Evonik treibt Umbau voran: 3.200 Stellen sollen wegfallen

Essener Chemiekonzern:Evonik treibt Umbau voran: 3.200 Stellen sollen wegfallen

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Evonik bekräftigt seine Umbaupläne: Der Chemiekonzern will bis 2029 rund 3.200 Jobs streichen, 2.150 davon in Deutschland. Auch von zwei Töchtern will sich das Unternehmen trennen.

Evonik

Der Chemiekonzern Evonik baut 3.200 Stellen ab, davon 2.150 in Deutschland. Sechs deutsche Standorte sollen neue Aufgaben erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.

22.09.2026 | 0:42 min

Der Spezialchemiekonzern Evonik setzt seinen Umbau unter Interimschef Claus Rettig fort. Er reagiert damit trotz guter Geschäfte im laufenden Jahr auf die strukturellen Probleme der Chemieindustrie. "Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen", sagte Rettig nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Umbau werde auf allen Ebenen fortgesetzt.

Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie.

Claus Rettig, Übergangschef von Evonik

Das Produktportfolio werde nach Rollenprofilen geordnet, den sechs großen Produktionsstandorten in Deutschland würden spezifische Aufgaben zugeteilt, erklärte der MDax-Konzern. Der Essener Konzern hatte bereits im Juni angekündigt, bis Ende 2029 rund 3.200 Arbeitsplätze zu streichen, 2.150 davon in Deutschland.

Evonik-Belegschaft könnte um insgesamt 10.000 Menschen schrumpfen

Rettig treibt nun die Ausgestaltung des Programms voran. Von den Töchtern Oxeno und Syneqt mit rund 4.300 Beschäftigten will sich der Konzern trennen. Inklusive bereits umgesetzter Sparprogramme könnte die Belegschaft von Evonik damit um insgesamt rund 10.000 Menschen schrumpfen. Bei den Investoren kamen die Aussagen gut an: Evonik-Aktien legten am Morgen um rund vier Prozent zu.

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"Wir sprechen bei Oxeno mit Investoren, im Falle Syneqts ist das noch nicht der Fall", sagte Rettig. "Aber es ist klar, dass es in beiden Fällen zum Verkauf kommen wird." Er fügte hinzu: "Ich gehe bei Oxeno davon aus, dass wir im laufenden Jahr vorankommen werden." Bei Syneqt - die Tochter hat 3.500 Beschäftigte in Marl und Wesseling - solle der Verkaufsprozess 2027 starten.

Der 66-jährige Rettig ist vorübergehend an die Spitze des Essener Konzerns gerückt. Vorstandschef Christian Kullmann war im August überraschend wegen einer Erkrankung "bis auf Weiteres" ausgeschieden. Er soll nach seiner Genesung aber wieder zurückkehren.

Deutschlands Chemiebranche in der Krise

Die Chemie zählt zu den größten Industriebranchen in Deutschland und steckt seit langem in der Flaute. Ihre Anlagen sind unterdurchschnittlich ausgelastet. Den Unternehmen machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen. Die Branche verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Für das Gesamtjahr hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) im Sommer seine Produktionsprognose auf einen Rückgang um 1,5 Prozent abgesenkt. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen. Der Verband spricht von der schwersten Krise der Nachkriegsgeschichte.

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Bis Ende 2026 bereits 2.800 Stellenstreichungen beschlossen

Schon bis Ende 2026 fallen durch Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen weg. Der nächste Sparplan soll bis 2029 sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. So werden frei werdende Stellen nicht nachbesetzt, Beschäftigte früher in den Ruhestand verabschiedet oder freiwillige Abgänge über Abfindungen vereinbart.

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Evonik hatte unter anderem angekündigt, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Per Ende 2025 beschäftigte Evonik mit 31.053 Mitarbeitern fast 900 weniger als ein Jahr zuvor.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Chemiekonzern Evonik streicht 3.200 Stellen" am 22.09.2026 um 12:47 Uhr.

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