Saisonbilanz der Skispringer:Was unter Horngachers Nachfolger besser werden muss
von Stephan Klemm
Der scheidende Bundestrainer blickt auf eine durchwachsene Saison mit dem Ausreißer von Raimunds Olympiasieg zurück. Sein Nachfolger muss einen Generationswechsel einleiten.
Auf den Nachfolger von Bundestrainer Horngacher wartet eine schwere Aufgabe. (Archivbild)
Quelle: ImagoWahrscheinlich war es ein Versehen, aber am Sonntagmittag plauderte Skispringer Pius Paschke aus, dass er den Namen des neuen Bundestrainers schon kenne. Er sei dem Team bereits am Samstag mitgeteilt worden.
Laut Skispringer Pius Paschke weiß das deutsche Team, wer neuer Bundestrainer der Männer wird. "Ich freue mich, dass wir mit dem neuen Trainer ein paar andere Sachen anstoßen."
29.03.2026 | 0:45 minWer seinen bisherigen Chefcoach Stefan Horngacher (56) ablösen wird, der nach sieben Jahren im Amt aufhört, wird allerdings noch nicht der Öffentlichkeit verraten, damit ist erst nach der Cheftrainer-Klausurtagung des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) Mitte April zu rechnen.
Der neue Bundestrainer dürfte aus dem Kreis von Horngachers bisherigen Co-Trainern befördert werden. Die Namen Thomas Thurnbichler und Andreas Mitter, auch sie sind wie Horngacher Österreicher, werden dabei immer wieder genannt.
Prevc für deutsche Springer unerreichbar
Am Sonntag jedenfalls winkte Horngacher mit breiter Sonnenbrille letztmals seine Springer vom Trainerturm ab. Das Saisonfinale fand traditionell auf der Skiflugschanze von Planica in den Julischen Alpen Sloweniens statt.
Karl Geiger ist beim Saisonabschluss der Skispringer der beste Deutsche. In der kommenden Saison haben er und seine Kollegen einen neuen Bundestrainer.
29.03.2026 | 0:55 minDas Ergebnis - Platz acht für den besten Deutschen Karl Geiger - war genauso durchschnittlich wie die gesamte Saison für Horngachers A-Team. Der souveräne Weltcup-Gesamtsieger Domen Prevc aus Slowenien war in diesem Winter unerreichbar für die deutschen Skispringer.
Raimunds positiver Ausreißer
Im Gesamtklassement war nach 29 Wettkämpfen Philipp Raimund als Siebter der beste der deutschen Athleten. Raimund, 25 Jahre alt, war die große Entdeckung des Winters aus deutscher Sicht. Einen Weltcup-Sieg hat er feiern dürfen, er gelang im finnischen Lahti Anfang März.
Erste Winterspiele, erstes Gold: Philipp Raimund krönt sich in Predazzo zum Olympiasieger von der Normalschanze und feiert den größten Erfolg seiner Karriere.
09.02.2026 | 8:07 minEs war Raimunds erster Erfolg in dieser Wettkampfserie. Hinzu kommt allerdings auch sein spektakulärer Olympiasieg von der Kleinschanze von Predazzo im Februar, eine Großtat, die aber über die von November bis März andauernde Saison ein positiver Ausreißer für die DSV-Athleten war.
Schmale Spitzen, nicht vorhandene Breite
Was bei ihnen als Fazit dieser Saison allerdings zu denken gibt, ist die schmale Spitze und die nicht vorhandene Breite. Hinter Raimund schaffte es Felix Hoffmann, auch er ist eine Entdeckung des Winters, auf Rang neun im Weltcup-Klassement.
Beim Weltcupfinale in Slowenien steht ein Name besonders im Fokus: Prevc. Domen Prevc ist der Überflieger bei den Männern, bei den Frauen fliegt Schwester Nika Prevc allen davon.
28.03.2026 | 2:18 minDoch er fiel nach den Olympischen Spielen in ein tiefes Formtal. Damit hatten bis zum Ringe-Event in Predazzo auch die einstigen Siegspringer Andreas Wellinger und Karl Geiger zu kämpfen, ehe sie doch noch den Anschluss an die Top Ten herstellen konnten.
Altersstruktur problematisch
Hinzu kommt die Altersstruktur des deutschen A-Teams. Wellinger ist 30 Jahre alt, Geiger 33 und Pius Paschke, der Doyen der Mannschaft, ist bereits 35. Sie alle wollen ihre Karrieren fortsetzen, und sie alle sind weiterhin gesetzt. Horngachers Nachfolger steht vor der Aufgabe, den verpassten Generationswechsel einzuleiten.
Skispringerin Nika Prevc hat ihren eigenen Weltrekord pulverisiert. Die Slowenin flog auf der Schanze in Planica im Training auf 242,5 Meter. Ihr bisheriger Rekord lag bei 236m.
28.03.2026 | 2:07 minHinter den etablierten Springern folgen Raimund und Hoffmann, der auch bereits 28 Jahre alt ist. Die Konkurrenz aus dem B-Team erwies sich in diesem Winter als zu schwach, um Druck nach oben ausüben zu können.
Lücke zwischen A- und B-Team sehr groß
In der Phase des großen Leistungstals von Wellinger und Geiger erhielten Ben Bayer (21) und Luca Roth (25) immer wieder Chancen, doch sie hatten große Probleme, sich für den Final-Durchgang der besten 30 Springer zu qualifizieren. Dieser Zustand beschreibt auch die Hauptaufgabe des neuen Bundestrainers. Er muss diese große Lücke schließen, doch das wird nicht leicht.
Denn Werner Schuster, Horngachers Vorgänger und aktuell der Cheftrainer für den skispringenden Nachwuchs, sagte schon während der Vierschanzentournee zum Jahresanfang:
Wir haben in Deutschland generell sowohl ein Quantitäts- als auch ein Qualitätsproblem.
Ex-Bundestrainer Werner Schuster
Horngacher wiederum will zukünftig in der Welt des Skispringens verbleiben - "ich kann auch nichts anderes", sagte er am Sonntag. Wie genau sein Arbeitsfeld künftig aussehen wird, ist noch offen, ein paar Ideen habe er, aber die müssten sich erst noch gedanklich setzen. Seinem Nachfolger wünschte er eine Sache: "Guten Nachwuchs." Er wird ihn brauchen.
Der scheidende Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher zieht Bilanz und spricht über seine Zukunftspläne. Wer ihm nachfolgt, verrät er nicht, aber was er ihm wünscht.
29.03.2026 | 7:31 minSie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.
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