Palla: Deutsche Bahn drosselt Sanierungen, Kunden warten länger

Infrastruktur der Deutschen Bahn:Bahn plant weniger Generalsanierungen pro Jahr

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Weniger Großbaustellen, längere Sanierung: Die Deutsche Bahn will künftig nur noch zwei bis drei wichtige Strecken pro Jahr generalsanieren. Der Zeitplan gerät damit ins Wanken.

ARCHIV:  Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, spricht bei einer Pressekonferenz.

Bahnchefin Evelyn Palla bremst bei den Erwartungen an das Sanierungstempo. (Archivbild)

Quelle: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken wird nach Aussage von Bahnchefin Evelyn Palla länger dauern als derzeit geplant. Eine Überarbeitung des Konzepts habe gezeigt, dass vier solcher Sanierungen pro Jahr zu viel seien, sagte Palla. Sie rechne in Zukunft mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei Generalsanierungen pro Jahr.

Ziel sei es, die Bahn Schritt für Schritt voranzubringen. "Die ersten Schritte sind getan." Aber vor allem die Sanierung der Infrastruktur sei ein beschwerlicher Weg. Hier bräuchten Bahn und ihre Kunden einen langen Atem.

Das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Genaue Jahreszahlen wollte Palla nicht nennen.

Die Deutsche Bahn beginnt die Generalsanierung am Freitag, 6. Februar. Die Arbeiten sollen fünf Monate dauern und bis zum 10. Juli abgeschlossen sein.

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Generalsanierung schon 2024 gestartet

Die Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 mit den Generalsanierungen begonnen. Das Konzept sah im Kern mehrmonatige Vollsperrungen vor, damit nicht im laufenden Betrieb saniert werden muss. Das Bauvolumen sollte dafür höher sein, die Strecken grundlegend auf Vordermann gebracht werden. Zum Versprechen gehörte auch, dass die Strecken dann deutlich weniger störanfällig sind und über mehrere Jahre Baufreiheit herrscht.

Für die Generalsanierungen wurden rund 40 Strecken ausgewählt. Ursprünglich war das Ziel, Anfang der 2030er Jahre all diese Sanierungen abgeschlossen zu haben. Zuletzt war dann von 2036 die Rede. Mit der neuen Strategie könnte es sein, dass die Sanierungen nicht mehr innerhalb der 2030er Jahre abgearbeitet werden können.

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Zu große Sanierungen bremsen das Netz aus

Als Gründe für die Anpassung des Konzepts nannte Palla neben Erfahrungen aus den ersten Großbaustellen auch die Frage, wie viel Geld im Sondervermögen des Bundes für alle Generalsanierungen in Summe zur Verfügung stehen wird. "Wir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen", sagte Palla. Zudem sei zuletzt deutlich geworden, dass vier große Sanierungen die Kapazitäten im gesamten Netz zu sehr verringern.

Wir wollen auch besser darauf achten, wie die Korridorsanierungen dann geografisch im Netz angesiedelt sind, wie sie zeitlich aufeinanderfolgen.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG

Wichtig sei auch, dass die sogenannten Umleiterstrecken vor Beginn einer Generalsanierung angemessen ertüchtigt seien für zeitweise deutlich mehr Verkehr. "Es geht auch um das Thema, welches Leistungsversprechen wollen wir konkret abgeben", sagte Palla. "Welche Zustandsnote wollen wir erreichen? Welche Baufreiheit garantieren wir? Das wird unterschiedlich sein dann, weil wir auch nicht immer dasselbe machen", so die Bahnchefin.

Bei der Sanierung der Infrastruktur sei es insgesamt wichtig, künftig die Bereiche Bauen und Fahren besser in Balance zu bringen.

Wir müssen besser priorisieren, wir müssen Bauen und Fahren besser verzahnen.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG

Marode Infrastruktur verschlechtert Pünktlichkeitswerte

Die seit Jahren schlechten Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr - zuletzt im Monat meist zwischen 50 und 60 Prozent - seien Ausdruck der maroden Infrastruktur, so Palla. "Extreme Wetterereignisse verschärfen die Lage." Das dürfe aber keine Ausrede sein. Es werde so viel wie nie zuvor gebaut, was kurzfristig aber Einschränkungen für Kunden bedeute. Die Sanierung mit aktuell rund 28.000 Baustellen sei alternativlos.

Palla verwies darauf, dass die Vorstände im Konzern und bei den Töchtern kleiner geworden sind, auch die Führungsstrukturen darunter. Die Bahn investiere zudem mehr Geld, um Züge sauberer zu machen und die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern, auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Auch seien die Ticketpreise im Fernverkehr nicht erhöht worden, während die Benzinpreise für Autofahrer deutlich höher liegen. Und im Gesamtjahr 2026 sei mit einem Konzerngewinn im dreistelligen Millionenbereich zu rechnen, nachdem es 2025 noch ein Verlust von mehr als zwei Milliarden war.

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Quelle: dpa, Reuters
Über das Thema berichtete heute Xpress am 10.9.2026 ab 13:00 Uhr.

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