Lieferzeiten für E-Autos: Wieso Kunden Monate aufs Auto warten

Hohe Nachfrage bei Elektroautos:Lieferzeiten für E-Autos: Wieso Kunden Monate warten müssen

Tobias Bluhm

von Tobias Bluhm

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Käufer warten teils acht bis zehn Monate auf ihr neues E-Auto. Was die Lieferzeiten verlängert und welche Hersteller tendenziell schneller liefern.

Elektroautos laden am Straßenrand

Der Anteil an den Neuzulassungen von E-Autos liegt bei 37 Prozent. Hohe Treibstoffkosten und Kaufprämien treiben die Nachfrage an. Viele Kunden müssen lange auf ihr Auto warten.

05.11.2026 | 1:34 min

Für Sebastian Bittner ist die Rechnung ganz einfach. "Im Jahr müsste ich für 3.500 Euro tanken, wenn ich mit meinem bisherigen Fahrzeug zu meiner neuen Arbeitsstelle fahre", sagt er. "Wir haben eine Solaranlage auf dem Dach - das heißt, das E-Auto ist beim Laden für mich fast umsonst. Und so war die Entscheidung ganz leicht, umzusteigen."

Ein Modell von Cupra soll bei ihm her, ergänzt durch eine gute Handvoll eigener Konfigurationen. Doch als der Autohändler Bittner über eine Lieferzeit von acht bis zehn Monaten informierte, staunte er nicht schlecht. "Da bin ich ganz schön böse überrascht worden. Ich habe nicht damit gerechnet, kein bisschen."

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Über zwei Millionen E-Autos in Deutschland

Derzeit häufen sich Beispiele wie jenes von Bittner. Bei einigen Modellen müssen Kunden aktuell lange auf die Lieferung ihres Autos warten. Ob Online-Bestellung oder persönlich im Autohaus: Die Nachfrage ist so hoch, dass Hersteller bei besonders gefragten Modellen kaum mit der Produktion hinterherkommen.

Allein im Oktober 2026 sind 94.086 vollelektrische Autos in Deutschland neu zugelassen worden. Damit war mehr als jeder dritte Neuwagen ein Stromer.

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07.11.2026 | 10:13 min

Förderprogramm und Iran-Krieg unterstützten Boom

Hinter dem aktuellen Elektro-Boom stecken laut Experten vor allem drei Gründe: die Folgen des Iran-Krieges, ein steigendes Modellangebot und die staatliche Elektroauto-Förderung. "Politische Faktoren wie die Elektroprämie Anfang des Jahres, der Iran-Krieg und der massive Anstieg der Spritpreise haben dazu geführt, dass die Nachfrage so angestiegen ist",  erklärt Felix Barth vom Kfz-Vermittlungsportal Carwow gegenüber ZDFheute.

Die Hersteller wurden davon wohl ein bisschen überrascht. Dadurch haben sich die Lieferzeiten jetzt massiv erhöht.

Felix Barth, Kfz-Vermittlungsportal Carwow

Vor zwei Jahren sei jede dritte Bestellung über sie ein Elektroauto gewesen, inzwischen seien es 80 Prozent, so Barth.

Experte sieht kürzere Lieferzeiten bei chinesischen Herstellern

Die Lieferzeiten bei chinesischen Modellen seien tendenziell "etwas kürzer", so Barth, "aber sie nähern sich gerade den deutschen Herstellern an." Zwar sitzen BYD, Zeekr, Geely und Co. auf Überschüssen ausländischer Märkte. Doch der Transport der Fahrzeuge nach Europa dauert durch die angespannte geopolitische Lage inzwischen auch mehrere Monate.

Im Vordergrund ist die geöffnete Tür eines hellen Fahrzeugs zu sehen. Rechts daneben arbeitet eine Beschäftigte mit behandschuhten Händen am Bereich des inneren Türgriffs. Sie blickt auf die Stelle, an der sie arbeitet. Dahinter sind Teile einer Produktionshalle erkennbar.

Die Autokonzerne wollen Lohnkosten senken und warnen vor Werkschließungen. WISO fragt: Können längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn und das Ende von Tarifverträgen die Autoindustrie retten?

12.10.2026 | 3:41 min

BYD-Deutschlandchef Lars Bialkowski erklärt gegenüber ZDFheute: "Aktuell ist es so, dass wir binnen ungefähr drei Monaten ein Angebot machen können." Manchmal dauere es aber auch ein bisschen länger.

Wir sind von der Nachfrage sehr positiv überrascht. Das ist in den letzten Quartalen sogar besser gelaufen, als wir das geplant haben.

Lars Bialkowski, BYD Deutschland-Geschäftsführer

Auto-Hersteller will seine Lieferketten stärken

BYD werde nun verstärkt in die eigenen Lieferketten investieren, um der Nachfrage gerecht zu werden, beteuert Bialkowski. Sebastian Bittner hingegen wird noch bis zum Sommer 2027 auf seinen europäischen Wagen warten müssen.

Treffen der EU-Minister zu Binnenmarkt und zur Industrie

Während Xi Jinping auf Donald Trump in Washington trifft, sucht die EU einen gemeinsamen Kurs gegenüber China. Wie kann sie ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und Abhängigkeiten verringern?

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Überzeugt ist er trotzdem: "Bei acht bis zehn Monaten mussten wir noch mal eine Nacht drüber schlafen, ob wir das wirklich wollen. Es ist frustrierend", so Bittner. "Aber am Ende haben wir uns trotz der Wartezeit dafür entschieden, das Elektroauto zu kaufen."

Tobias Bluhm ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der heute-Sendung am 05.11.2026 ab 19 Uhr.

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