Inflation: In welchen Bundesländern sie besonders zuschlägt

Bundesländer im Vergleich:Wo die Inflation besonders zugeschlagen hat

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Vor allem Wohnkosten haben seit 2020 die Inflation nach oben getrieben - mit unterschiedlichen Auswirkungen in den einzelnen Bundesländern. Das zeigen Zahlen des Ifo-Instituts.

Eine Person hält an einem Obststand am Marktplatz in Leipzig eine Pflaume und eine Einkaufstüte in der Hand.

Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Als Preistreiber gelten vor allem Schokolade, Obst und Fleisch. Olivenöl wurde hingegen billiger.

17.02.2026 | 0:25 min

Die Inflation hat in den vergangenen fünf Jahren in einigen ostdeutschen Bundesländern und in Bremen deutlich härter zugeschlagen als im Westen. In Brandenburg, dem Land mit der höchsten Inflation, fiel der Preisanstieg um fast vier Prozentpunkte höher aus als in Hamburg, dem Land mit dem geringsten Plus, wie eine Auswertung des Ifo-Instituts ergab.

Inflation von 2020 bis 2025 bundesweit bei 21,8 Prozent

Bundesweit lag die Inflation im betrachteten Zeitraum 2020 bis 2025 bei 21,8 Prozent.

In Brandenburg fiel sie allerdings um 1,8 Prozentpunkte stärker aus, in Bremen und Sachsen um 1,7 Prozentpunkte und in Sachsen-Anhalt um 1,6 Prozentpunkte. Am anderen Ende der Skala liegt Hamburg, wo die Inflation um 2,1 Punkte niedriger ausfiel als im Bundesschnitt.

Bundesländer: Wo die Inflation am härtesten zuschlägt

ZDFheute Infografik

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Schleswig-Holstein blieb einen Prozentpunkt unter dem Durchschnitt, Hessen um 0,8 und das Saarland um 0,7 Prozentpunkte.

Im Osten nur Berlin unter dem Durchschnitt

Berlin ist das einzige ostdeutsche Bundesland mit unterdurchschnittlicher Inflation. Die Differenz zu Gesamtdeutschland beträgt 0,6 Prozentpunkte. Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen hatten dagegen leicht überdurchschnittliche Preisanstiege, die 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte höher ausfielen als im Bundesschnitt.

Im Westen hatte neben Bremen nur Bayern eine überdurchschnittliche Inflation. Der Abstand fiel mit 0,5 Prozentpunkten aber eher gering aus. Ebenfalls kleine Abweichungen - allesamt nach unten - gab es in Niedersachsen mit 0,1 Prozentpunkt, Baden-Württemberg mit 0,2, Nordrhein-Westfalen mit 0,3 und Rheinland-Pfalz mit 0,4 Prozentpunkten.

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Eine große Rolle für die unterschiedlichen Entwicklungen spielt der Bereich Wohnen inklusive Strom, Gas und anderen Brennstoffen. Hier stiegen die Preise in Hamburg beispielsweise deutlich langsamer als im Durchschnitt, in Bremen dagegen deutlich schneller. Weil die Wohnkosten zudem einen hohen Anteil an den Gesamtausgaben haben, schlagen sich Unterschiede hier auch besonders stark nieder.

Ursachen unterscheiden sich

Die überdurchschnittlichen Anstiege in Brandenburg oder Sachsen sind allerdings nicht auf diesen Bereich zurückzuführen. Dort trieb insbesondere der Bereich "Andere Waren und Dienstleistungen" die Inflation stärker als im Bundesschnitt. Zu dieser Kategorie zählen beispielsweise Friseure, Pflege oder Versicherungen.

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"Denkbar wäre, dass die Anhebung des Mindestlohns in Ostdeutschland stärker auf die Preise durchschlägt als in den westdeutschen Bundesländern", schreiben die Autoren, Ricarda Kluth, Robert Lehmann und Marcel Thum.

Die beiden Faktoren erklären auch die Berliner Sonderrolle im Osten: Die anderen Waren und Dienstleistungen legten hier nur leicht überdurchschnittlich zu, die Wohnkosten blieben dagegen hinter der Entwicklung zurück. Den Autoren zufolge wohl auch durch den Mietendeckel.

Quelle: dpa
Über das Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 17.02.2026 in dem Beitrag "Inflation steigt auf 2,1 Prozent" um 11:34 Uhr.

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