Erfolglose Suche nach Käufern:Biontech kündigt Aus für drei deutsche Werke an
Ein Corona-Impfstoff machte Biontech weltberühmt, jetzt müssen drei Standorte in Deutschland schließen. Betroffen sind die Werke in Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein.
Die BioNTech-Werke in Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein sollen schließen. Rund 1.800 Beschäftigte sind betroffen. Die monatelange Suche nach Käufern für die Werke war erfolglos.
28.09.2026 | 0:26 minDie monatelange Suche nach Käufern war erfolglos: Die drei deutschen Biontech-Standorte im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein, im hessischen Marburg und in Tübingen in Baden-Württemberg werden in einiger Zeit schließen. Betroffen sind nach Unternehmensangaben rund 1.800 Beschäftigte. In Tübingen soll nach Unternehmensangaben nun Ende 2027 Schluss sein, in Marburg Anfang 2028 und in Idar-Oberstein Ende 2028.
Dass Verkäufe der Werke nicht realisiert werden konnten, liege im Wesentlichen an dem aktuell schwierigen Markt- und Investitionsumfeld, erklärte Biontech. Um die Standortschließungen sozialverträglich zu gestalten, seien mit dem Konzernbetriebsrat ergänzende Abfindungskonditionen vereinbart worden. Details dazu nannte Biontech zunächst nicht.
Biontech bekommt mit Guido Oelkers einen neuen Chef: Der Sobi-Manager soll bis Februar 2027 den Vorstandsvorsitz von Ugur Sahin übernehmen.
03.08.2026 | 0:30 minStandorte mit unterschiedlichen Schwerpunkten
In dem Marburger Werk wurden bislang Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis sowie Plasmid-DNA, ein wichtiges Ausgangsmaterial für mRNA-Impfstoffe und Zelltherapien, hergestellt. Es befindet sich auf dem Gelände der historischen Behringwerke in Marburg.
In Idar-Oberstein werden unter anderem Therapeutika für frühe klinische Entwicklungsphasen produziert und beim Standort in Tübingen handelt es sich um den Sitz von Curevac, den einstigen Konkurrenten im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Im Sommer 2025 hatte Biontech dessen Übernahme angekündigt, die milliardenschwere Transaktion zog sich über Monate hin.
Biontech hatte Standortschließungen angekündigt
Dass Biontech die drei Standorte nicht weiter betreiben will, hatten die Mainzer schon im Frühjahr bekanntgegeben. Sie begründeten das mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten, Kosteneinsparungen sowie dem Fokus auf der Krebsmedizin. Damals warf Curevac-Gründer Ingmar Hoerr Biontech Täuschung vor. Bei der Übernahme von Curevac sei vereinbart worden, ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das sich gegenseitig befruchte.
Biontech erklärte, interne Experten und professionelle Makler hätten die Verkäufe der Standorte ausgelotet. Für alle Standorte habe es Prüfungen und vertrauliche Gespräche gegeben, zum Abschluss kam es in den Fällen von Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein nicht.
In Idar-Oberstein könnte die Schließung des Biontech-Standorts die strukturschwache Region besonders hart treffen.
06.05.2026 | 1:52 minCorona-Impfstoff machte Biontech weltbekannt
Einst hatte Biontech gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Impfstoff gegen Covid-19 bekommen und verdiente damit Milliarden. Das Unternehmen wurde weltbekannt wie auch die Mitbegründer, das Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci. Doch seit einigen Jahren geht die Nachfrage nach dem Covid-19-Impfstoff zurück, ein anderes zugelassenes Produkt hat das Unternehmen bis dato nicht.
Biontech mit Umstrukturierung und hohem Verlust
Biontech mit weltweit rund 7.200 Beschäftigten befindet sich seit Jahren in einem Wandlungsprozess samt Umstrukturierung. Geforscht wird an einer ganzen Reihe neuer Produkte, vor allem in der Onkologie.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stand unter dem Strich ein Verlust von 1,35 Milliarden Euro (Vorjahr: 802,4 Mio.).
Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen bis Ende 2026 das Unternehmen Biontech. Beide werden sich aus der Führung zurückziehen und sich in Zukunft auf mRNA-Forschung konzentrieren.
10.03.2026 | 0:24 minSahin und Türeci wollen Biontech bis Ende dieses Jahres verlassen und planen, sich in einem neuen Unternehmen der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis zu widmen. Sahins Nachfolger als Vorstandsvorsitzender bei Biontech soll spätestens zum 1. Februar 2027 Guido Oelkers werden.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zu Biontech
Investition in Krebsforschung:Biontech will deutschen Rivalen Curevac kaufen
Erste Medikamente 2026 erwartet:Krebstherapie: Biontech hofft auf Durchbrüche
von Mischa Erhardt