Para-Langlauf: Kritik an Russlands Rückkehr in den Weltcup

Auch Belarussen in Finsterau dabei:Para-Langlauf-Weltcup: Kritik an Rückkehr Russlands

von Lars Becker

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Beim Para-Langlauf-Weltcup in Finsterau dürfen Sportler und Sportlerinnen aus Russland und Belarus starten. Die Reaktionen sind eindeutig.

Eine russische Ski-Paralympic Athletin in Aktion

Erstmals seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vor vier Jahren sind wieder russische und belarussische Sportler beim Para-Weltcup der Langläufer dabei. Das sorgt für Unverständnis.

16.01.2026 | 1:34 min

Es sollte ein Fest des Para-Skilanglaufs im Bayerischen Wald werden, doch die Stimmung beim Weltcup in Finsterau ist am Boden. Der Grund: Knapp vier Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine dürfen erstmals wieder 17 Sportlerinnen aus Russland und neun aus Belarus bei einem sportlichen Großereignis für Menschen mit Behinderung in Deutschland antreten.

Den Weg dafür freigemacht hatte ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS. Zuvor hatte die Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) im September überraschend die Suspendierung beider Länder aufgehoben.

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Flaggen werden bei Para-Langlauf-Weltcup nicht gezeigt

Eine unheilvolle Mischung zwischen CAS und IPC hat für diese schlimme Situation gesorgt. Die ukrainischen Athleten laufen hier rum wie geprügelte Hunde.

Ralf Rombach, Bundestrainer

Damit die Ukrainer nicht gleich abreisen, werden die Flaggen der teilnehmenden Nationen nach einer Entscheidung der Organisatoren nicht gezeigt. Ein Gesetz in der Heimat verbietet nämlich ukrainischen Sportlern die Teilnahme an Events, wenn gleichzeitig Russen unter ihrer Landesflagge antreten.

Trotzdem ist die Situation in Finsterau eine Farce, schließlich laufen die russischen und belarussischen Sportler in ihren offiziellen Rennanzügen mit Emblem.

Entscheidung des IPC ruft Verwunderung hervor

"Ich finde es nicht richtig, dass sie starten dürfen. Der Krieg läuft weiter, es hat sich nichts geändert", meint die Paralympics-Siegerin Anja Wicker.

Es ist menschlich und sportlich falsch und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sich das für die Ukrainer anfühlt.

Anja Wicker, Paralympics-Siegerin

Die Kontakte zu den Athleten aus Russland und Belarus, von denen man viele von der Zeit vor dem Krieg noch kennt, werden in Finsterau auf ein Mindestmaß reduziert. "Man sagt 'Hallo', Smalltalk gibt es eher nicht", berichtet Rombach.

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Der Bundestrainer wundert sich ein wenig, warum die Sportler aus den beiden bisher verbannten Nationen überhaupt pünktlich Visa für die Einreise in Deutschland bekommen haben: "In anderen Ländern hätte sich das Auswärtige Amt vielleicht Zeit gelassen. Polen zum Beispiel - so hört man - will die Russen und Belarussen nicht zum nächsten Weltcup einreisen lassen."

Zweifel an Doping-Kontrollen

Die offene Ablehnung gegen die Rückkehr der beiden Nationen aus dem Osten besteht nicht nur wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, sondern auch wegen des Themas Doping. "Der Welt-Skiverband FIS hat versichert, dass die Dopingkontrollen seriös stattgefunden haben, aber wie, ist für uns fraglich", sagt Bundestrainer Rombach.

Alle in der Szene sind maximal empfindlich, weil in der Vergangenheit in Russland alle Register in Sachen Doping gezogen wurden.

Ralf Rombach, Bundestrainer

Bei den Auftaktrennen in Finsterau bewahrheiteten sich die Befürchtungen über eine sportliche Überlegenheit durch Doping zwar erstmal nicht, aber die mäßigen Leistungen der unerwünschten Teilnehmer mögen auch mit der in Kriegszeiten schwierigen Anreise über Dubai zu tun gehabt haben.

Russen und Belarussen hoffen noch auf Paralympics

Mit der Teilnahme an den Weltcups in den Wintersportarten - auch bei den Alpin-Wettbewerben im österreichischen Saalbach sind an diesem Wochenende drei Russen am Start - soll noch die Teilnahme an den Paralympics vom 6. bis 15. März in Mailand und Cortina gesichert werden. Die meisten Startplätze sind nach den Qualifikations-Wettbewerben in den sechs Sportarten (Para-Langlauf, -Biathlon, -Alpin, -Snowboard, -Eishockey und -Curling) bereits vergeben, aber Russen und Belarussen können sich noch um Wildcards bewerben.

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Falls sie einige der Startplätze für das Großevent bekommen, dürften sie bei den Paralympics sogar unter ihrer Landesflagge antreten. Bei den Olympischen Winterspielen ist das anders: Dort sind nur sogenannte individuelle, neutrale Athleten erlaubt.

Wird bei Paralympics die russische Hymne gespielt?

Hintergrund für die unterschiedliche Vorgehensweise ist der umstrittene Entscheid des IPC, die Suspendierung der beiden Nationen aufzuheben.

Wenn bei den Paralympics ein Russe oder Belarusse gewinnen würde, würde normal die Hymne gespielt und die Flagge gezeigt.

Ralf Rombach, Bundestrainer

"Dieser Fall darf nicht eintreten, deshalb müssen wir alle noch besser werden", so Rombach weiter. Die Stimmung in der Para-Szene ist klar: Der Frust über die Rückkehr der Russen und Belarussen hat auch für eine neue (sportliche) Entschlossenheit gesorgt.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 16.01.2026 um 13:33 Uhr in dem Beitrag "Ärger um russische und belarussische Athleten im Para-Langlauf".

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