WM 2006: Wie Angela Merkel Bundestrainer Jürgen Klinsmann half

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Vor der WM 2006 :Wie Angela Merkel Bundestrainer Jürgen Klinsmann half

von Sebastian Ungermanns

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Vor der WM 2006 stand Bundestrainer Jürgen Klinsmann heftig in der Kritik. Wie ausgerechnet Angela Merkel ihm half, erzählt er in der ZDF-Doku "Mission Sommermärchen".

Jürgen Klinsmann und Angela Merkel (Archivfoto)

Auch im Umgang mit den Medien ein Profi: Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Quelle: AP

Der Fußball und die Medien - was seit Jahrzehnten zusammengehört und sich ein Stück weit auch gegenseitig braucht, ist nicht immer eine Liebesbeziehung. Auch Jürgen Klinsmann dürfte über die ein oder andere Schlagzeile gehörig geflucht haben. Als der Weltmeister von 1990 das DFB-Team 2004 übernahm, fiel er durch damals neuartige Trainingsmethoden auf.

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Mission Sommermärchen

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Vor allem bei der "Bild"-Zeitung stieß dieser Kurs auf Widerstand. Das Blatt, traditionell eng mit früheren Verantwortlichen verbunden, übte früh und laut Kritik.

"Der Jürgen war am häufigsten im Fokus. Wenn man drei Monate vor einer WM so (negativ) dargestellt wird, das macht ja schon was mit einem", erinnert sich sein damaliger Co-Trainer Joachim Löw, der 2014 als Cheftrainer mit der deutschen Mannschaft Weltmeister wurde.

Klinsmann sucht Rat bei Angela Merkel

"Die Bild stellte seine Methoden, seine Personalentscheidungen immer wieder in Frage, befeuerte natürlich so auch in der Öffentlichkeit die Kritik an Klinsmann", erzählt der Journalist und Buchautor Tim Frohwein. "Die hat dann ihren üblichen Kampagnenjournalismus gemacht und hat sich dann gegen Klinsmann positioniert", ergänzt Ulrike von der Groeben, ehemalige Moderatorin bei RTL und Botschafterin der WM 2006.

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Mission Sommermärchen
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An der Fußballkoryphäe ging das alles nicht spurlos vorbei. Schon nach dem letzten Test gegen die USA teilte er ordentlich gegen einige Medienhäuser aus - und suchte sich dann Rat bei der mächtigsten Frau Deutschlands.

Gemeinsam mit Löw traf er sich mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt. "Wir haben dann auch mal gefragt, was würde denn sie machen in so einer Situation. Wie geht sie mit den Medien um", so Löw.

Merkel organisiert Treffen mit Springer-Verlag

"Dann hat sie auch gefragt: Wo sind eure Problemfelder", erzählt Klinsmann weiter. Sie habe die Probleme des Trainer-Duos sofort verstanden und angeboten, die Verantwortlichen des Springer-Verlags, Klinsmann und Löw zu einem Gespräch zusammenzubringen. "Dann hat sie arrangiert, dass es ein Gespräch gab mit der Führungsgruppe."

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Was folgte, wirkt rückblickend fast filmreif: In der Toskana präsentierten Klinsmann und Löw den Chefredakteuren ihr Konzept für die WM 2006. Ein ungewöhnlicher Austausch - aber ein entscheidender.

Großer Einsatz des Bundestrainers

Die Wirkung: spürbar. Die Tonlage veränderte sich, das Team bekam Rückenwind. Der Einsatz, den der damalige Bundestrainer brachte, war aber hoch: "Es gab, durch die Kanzlerin angeleitet, ein Verständnis miteinander: Okay, lass uns das gemeinsam angehen - und wenn es nicht gut gehen sollte, erwarten wir von dir, dass du von der Bühne gehst."

Bekanntlich kam es anders. Die Heim-WM 2006 wurde zum "Sommermärchen" - und zu einem Wendepunkt für das Team.

Die ganze Geschichte kann man ab dem 20.05.2026 in der Doku "Mission Sommermärchen" im ZDF streamen.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtet das ZDF in seiner Doku "Mission Sommermärchen" am 20.05.2026 ab 10 Uhr.

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