Standorte in Berlin und Frankfurt:Razzia bei der Deutschen Bank: Verdacht der Geldwäsche
Fahnder des Bundeskriminalamtes haben Büros der Deutschen Bank durchsucht - wegen des Verdachts der Geldwäsche. Was bisher bekannt ist.
In Gebäuden der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und Berlin fanden am Mittwoch Durchsuchungen statt.
Quelle: dpaRazzia bei der Deutschen Bank: Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht die Justiz Gebäude des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt am Main und Berlin. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber ZDFheute. Ermittelt wird gegen "unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank AG".
Durchsuchung bei Deutscher Bank: Geschäftsbeziehungen im Fokus
Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main führt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.
Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusätzliche Beweise gesichert werden. Nach Informationen des "Spiegel", der zuvor darüber berichtet hatte, betraten um kurz nach 10 Uhr etwa 30 Ermittler in Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt.
Der Deutsche Richterbund wirft den Bundesländern vor, zu wenig gegen Organisierte Kriminalität zu tun. Weil die Landesregierungen auf die Personalkosten fixiert seien, gebe es zu wenig Ermittler.
26.12.2025 | 0:29 minBilanzvorlage im Schatten der Geldwäscheermittlungen
An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der Durchsuchungen zeitweise um rund drei Prozent nach.
Die Zahlenvorlage des Dax-Konzerns an diesem Donnerstag steht damit unter keinem guten Stern: Zwar erwarten Analysten, dass das Institut seinen Gewinn 2025 deutlich auf knapp sechs Milliarden Euro gesteigert hat. Doch nun muss sich Vorstandschef Christian Sewing auf kritische Fragen zur Razzia einstellen.
Bank bestätigt Durchsuchungen
Der genaue Anlass der Durchsuchungen blieb zunächst unklar. "Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge werfen die Ermittler der Deutschen Bank vor, eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Abramowitschs Firmen verspätet an die Behörden übergeben haben.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen auf Anfrage, ohne weitere Details zu nennen:
Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird.
Sprecher der Deutschen Bank
Und weiter: "Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern."
Was läuft schief beim Kampf gegen Geldwäsche? Eine zentrale Behörde macht immer wieder negative Schlagzeilen. Frontal hat interne Fälle zugespielt bekommen, die das Ausmaß zeigen.
16.05.2023 | 12:12 minSchon öfter Ärger mit Aufsicht
Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abzugeben, haben der Deutschen Bank wiederholt Ärger eingebrockt. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt.
Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen Geschäften waschen wollen oder dass Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzüglich zu melden. Häufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite anderen Geldhäusern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte - seinerseits ein Novum in der deutschen Bankenbranche. Ende 2024 wurde der Sonderbeauftragte abgezogen.
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