Fußball: Debatte über Playoffs in der Frauen-Bundesliga

Reform-Debatte nimmt Fahrt auf:Playoffs in der Frauen-Bundesliga?

von Frank Hellmann

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Der FC Bayern beherrscht die Fußball-Bundesliga der Frauen seit Jahren. Nun wird über die Einführung von Playoff-Spielen diskutiert - was für Diskussionen sorgt.

Fußball: Super der Frauen zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg.

Der FC Bayern um Klara Bühl (r.) beherrscht die Bundesliga der Frauen. Könnten Playoffs mehr Spannung bringen?

Quelle: Eibner

Als sich der FC Bayern im Supercup gegen den VfL Wolfsburg (3:0) am vergangenen Wochenende gleich den nächsten Titel im deutschen Frauenfußball sicherte, hat das Ergebnis am Ende niemanden mehr überrascht,. Wenn nun die neue Bundesliga-Saison mit dem Eröffnungsspiel bei Union Berlin am Freitag startet (ab 18 Uhr live im ZDF) gibt es nur einen Favoriten: eben die Münchnerinnen, die viermal in Folge den Meistertitel und zweimal das Double gewannen. Die Vormachtstellung wirkt inzwischen so erdrückend, dass über die Einführung von Playoffs nachgedacht wird.

Klara Bühl im Supercup Spiel der Bayern

Die Frauen des FC Bayern starten standesgemäß in die neue Saison. Mit einem 3:0 gegen den VfL Wolfsburg gewinnen sie den DFL-Supercup - zum dritten Mal in Serie.

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Playoffs als Mittel gegen die Langeweile?

Diese Gedankenspiele aus der Frauen-Bundesliga FBL e.V. sind kürzlich bekannt geworden. Demnach könnte es ab der Saison 2027/28 ein Halbfinale der vier bestens Teams und ein Endspiel geben. Bei der nächsten Mitgliederversammlung am 30. November könnte über diese Pläne abgestimmt werden, die auch bei der Vergabe der Medienrechte eine wichtige Rolle spielen. Doch würde unter wirtschaftlichen Zwängen der sportliche Wert der Liga geopfert?

Bei den beiden Topklubs stoßen die Pläne auf reichlich Widerstand - und waren auch Gesprächsthema unter den Vereinsbossen beim Supercup in Ingolstadt.

Der Versuch, die Attraktivität der Liga allein durch K.o.-Spiele am Saisonende zu steigern, greift aus unserer Sicht zu kurz.

Sportdirektorin Bianca Rech vom FC Bayern

Von einem kontraproduktiven Eingriff in den Wettbewerb sprach Wolfsburgs Sportboss Dieter Hecking. Wenn nicht die beste Mannschaft einer Saison Meister werde, "kann das nicht im Sinne des Sports sein".

Große Pläne in Berlin

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Skepsis nicht nur bei Kromp

Friederike Kromp als Trainerin von Werder Bremen kennt Playoffs noch aus ihrer Zeit in der Schweiz, wo es mehr oder weniger zweitrangig gewesen sei, wie man in der Saison abschneidet. "Aktuell muss man sagen, gibt es ja keinen Meisterschaftskampf mehr. Das macht irgendwie der FC Bayern mit sich selber aus. Deswegen kann ich die Überlegungen nachvollziehen", sagt die ZDF-Expertin. "Letztlich muss es wirklich einen Mehrwert geben."

Man darf es nicht nur aus Marketingüberlegungen machen, sondern muss es wirklich auch sportlich zu Ende denken.

Werder-Trainerin Friederike Kromp

Skeptisch ist mit Siegfried Dietrich auch der ehemalige Generalbevollmächtige der Eintracht Frankfurt Fußball AG und ehemalige Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen: Natürlich sei es richtig, unterschiedliche Modelle zu prüfen. "Und Playoffs können kurzfristig zusätzliche Aufmerksamkeit und Vermarktungsimpulse erzeugen", sagt Dietrich.

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Dietrich: Beständigkeit muss belohnt werden

"Wir waren uns in der Vergangenheit jedoch über alle Tabellenregionen hinweg weitgehend einig, dass die Champions League und der DFB-Pokal bereits attraktive K.-o.-Wettbewerbe bieten", so Dietrich. Die Meisterschaft wiederum solle "bewusst die sportliche Leistung und Beständigkeit einer gesamten Saison abbilden".

Vereine würden schließlich langfristig in professionelle Strukturen, Kaderqualität und internationale Wettbewerbsfähigkeit investieren. "Wenn eine über Monate erarbeitete Leistung und die damit verbundene internationale Qualifikation am Ende maßgeblich von der Tagesform in wenigen Playoff-Spielen abhängt, könnte das Gesamtkonzept eines Vereins erheblich beeinträchtigt werden", warnt der 69-Jährige.

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Stärkstes Team soll Meister werden

Zugleich sollte die über eine gesamte Saison stärkste Mannschaft Deutschland international vertreten. Denn sie bringt die besten Voraussetzungen mit, wichtige Koeffizientenpunkte zu sammeln, betont Dietrich. der den Frauenfußball in Deutschland einst auf eine neue Stufe hievte und im Sommer 2020 noch die Fusion der Frankfurter Klubs 1. FFC und Eintracht verantwortete..

Der frühere Manager und Investor des 1. FFC Frankfurt mahnt: "Die sportliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Liga ist zwar unverzichtbar, sollte jedoch vor allem durch eine nachhaltigere Vermarktung, größere mediale Reichweite und eine stärkere Inszenierung erreicht werden - nicht durch eine Relativierung der über eine gesamte Saison erbrachten sportlichen Leistungen."



Über das Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "Bayern-Frauen schaffen Supercup-Hattrick" am 15.08.2026 um 21:52.

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