"Nach zwei Jahren war ich dahin":Wieso Jürgen Klinsmann nach der WM 2006 aufhörte
Jürgen Klinsmann führte die DFB-Elf 2006 zu einer erfolgreichen Fußball-WM. Dann hörte er als Bundestrainer auf. Wieso tat er das eigentlich?
Hörte überraschend nach der WM 2006 auf: Der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann. (Archiv)
Quelle: dpa | schrader, matthiasDass die WM 2006 überhaupt zum "Sommermärchen" wurde, lag zu einem nicht unwesentlichen Teil am damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Der Weltmeister von 1990 krempelte den am Boden liegenden deutschen Fußball vor dem Turnier um, richtete ihn wieder auf und führte das DFB-Team am Ende auf den dritten Platz der Weltmeisterschaft im eigenen Land.
Ab 20. Mai streamen: Vor der WM 2006 steht der deutsche Fußball am Abgrund. Klinsmanns Revolution wankt – bis sein junges Team das Land elektrisiert: Die unerzählte Vorgeschichte und Emotionen hautnah.
14.04.2026 | 1:30 minWieso machte Klinsmann nicht weiter?
Verständlich, dass viele Menschen in Deutschland wollten, dass er weiter machte. Doch er entschied sich anders. "Physisch war ich am Limit", berichtete Klinsmann in der ZDF-Dokumentation "Mission Sommermärchen" über die Zeit als Bundestrainer. Warum eigentlich?
"Also zum einen war es wichtig, dass ich praktisch über die zwei Jahre hin und her geflogen bin", so der heute 61-Jährige. In der Tat pendelte er während seiner aktiven Zeit als Bundestrainer immer wieder zwischen seinem Wohnort in den USA und Deutschland. Eine Tatsache, die vor allem am Anfang regelmäßig kritisiert wurde.
Physisch gesehen war es natürlich nicht gut, neun Stunden Zeitunterschied und das innerhalb von zwei Wochen immer wieder.
Jürgen Klinsmann, ehemaliger Fußball-Bundestrainer Deutschlands
Klinsmanns Kräfteverschleiß zwischen USA und DFB
Für den Traum vom "Sommermärchen" nahm er diese Anstrengungen auf sich, doch: "Nach zwei Jahren war ich da dahin." Vor allem der Zeitunterschied zwischen Deutschland und den USA machte dem Ex-Bayern-Spieler zu schaffen. "Wie viele Gyms in den Hotels haben mir den Schlüssel gegeben, damit ich nachts um zwei trainieren konnte - weil ich einfach nicht schlafen konnte", so Klinsmann.
Deshalb sei die Entscheidung gereift, aufzuhören. "Mein Kopf war so voll. was ist jetzt das Richtige, was ist das Falsche?", berichtete der Ex-Bayern-Profi in der ZDF-Doku weiter. Denn trotz der guten Gründe aufzuhören, sei ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen.
Der Anfang vom Weltmeister-Team 2014
Über das Vermächtnis Klinsmanns sprechen viele nur in höchsten Tönen. "Für mich war das der Startpunkt einer jungen Generation, die am Ende des Tages golden war", erzählte Per Mertesacker - einer der jungen Spieler, die 2014 mit Deutschland in Brasilien den WM-Pokal gewannen. "Die Anfänge wurden da gelegt und der Kern, der damals dort gespielt hat, wurde auch 2014 dann Weltmeister."
Als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft unterstützte Jogi Löw (l.) Jürgen Klinsmann bei der WM 2006.
Quelle: apDer Trainer? Joachim Löw, der gemeinsam mit Klinsmann die Reformen im DFB angestoßen hatte. Wie sie das gemacht haben und welche Widerstände es gab, das können Sie in der ZDF-Dokumentation "Mission Sommermärchen" sehen.
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