Fünf Prozent mehr Lohn über zwei Jahre:Bahn und GDL erzielen Einigung bei Tarifverhandlungen
Die Tarifrunde bei der Deutschen Bahn ist ohne Warnstreiks zu Ende gegangen. Der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL haben eine Einigung gefunden.
Bahn und GDL haben sich auf höhere Löhne geeinigt. Damit sind Warnstreiks vom Tisch.
Quelle: Sven Simon; Frank HörmannDie Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben nach tagelangen Tarifverhandlungen eine Einigung erzielt. Wie beide Seiten am Freitagmorgen mitteilten, steigen die Entgelte am 1. August 2026 und am 1. August 2027 um jeweils 2,5 Prozent. Die Beschäftigten bekommen im April zudem eine Einmalzahlung von 700 Euro, für Auszubildende und Dual Studierende sind es 350 Euro.
Die GDL konnte zudem ihre Forderung nach einer zusätzlichen Entgeltstufe für Beschäftigte mit besonders langer Berufserfahrung durchsetzen.
Tarifvertrag hat Laufzeit von zwei Jahren
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet Ende 2027 - zeitgleich mit dem Tarifvertrag zwischen der Bahn und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte:
Wir haben gerade zum Schluss intensiv gerungen, aber es ist immer konstruktiv und sachlich geblieben.
Martin Seiler, Bahn-Personalvorstand
GDL-Chef Mario Reiß sagte, mit dem Abschluss seien Eisenbahnberufe attraktiver geworden. Er verwies unter anderem auf die Einführung einer neuen achten Entgeltstufe für Beschäftigte mit mindestens 35 Jahren Berufserfahrung. Sie gebe einen Anreiz für eine längere Berufstätigkeit.
Friedenspflicht für Lokführer bis Ende März 2028
Durch den neuen Tarifvertrag wird es dieses und nächstes Jahr keine Warnstreiks bei der Deutschen Bahn geben. Anfang 2028 muss der bundeseigene Konzern dafür dann mit beiden Gewerkschaften gleichzeitig neue Tarifverträge aushandeln. Mit der GDL wurde vereinbart, dass im ersten Quartal 2028 noch die Friedenspflicht gilt, die Lokführergewerkschaft kann also frühestens im April 2028 wieder zu Arbeitskämpfen bei der Deutschen Bahn aufrufen.
Die Deutsche Bahn hat bei einem Sicherheitsgipfel darüber beraten, wie das Bahnpersonal besser geschützt werden kann. Die Zahl der Angriffe ist in den letzten zehn Jahren erheblich gestiegen.
13.02.2026 | 1:53 minEs ist die erste Tarifrunde zwischen der Bahn und der GDL seit dem Jahr 2018, die ohne Arbeitskämpfe endet. Damals wurden die Verhandlungen noch vom streitbaren GDL-Chef Claus Weselsky geführt. Die nun beendete Tarifrunde war die erste unter dem neuen GDL-Bundesvorsitzenden Mario Reiß.
Fortschritt beim Streitthema Tarifeinheitsgesetz
Beim Streitthema Tarifeinheitsgesetz sind Bahn und GDL sehr aufeinander zugegangen. Das Gesetz sieht vor, dass in einem Betrieb nur die Tarifverträge derjenigen Arbeitnehmervertretung gelten, die dort die Mehrheit der Mitglieder hat. In den meisten Bahn-Betrieben ist die größere Arbeitnehmervertretung die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).
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14.02.2026 | 1:53 minArbeitgeber und Gewerkschaften können aber auch Ausnahmen vereinbaren - das haben Bahn und GDL nun getan. Ab Januar 2027 kann die von der GDL ausgehandelte Entgelttabelle auch für GDL-Mitglieder in Minderheitsbetrieben angewendet werden, ab Januar 2028 gilt das auch für Zulagen und Regelungen zum Arbeitszeitvolumen. Die Vereinbarung bezieht sich auf die drei Unternehmen DB Regio, DB Cargo und DB Fernverkehr und hat eine Laufzeit bis Ende 2030.
Darüber hinaus wurde vereinbart, dass künftig mit einem notariellen Zählverfahren festgestellt wird, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb die Mehrheit hat. Vor allem über diese Frage gab es zuletzt immer wieder Streit und auch zahlreiche Gerichtsverfahren. Von den rund 300 Betrieben bei der Bahn werden derzeit weniger als 20 als GDL-Mehrheitsbetriebe gewertet.
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