Körperliche und mentale Belastung:Wie anstrengend ist Ihr Job? 368 Berufe im Vergleich
von Luisa Billmayer
Wie stark belastet Ihr Beruf Ihren Körper, wie hoch ist der Druck und wie angenehm die Umgebung? Der Vergleich von 368 Berufen zeigt, wie anstrengend Ihr Job ist.
Von Büro bis Baustelle: Die körperliche Belastung in 15 Jobs im Vergleich.
22.04.2026 | 0:21 minAm Schreibtisch Maus und Tastatur bedienen, in einer Praxis Patient*innen Blut abnehmen, Ziegel auf einem Dach verlegen, in der Nachtschicht Autos zusammenschrauben oder in einer Backstube Brot backen: Berufsalltage und Arbeitsorte können ganz unterschiedlich aussehen. Entsprechend anders sind auch die Arbeitsbedingungen und Belastungen für Beschäftigte.
Körperliche und mentale Belastungen im Jobvergleich
Wie anstrengend Berufe in Bezug auf körperliche Belastung, Arbeitsumgebung, Intensität und Arbeitszeit sind, zeigt die folgende Tabelle. Suchen Sie nach Ihrem Job oder klicken Sie sich durch 368 Berufe - von Ackerbäuerinnen bis Zimmerleuten.
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In allen Kategorien belastend sind Berufe in der Gastronomie und im Gesundheitswesen - zum Beispiel Küchenhilfe oder Pflegefachkraft. Aber auch Postverteilerinnen und Tierpfleger haben in allen vier Bereichen hohe Werte. Geringe Belastungswerte haben hingegen akademische Berufe in der IT, wie zum Beispiel Softwareentwickler und Systemanalytikerinnen.
Handlungsspielraum in verschiedenen Berufen
Ein weiteres Kriterium ist, wie groß der Handlungsspielraum in einem Beruf ist. Wissenschaftler*innen, akademische Berufe und Führungskräfte haben hier meist gute Werte. Geringe Freiheiten haben hingegen Lokführerinnen und Busfahrer, aber auch Lehrkräfte und Fachärzte erreichen nur geringe Werte.
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Wie sich der Belastungsindex zusammensetzt
Anke Siefer, Statistikerin bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und Co-Autorin der Job-Exposure-Matrix (JEM), merkt allerdings an, dass die Auswertung nicht alle Aspekte eines Berufs umfasse.
Die Belastungs-Matrix kombiniert Ergebnisse der Erwerbstätigenbefragungen 2024 vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der BAuA in einem Index. In die Kategorie Arbeitsintensität fallen unter anderem die Ausprägungen "Starker Termin- oder Leistungsdruck" und "Sehr schnell arbeiten". Beschäftigte in der Softwareentwicklung erleben das seltener als beispielsweise Pflegekräfte.
Dafür kommen in der Softwareentwicklung die Ausprägungen "Konfrontation mit neuen Aufgaben" und "Verfahren verbessern / Neues ausprobieren" häufiger vor. Diese fließen allerdings nicht in die Job-Exposure-Matrix ein.
Der eine wird sagen: 'Die täglichen Herausforderungen sind für mich genau das, was den Job interessant macht.' Für andere macht das den Job aber auch anstrengend.
Anke Siefer, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Der Belastungsindex setzt unterschiedliche Arbeitsbedingungen ins Verhältnis und zeigt daher vor allem, wie ein Berufsfeld im Vergleich zu anderen Jobs abschneidet.
Die Kategorien im Belastungsindex
Für die körperliche Anstrengung spielt unter anderem eine Rolle, ob Beschäftigte häufig im Stehen, in der Hocke oder mit den Armen über dem Kopf arbeiten. Aber auch langes Sitzen und das Heben und Tragen schwerer Lasten erhöhen den Index.
Ein Arbeitsplatz gilt in der Matrix als belastend, wenn Erwerbstätige dort zum Beispiel Rauch, Staub, Kälte, Hitze oder Lärm ausgesetzt sind. Auch Öl, Fett und Dreck bei der Arbeit verschlechtern die Umgebung.
Die Arbeitsintensität beschreibt den psychischen Druck eines Jobs. Zum Beispiel Überforderung, häufiger Termin- oder Leistungsdruck, sehr schnelles Arbeiten und wenn Beschäftigte an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen müssen, erhöhen die Arbeitsintensität eines Berufs.
Die Arbeitszeit gilt als belastend, wenn Beschäftigte häufig am Wochenende, vor 7 Uhr oder nach 19 Uhr arbeiten.
In dieser Kategorie gelten hohe Werte als positiv und kleine als negativ. Der Handlungsspielraum eines Jobs steigt, wenn Beschäftigte ihre Arbeit selbst planen und einteilen können, die Arbeitsmenge beeinflussen und Pausenzeiten frei wählen können.
Belastung durch Arbeitsintensität nimmt zu
Da die Erwerbstätigenbefragung alle sechs Jahre durchgeführt wird, lassen sich Entwicklungen über längere Zeit nachvollziehen. In Bezug auf die Arbeitsintensität zeigt sich ein Trend: Manche Arbeitsbedingungen treten zwar seltener oder über die Jahre konstant häufig auf - Beschäftigte empfinden sie aber zunehmend als belastend. Das geht aus einer konkreten Analyse der BAuA auf Basis der Erwerbstätigenbefragung hervor.
Besonders eindeutig ist diese Entwicklung, wenn Beschäftigte angeben, bei der Arbeit an ihre Grenze der Leistungsfähigkeit zu gehen.
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Auch in der Kategorie "Schnelles Arbeiten" zeigt sich dieser Trend.
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"Deswegen ist es wichtig, aktiv das Stresspotenzial zu senken", heißt es in der Analyse der BAuA. Um der Belastung entgegenzuwirken, sollten Führungskräfte ihren Mitarbeitenden Handlungsspielräume bei Schnelligkeit und Inhalt ihrer Aufgaben einräumen. Wenn ein hohes Stresslevel nicht vermeidbar ist, sei es wichtig, durch Erholungspausen und gesundheitsfördernde Maßnahmen die Anstrengungen auszugleichen.
Redaktion: Kathrin Wolff
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