"Will keine Schlagzeilen liefern":Darum sagt Bundestrainer Klopp Rede für Trainerkongress ab
Beim Trainerkongress in Mainz zieht Klopp als geplanter Redner zurück. Er wolle nicht vor seinem ersten Einsatz als Bundestrainer Schlagzeilen liefern. Dafür spricht Rudi Völler.
Klopp zog für seine Eröffnungsrede beim Internationalen Trainerkongress zurück.
Quelle: AP Photo/Abbie ParrSein Kommen war lange ausgemacht, doch als frischgebackener Bundestrainer wollte sich Jürgen Klopp dann doch nicht auf dem Internationalen Trainer-Kongress an seiner alten Wirkungsstätte Mainz präsentieren. "Ich möchte nicht gleich zu Beginn nochmal Schlagzeilen liefern, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben. Deshalb dachte ich, es macht Sinn, dass ich nicht darüber spreche, worüber ich sprechen wollte", sagte Klopp in einer Videobotschaft.
Der 59-Jährige sollte ursprünglich den Eröffnungsvortrag halten. "Das Thema wäre gewesen: Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr", berichtete Klopp. "Da hätte ich erzählt aus meiner Karriere, wie ich es geschafft habe - ohne ganz genau zu wissen, wie es funktioniert hat - so lange bei den jeweiligen Vereinen gewesen zu sein", sagte der Bundestrainer und fügte hinzu: "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte darüber erzählt, dann könnte mir das durchaus in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen."
Weil jetzt bin ich Trainer geworden. Das war schon schwer genug. Aber jetzt muss ich auch zeigen, dass ich es auch bleiben kann. Darauf möchte ich mich konzentrieren.
Bundestrainer Jürgen Klopp
Für Jürgen Klopp beginnt eine intensive Sichtungsphase. Der neue Bundestrainer weiß, dass er wenig Zeit auf dem Trainingsplatz verbringen wird.
25.07.2026 | 2:47 minKlopp wurde von DFB-Sportdirektor Rudi Völler vertreten. Zum neuen Bundestrainer Klopp sagte Völler, dieser sei "ein unglaublich erfahrener Trainer".
Aber auch er merkt schon, welche Wucht dieses Amt hat.
Völler über Klopp
Will mit dem neuen Bundestrainer Klopp das DFB-Team zurück zum Erfolg führen.
Quelle: dpaDiese Erfahrung habe er selbst auch gemacht, "ich war es ja auch vier Jahre mal: Es ist halt nicht wie bei einer Vereinsmannschaft", sagte Völler: "Nationaltrainer zu sein bei einem großen Verband - und das ist Deutschland ja immer noch -, das ist ein Riesenpfund. Und er wird auch merken: Egal, welche Entscheidung man trifft - bei der Nominierung, der Aufstellung, taktisch -, da sind 80 Millionen, die das mitdiskutieren. Und man kann es nicht allen recht machen."
In einer bemerkenswerten PK hat sich Jürgen Klopp als Bundestrainer vorgestellt. Nils Kaben findet: "Da kam einer, der genau wusste, dass er der Einzige ist, der im Moment in Frage kommt."
25.07.2026 | 4:42 minAngesprochen auf die künftige Rolle von Kapitän Joshua Kimmich glaubt Völler, dieser bleibe eine tragende Säule der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unter Klopp. "Ich gehe mal davon aus", sagte der DFB-Sportdirektor auf eine entsprechende Frage: "Jo Kimmich hat es in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger ist, ein toller Kapitän. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine große Veränderung geben wird."
Die Entscheidung liege natürlich bei Klopp, sagte Völler, aber: "Wir haben ja alle verfolgt, was er gesagt hat. Da hat man ja eigentlich keinen anderen Eindruck bekommen."
Der neue Bundestrainer soll nicht weniger als den deutschen Fußball retten. Mit Jürgen Klopp bestehe aber Hoffnung, findet Sven Voss. Auch, dass die Bindung zu den Fans wieder enger werde.
24.07.2026 | 4:00 minVöller freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klopp. "Es ist super, dass er es geworden ist. Es ist seine ganz große Stärke, neben seinem Fußball-Sachverstand, Menschen mitreißen zu können." Diese Fähigkeit habe Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann zuletzt gefehlt. "Er hatte keine Lobby mehr. Jede seiner Entscheidungen wurde ihm negativ ausgelegt", sagte Völler.
Er selbst stand nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM dicht vor einem Rücktritt als DFB-Sportdirektor, sagte Völler.
Was für ein Drama zum Auftakt der K.o.-Runde: Die deutsche Elf tut sich gegen den krassen Außenseiter Paraguay unglaublich schwer. Nach 120 Minuten muss die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen.
30.06.2026 | 15:40 minNach Gesprächen mit der Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes und dem neuen Bundestrainer Klopp habe er sich aber entschieden, seinen Vertrag bis zur EM 2028 zu erfüllen.
Jürgen hat eine enorme Vita. Wenn er sagt, du musst dabeibleiben, freut mich das natürlich. Ich werde ihn auf meine Art unterstützen.
Rudi Völler
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