Showdown beim Weltcup-Finale :Aichers lässige Jagd nach Kristall
von Elisabeth Schlammerl
Emma Aicher kann ihre Ski-Saison krönen und als erste Deutsche seit Maria Riesch sowohl den Abfahrts-Weltcup als auch den Gesamtweltcup gewinnen. Der Showdown startet am Samstag.
US-Star Mikaela Shiffrin dominiert den Slalom von Are, Emma Aicher hält aber mit. Die Entscheidung über den Gesamtweltcup fällt erst in der letzten Woche der Saison.
15.03.2026 | 0:43 minIn ihrer noch jungen Ski-Karriere hat Emma Aicher schon ein paar sehr wichtige Tage erlebt. Bei den Olympischen Spielen zuletzt zum Beispiel. Aber nun geht es für die 22-Jährige beim Weltcup-Finale der Alpinen im norwegischen Kvitfjell, das mit der Abfahrt am Samstag (ab 12:30 Uhr ZDF live) startet, nicht um eine Medaille in einem Rennen oder um einen Weltcup-Sieg, sondern um das große Ganze, die Ernte für eine für sie famose Saison.
Neben der Abfahrt stehen bis inklusive Mittwoch beim Weltcup-Finale noch Super-G, Slalom und Riesenslalom auf dem Programm. Innerhalb von fünf Tagen kann Allrounderin Aicher zwei Kristallkugeln gewinnen, eine kleine für die Abfahrts-Beste des Winters und die große, die für den Gesamtweltcup - und damit in die Fußstapfen von Maria Höfl-Riesch treten, die als letzte Deutsche diese beiden Trophäen (2011 Gesamtweltcup, 2014 Abfahrtsweltcup) gewonnen hat. Aicher hat nun sogar die Chance, beide Wertungen in einer Saison zu gewinnen. Aber auch wenn sie leer ausgehen sollte, wäre das verschmerzbar für sie.
Beginn einer großen Karriere
Mit 22 Jahren steht die zweimalige Silbermedaillengewinnern der Winterspiele in Cortina d’Ampezzo ja erst am Anfang ihrer Karriere. "Wie es am Ende ausgeht, ist gar nicht so wichtig", findet sie. "Dass ich hier stehen kann, und sagen kann, dass ich im Kampf dabei bin, das ist schon riesig für mich."
Vor einem Jahr war ich ja noch nirgends im Vergleich.
DSV-Skistar Emma Aicher
Neben den drei Weltcupsiegen in den beiden schnellen Disziplinen schaffte Aicher in dieser Saison im Slalom ihre ersten Podestplätze - und im Riesenslalom einmal den Sprung unter die besten Fünf.
Vorteil für Pirovano und Shiffrin
In die finale Abfahrt der Saison geht Aicher mit einem Rückstand von 28 Punkten auf Laura Pirovano aus Italien, die mit zwei Siegen Anfang März an der Deutschen in der Disziplinenwertung vorbeizog. Im Rennen um die Abfahrtskugel ist auch Kira Weidle-Winkelmann noch im Rennen, die DSV-Speedspezialistin liegt vor der letzten Abfahrt im Ranking 57 Punkte hinter Aicher.
Im Gesamtweltcup beträgt Aichers Rückstand auf Mikaela Shiffrin 140 Punkte. Ein vermeintlich solides Polster für die Rekordfrau aus den USA, die in Kvitjfell wie schon die gesamte Saison nicht in der Abfahrt starten wird. Aber Shiffrin ist sich ihrer Sache nicht ganz sicher. "Wir werden ein aufregendes Finale haben", sagt sie - und schwärmt von der fast neun Jahre jüngeren Konkurrentin aus Deutschland.
Nächstes Top-Ergebnis für Emma Aicher: Beim Slalom von Are ist nur Über-Läuferin Mikaela Shiffrin (USA) schneller. Mit Platz 2 schafft Aicher ihr bisher bestes Slalom-Ergebnis überhaupt.
15.03.2026 | 0:43 minShiffrin lobt Aicher:
Aicher, findet Shiffrin, habe es verdient, so weit vorne zu stehen. "Sie ist die stärkste Allrounderin von allen." Genaugenommen ist Aicher die einzige, die alle Disziplinen bestreitet. "Ich werde kämpfen, aber ich möchte auch den Hut ziehen vor ihrer Saison", verspricht Shiffrin.
Die Erfahrung spricht für die 31-Jährige, die die große Kristallkugel bereits fünf Mal gewonnen hat - und bis auf 2022 dies stets sehr souverän. Vor vier Jahren war es sehr viel knapper als dieses Mal. Da startete die Slowakin Petra Vlhova mit nur 56 Punkten Rückstand auf Shiffrin ins Weltcup-Finale.
Aicher will keine Rechenspielereien
Aber dort zeigte Shiffrin, die damals noch in allen vier Disziplinen am Start war und in der Lage, aufs Siegerpodest zu fahren, noch einmal ihre ganze Klasse. Am Ende lag sie mit 184 Punkten vorne. Von Rechenspielereien und möglichem Taktieren will Aicher nichts hören.
Ich möchte mich auf die Rennen konzentrieren, Spaß haben und werde nicht an Kugeln oder in Was-wäre-wenn-Szenarien denken.
Emma Aicher vor dem Finale im Gesamtweltcup
Das ist nicht einfach so dahingesagt. Denn Aicher hat schon bei den Olympischen Spielen bewiesen, dass sie sich nur damit beschäftigt, was sie selbst beeinflussen kann, nämlich ihre eigene Leistung.
Aicher muss wohl auf einen Ausrutscher der Amerikanerin hoffen. Und darauf, dass ihr selbst keiner passiert an den Tagen des Winters, die in ihren Augen vielleicht nicht die wichtigsten der Saison sind. Aber sehr schöne werden können.
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