken beginne. "Und zweitens ist der Absatzeinbruch im größten Markt der Welt, in China, auch bei Mercedes dramatisch: Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2021 - dem Rekordjahr vor der Corona-Krise - hat sich der Absatz von Mercedes dort mehr als halbiert." Ein Ende dieser Entwicklung sei aktuell nicht in Sicht.

Tatsächlich sank der Umsatz trotz eines erneuten Absatzeinbruchs in China nur leicht um 3,3 Prozent auf 32 Milliarden Euro. Nach einer Umfrage des Prognosehauses Visible Alpha hatten die Fachleute mit einem Umsatz in dieser Höhe und mit einem operativen Gewinn von 1,57 Milliarden Euro gerechnet.

Auch die Ergebnisse der Sparten Vans und Financial Services stützten laut Konzern-Mitteilung die schwächelnde Pkw-Sparte.

Deutlicher Absatzrückgang in China

Ein deutliches Minus in China hatte im zweiten Quartal erneut für einen Absatzrückgang gesorgt. Mercedes verkaufte rund 512.000 Pkw und Vans, was einem Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprach. Bei den Pkw ging der Absatz in China um 30 Prozent zurück.

Die Veränderungen in China seien unter anderem von einem verstärkten Marktdruck, einem weniger günstigen Modellmix sowie Kosten im Zusammenhang mit Anlaufkampagnen geprägt gewesen, heißt es laut Mitteilung. Bereinigt sank das Ebit in der Pkw-Sparte um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro.

Die deutschen Autobauer - Mercedes, BMW und VW - haben bisher alle kein Mittel gefunden, um ihren Absatzrückgang in China zu stoppen.

Florian Neuhann, Leiter des Teams Wirtschaft und Finanzen im ZDF

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Sparprogramm aufgelegt

Bei Mercedes läuft es schon länger nicht mehr rund. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er bereits 2024 um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen war.

Der Autobauer hatte vor mehr als einem Jahr reagiert und ein Sparprogramm aufgelegt. Ende Juni dieses Jahres verschärfte Mercedes den Sparkurs und verschob als Sofortmaßnahme eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Zugleich trat der Vorstand eine Diskussion über Arbeitskosten in Deutschland los, indem er mitteilte, dass für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden sollte. In der Folge kam es zu Protesten von Beschäftigten.

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Quelle: Reuters, dpa
Über das Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 28.07.2026 ab 5:30 Uhr.

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