Olympia-Generalprobe:Skispringer Wellinger: In Willingen raus aus der Krise?
von Lars Becker
Doppel-Olympiasieger Andreas Wellinger steckt in einer tiefen Krise. Schafft er beim emotionalen Skisprung-Weltcup in Willingen kurz vor Olympia den Weg heraus?
Der deutsche Skispringer Andreas Wellinger spricht am Rande der Olympia-Einkleidung über seine dritten Winterspiele - und auf was er sich in Predazzo ganz besonders freut.
30.01.2026 | 1:43 minAussortiert und nur noch Vorspringer bei der Skiflug-Heim-WM in Oberstdorf - das vergangene Wochenende war der Tiefpunkt für Skisprung-Star Andreas Wellinger in einem ohnehin verkorksten Winter. Ein Grund zum Aufgeben ist das für den Doppel-Olympiasieger nicht - schließlich beginnt in einer Woche der Saison-Höhepunkt mit den Winterspielen in Italien (6. bis 22. Februar).
Die Generalprobe dafür steigt von Freitag bis Sonntag in Willingen (live im ZDF und im Livestream) - einem echten Wohlfühlort für den 30 Jahre alten Flieger.
Wellinger: Schon zwei Siege in Willingen
"Die Begeisterung dort ist immer riesengroß. Ich freue mich sowohl auf die Schanze als auch auf die Kulisse", sagt Wellinger und denkt zurück: "Ich durfte in Willingen schon zweimal ganz oben stehen." 2017 und 2024 war das.
Die künftigen deutschen Olympioniken haben ihre Ausgehklamotten für die Winterspiele erhalten. Der Poncho dürfte dabei zum Hingucker werden.
20.01.2026 | 1:15 minAuch im vergangenen Winter fand der zweimalige Weltmeister beim emotionalen Weltcup im Hochsauerland zurück in die Spur und wurde wenig später bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim Vizeweltmeister. Glückt ihm auf der größten Großschanze der Welt diesmal wieder der Sprung aus der Krise?
Wellinger will in Schwung kommen
"Die Aufgabe für mich ist, besser in Schwung zu kommen, dass ich vorn mitkämpfen kann. Nur so kann ich für das Team eine Unterstützung sein", sagt Wellinger im Vorfeld der Olympischen Spiele im ZDF-Interview.
Genau wie im Fall von Willingen gibt ihm der Blick zurück in seine erfolgreiche Karriere Selbstbewusstsein: Immer, wenn Andreas Wellinger bei Winterspielen am Start war, kehrte er danach mit einer Goldmedaille heim. 2014 in Sotschi war das genauso wie 2018 in Pyeongchang - Olympia 2022 in Peking verpasste Wellinger wegen einer Corona-Infektion.
Grandiose Olympia-Momente
"Mit 18 in Sotschi dabei zu sein und dann mit dem Team die Goldene zu gewinnen, war sehr überraschend. So früh in meiner Karriere war das nicht zu erwarten", erinnert sich Wellinger:
Domen Prevc ist in Oberstdorf Skiflug-Weltmeister geworden. Der Slowene gewann mit deutlichem Abstand vor Marius Lindvik und Ren Nikaido.
24.01.2026 | 0:15 min"Vier Jahre später in Pyeongchang war ich schon ein bisschen reifer. Mit einer guten Vorbereitung und einer guten Form wusste ich: Wenn ich das in die Spiele und in die Wettkämpfe übersetzen kann, dann werde ich um Medaillen kämpfen können."
Das ist mir dann in Südkorea auch mehr als gut gelungen. Mit Gold und insgesamt drei Medaillen heimzufahren, war schon extrem besonders.
Andreas Wellinger, Skispringer
Wellinger: "Gehöre nicht zu den Top-Favoriten"
Natürlich weiß Andreas Wellinger, der in diesem Winter bislang nur als Siebter im finnischen Ruka mit viel Windglück in die erweiterte Weltspitze springen konnte, dass seine Ausgangsposition vor den Winterspielen diesmal eine ganz andere ist. "Fakt ist, dass ich definitiv nicht zu den Top-Favoriten gehöre. Aber mein Ziel ist ganz klar, nicht als Ersatzmann oder Olympiatourist dabei zu sein", so Wellinger.
Geiger schafft in Sapporo mit Platz 14 die halbe Olympia-Norm: wohl zu spät, um sich zu qualifizieren. Es siegte Dominator Domen Prevc. Die Zusammenfassung mit Stefan Bier.
18.01.2026 | 8:51 minEr will sich in eine so gute Form bringen, damit er sich im Duell mit den bislang klar leistungsstärkeren Teamkollegen Philipp Raimund und Felix Hoffmann für die jeweils zwei Plätze im Männer-Teamwettbewerb und im Mixed anbietet.
Vorfreude auf die olympischen Winterspiele
Die Olympia-Schanzen in Predazzo liegen ihm - und dass die Wettbewerbe dort auf der kleinen Normalschanze beginnen, spielt dem absprungstarken Wellinger ebenfalls in die Karten. "Ich freue mich, weil Olympische Spiele einfach etwas Besonderes sind. Wir dürfen diesmal mit dem Auto hinfahren, wir müssen diesmal nicht fliegen", sagt Wellinger im ZDF.
Er ist trotz seiner komplizierten Situation voll positiver Emotionen: "Olympische Spiele wieder in einem Land, wo die Wintersport-Tradition vorhanden ist, wo die Sportstätten da sind. Die Begeisterung der Fans wird riesig sein. Wir werden schöne Wettkämpfe haben und hoffentlich möglichst viele lächelnde deutsche Gesichter."
Ob das von Andreas Wellinger bei Olympia und an diesem Wochenende in Willingen dazugehört?
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