Mecker-Gelb und Eigentor-Flut:Fünf Flops der EM-Gruppenphase
von Tobias Bluhm
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Sicherheitsbedenken, gelbe Karten wegen Meckerns und ein wackelnder Eigentor-Rekord: Bei der Fußball-EM 2024 läuft noch längst nicht alles glatt. Die "Flop 5" der EM-Vorrunde.
Türkeis Torwart Altay Bayindir und Zeki Celik nach dem Eigentor gegen Portugal.
Quelle: ap / Michael ProbstKaum zwei Wochen läuft die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, da füllt sich die Liste der Turnier-Flops.
Schon an den ersten EM-Tagen füllten Geschichten von mangelnden Sicherheitskontrollen in Stadien die Schlagzeilen. Und auch auf dem Feld lief in der Vorrunde noch nicht alles nach Plan. Ursächlich dafür sind zum Teil neue Regeln, zum Teil aber auch das altbekannte sportliche Pech.
Sicherheit: YouTuber und Flitzer auf dem Rasen
Er bekam an den ersten Tagen der Fußball-EM große Aufmerksamkeit: YouTuber Marvin Wildhage, der es als Maskottchen "Albärt" getarnt beim Eröffnungsspiel bis aufs Spielfeld der Münchner Arena schaffte. Der Prank verschaffte ihm auf der Videoplattform schon über zwei Millionen Aufrufe (Stand: 27. Juni) - und ein landesweites Stadionverbot während der EM sowie Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I.
Hinzu kommen zahlreiche Flitzer, die es bei zahlreichen Spielen meist abseits der TV-Bilder aufs Feld schafften. Bisheriger Tiefpunkt: Beim Aufeinandertreffen der Türkei und Portugal in Dortmund schafften es fünf Flitzer auf den Rasen.
Topteams Italien und England zittern sich ins Achtelfinale
Mit einem Gesamtmarktwert von 1,52 Milliarden Euro gehörte die Nationalmannschaft Englands vor dem Turnier zu den Topfavoriten der EM. Jude Bellingham, Harry Kane, Bukayo Saka und Phil Foden schossen in der abgelaufenen Saison bei ihren Vereinen jeweils mehr als 15 Tore - bei der EM jubelte England bisher nur zweimal über Tore.
Auch, wenn sich die Briten facto zum Gruppensieg spielten: In der vermeintlich einfachen Gruppe C wäre gegen Dänemark, Slowenien und Serbien mehr möglich gewesen als ein Sieg und zwei Unentschieden.
Ähnlich dürfte wohl das Urteil gegenüber im Lager der Italiener ausfallen. Als Gruppenzweiter qualifizierte sich die "Squadra Azzurra" zwar für die K.-o.-Phase, schaffte den Sprung in die Endrunde aber allein dank Mattias Zaccagnis Tor in der achten Minute der Nachspielzeit gegen Kroatien. Will Italien den Titel verteidigen, so die Forderung, muss mehr Leistung her.
Gelbe Karten wegen Meckerns
Eine neue Regel sollte verhindern, dass die EM-Schiedsrichter bei Entscheidungen von Spielern umzingelt werden: Nur noch die Mannschaftskapitäne oder vorab benannte Stellvertreter dürfen während des Spiels mit den Referees reden. Die Idee hierfür entstammt dem Rugby.
Doch ganz offenbar ist dieser neue Umgang auf dem Spielfeld noch nicht bei allen Spielern angekommen. Mehrere gelbe Karten gab es in der Vorrunde für unerlaubtes Reklamieren. Tiefpunkt war das finale Gruppenspiel der Türkei, als Schiedsrichter Istvan Kovacs wegen Meckerns elf gelbe Karten verteilte und Tomáš Chorý nach dem Abpfiff wegen einer Rudelbildung sogar Rot zeigte.
Lukaku mit drei Treffern - VAR erkennt alle ab
Belgiens Topstürmer Romelu Lukaku schien in der EM-Vorrunde wie vom Pech verfolgt. Der Rekordtorschütze der "Roten Teufel" traf in der Vorrunde dreimal ins Tor seiner Gegner - verlor jedoch jeden Treffer nach VAR-Überprüfungen.
Lukakus erster Treffer im Spiel gegen die Slowakei wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Im selben Spiel erzielte er in der 86. Minute den vermeintlichen Siegtreffer. Doch ein vorangegangenes Handspiel von Loïs Openda machte auch dieses Tor ungültig. Ein weiteres Mal stand Lukaku vor seinem Tor gegen Rumänien im Abseits. Der Spieler der AS Rom wäre gemeinsam mit Georges Mikautadse (Georgien) Toptorjäger der EM - so steht er derzeit bei null Toren.
Top-Torjäger? Eigentor
Weitaus häufiger als Tore von Mikautadse gab es aber ein anderes Ereignis: Eigentore. Sage und schreibe sieben Eigentore vermerkten die UEFA-Statistiker bei der EM bisher. Der bisherige Rekord stammte von der EM 2021, als insgesamt elf Eigentore fielen. Die Eigentorschützen der bisherigen EM 2024 waren:
- Antonio Rüdiger (Deutschland gegen Schottland)
- Maximilian Wöber (Österreich gegen Frankreich)
- Robin Hranac (Tschechien gegen Portugal)
- Klaus Gjasula (Albanien gegen Kroatien)
- Riccardo Calafiori (Italien gegen Spanien)
- Samet Akaydin (Türkei gegen Portugal)
- Donyell Malen (Niederlande gegen Österreich)
Kurios: In der EM-Geschichte wurden bislang 27 Treffer ins eigene Netz erzielt. Zusammengerechnet fielen bei den Europameisterschaften 2021 und 2024 also zwei Drittel aller Eigentore der EM-Historie.
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