ADAC fordert mehr Transparenz:E10 erreicht Rekordpreis, Diesel nähert sich Höchststand
Hohe Ölpreise machen Tanken teurer. E10 kostet 2,27 Euro je Liter und damit so viel wie nie. Auch Diesel nähert sich seinem Rekordhoch. Der ADAC fordert mehr Transparenz.
Der Preis für Superbenzin E10 hat ein neues Rekordhoch erreicht. Dabei lag der bundesweite Tagesdurchschnitt bei 2,27 Euro für einen Liter, so der ADAC. Diesel kostete im Schnitt 2,40 Euro.
14.09.2026 | 0:23 minTanken wird immer teurer: Über das Wochenende ist der Preis für Superbenzin der Sorte E10 auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter 2,273 Euro, wie der ADAC mitteilt. Das waren 1,7 Cent mehr als am Freitag.
Diesel legte sogar um 3,5 Cent zu. Ein Liter kostete am Sonntag im Tagesschnitt 2,404 Euro und war damit nur noch 4,3 Cent von seinem Rekord aus dem April entfernt.
Verkehrsclub erwartet weiter steigende Spritpreise
Und auch die weiteren Aussichten sind unerfreulich: Zwar war E10 am Montagmorgen um 10:00 Uhr nur minimal teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Sonntag und Diesel sogar minimal günstiger, vom ADAC heißt es aber: "Angesichts des weiter steigenden Ölpreises ist jedoch davon auszugehen, dass wir heute im Tagesdurchschnitt bei Super E10 und Diesel erneut leicht steigende Preise sehen werden."
In den vergangenen beiden Wochen haben die Spritpreise bereits kräftig angezogen. Noch am 30. August war E10 um gut zwölf Cent billiger als am Sonntag. Diesel um gut 20 Cent.
Wann und wo Tanken besonders teuer ist
Der Preis für Rohöl ist typischerweise der wichtigste Faktor für Änderungen beim Spritpreis. Regional und je nach Uhrzeit können die Preise aber stark abweichen. Aktuell ist Sprit in Süddeutschland - insbesondere in Bayern - ein gutes Stück günstiger, im Norden und besonders Ostdeutschland teurer, wie aus Daten des Spritpreisportals Tankerkönig hervorgeht.
Quelle: dpa
Zudem schwankt der Preis im Tagesverlauf stark - nach dem Preissprung am Mittag sind die Kraftstoffe meist mehr als 20 Cent teurer als unmittelbar davor. Am Nachmittag fallen sie dann meist rasch wieder, bis sie am späten Vormittag üblicherweise ihr Tagestief erreichen. An den Autobahn-Tankstellen ist Sprit zudem oft sehr viel teurer als abseits der Autobahnen. Eine ADAC-Untersuchung hatte zuletzt einen Abstand von mehr als 30 Cent ergeben.
Quelle: dpa
Der Ölpreis ist erstmals nach knapp zwei Monaten wieder über die Marke von hundert Dollar je Barrel gesprungen. Sina Mainitz berichtet über die Folgen für Unternehmen und Privatpersonen.
09.09.2026 | 1:11 minEntwicklung im Nahen Osten treibt den Ölpreis
Ein für Montag geplantes Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman fand nicht statt. Berichten zufolge war eigentlich geplant, dass bei dem Treffen Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen wollten. Zudem musste der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten.
ADAC: Ölpreis erklärt Spritpreis nur teilweise
Nach Ansicht des ADAC rechtfertigen der neuerliche Anstieg des Ölpreises sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise. Unter anderem argumentiert der Verkehrsclub damit, dass der Ölpreis auch nach dem aktuellen Anstieg noch unter früheren Spitzenwerten liegt, E10 aber dennoch so teuer wie nie zuvor ist.
Ende April habe Rohöl der für Europa wichtigen Sorte Brent in etwa so viel gekostet wie jetzt. "Super E10 lag damals jedoch nur bei etwa 2,10 Euro je Liter", so eine Sprecherin. Sie sagt:
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Entwicklung nur schwer nachvollziehbar.
Sprecherin ADAC
Aus Sicht des ADAC besteht daher, insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene, weiterer Erklärungsbedarf, so die Sprecherin. Sie betonte:
Notwendig ist mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Sprecherin ADAC
Im August war etwa jeder dritte Neuwagen ein Stromer. Laut einer Umfrage, so ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann, waren die hohen Spritpreise für viele Bürger ein Grund zum Kauf.
10.09.2026 | 1:31 minVerband warnt vor Spritpreisen von drei Euro
Der Tankstellen-Interessenverband warnt bereits vor noch höheren Preisen: "Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen. Und wir haben sie an den Autobahnen ja schon", sagte der Sprecher des Interessenverbandes, Herbert Rabl, der "Rheinischen Post". Auch er kritisiert das Vorgehen der Mineralölkonzerne:
Es wird abkassiert. Und auch die Tankstellenbetreiber leiden unter den hohen Preisen.
Herbert Rabl, Sprecher Tankstellen-Interessenverband
Der ADAC sieht dagegen "keine Anhaltspunkte dafür, dass Diesel im Tagesdurchschnitt die Marke von drei Euro je Liter erreichen wird. Dafür müsste es auf den internationalen Ölmärkten zu einer nochmals deutlich stärkeren Preissteigerung kommen." Ein neuer Höchststand bei Diesel sei aber nicht ausgeschlossen, wenn sich die geopolitische Lage weiter verschärfe.
Aufgrund der rasant steigenden Benzinpreise fordert Brandenburgs Ministerpräsident Woidke nun einen Spritpreisdeckel. Trotz der 12-Uhr-Regel steigen die Preise weiter an.
12.09.2026 | 0:29 minSchwesig fordert Spritpreisdeckel
Auch die aktuellen Preise reichen aber, um der Diskussion um einen Spritpreisdeckel neuen Schwung zu geben. So sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) der "Rheinischen Post": "Es geht so nicht mehr weiter mit den Spritpreisen." Man brauche eine Lösung.
Das Beste wäre die Einführung eines Spritpreisdeckels nach Luxemburger Vorbild.
Manuela Schwesig, SPD
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