Stuttgart erneut im Pokalfinale:Mit emotionalem Overload zum Bayern-Showdown
von Andreas Morbach
In einem teilweise hochdramatischen Duell ringt der VfB den SC Freiburg in der Verlängerung mit 2:1 nieder. Entscheidend beim späten Sieg der Schwaben sind drei Einwechslungen.
Titelverteidiger VfB Stuttgart steht wieder im Pokalfinale. Gegen den SC Freiburg drehten die Schwaben die Partie und kamen zuhause in der Verlängerung zu einem 2:1. Im Endspiel wartet der FCB.
23.04.2026 | 5:59 minFür das letzte ikonische Bild im Pokalfight mit SC Freiburg sorgte Jamie Leweling. Die dreiminütige Nachspielzeit in der Verlängerung war vorüber, es lief Extraminute vier. Und VfB Stuttgarts Außenbahnspieler strebte mit dem Ball am Fuß Richtung Eckfahne, in der Gewissheit des nahenden Schlusspfiffs beide Arme schon mal zum Jubeln in den Abendhimmel gereckt.
Zweites Pokalfinale in Folge - ein Novum für den VfB
Kaum ließ Leweling die Arme wieder sinken, beendete Referee Tobias Welz die Partie - und damit auch Freiburgs Traum von zwei Endspielen binnen vier Tagen im Mai. Die Stuttgarter dagegen stehen dank des 2:1 nach Verlängerung zum zweiten Mal in Folge im Finale des DFB-Pokals. Ein Novum für den Verein.
Nach knapp 40 Minuten Anlaufzeit bot das baden-württembergische Duell im nationalen Cup-Halbfinale emotional das exakte Gegenstück zu dem himmelhoch überlegenen, chirurgisch reinen 2:0 vom FC Bayern München am Abend zuvor in Leverkusen. "Das hier ist so ein Overload", schnaufte Sebastian Hoeneß vor den TV-Kameras entsprechend erst mal ganz tief durch.
Tiago Tomás’ Coup mit der Hacke
Als gebürtiger Münchner sah der Cheftrainer des VfB seinen Traum von einem Showdown gegen die Bayern am 23. Mai im Berliner Olympiastadion erfüllt. Nach einem teilweise hochdramatischen Spiel, in dem der Sport-Club führte, 19 Sekunden nach Yuito Suzukis ausgelassener Großchance zum 2:0 den Ausgleich kassierte.
Gleich zu Beginn der Verlängerung wurde den Breisgauern zudem ein reguläres Tor vorenthalten. Und seinen Höhepunkt fand das Pokal-Spektakel, in dem Stuttgart zuvor ein halbes Dutzend allerbester Gelegenheiten hatte verstreichen lassen, als der portugiesischen Einwechselkraft Tiago Tomás in der 119. Minute mit der Hacke der entscheidende Coup gelang. Auf Zuspiel des 75 Sekunden zuvor eingewechselten Algeriers Badredine Bouanani.
Der FC Bayern steht nach fünf Jahren wieder im Finale des DFB-Pokals. Die Münchner gewannen souverän bei Bayer Leverkusen und träumen weiter vom Triple. Kommentar: Oliver Schmidt
22.04.2026 | 5:56 minFreiburg bleibt die Hoffnung aufs Europa-League-Finale
Den größten Effekt auf die Darbietung der Schwaben hatte allerdings die Einwechslung von Bilal El Khannouss nach gut einer Stunde. Der 21-jährige Marokkaner vereinte druckvolles, zielgerichtetes Spiel mit Tempo und Eleganz. Freiburgs Florian Müller, der Stammkeeper Noah Atubolu exzellent vertrat, gestand:
Wir haben versucht, uns über die Zeit zu retten.
Florian Müller, SC Freiburg
Den unterlegenen Südbadenern bleibt die Hoffnung, es in den beiden anstehenden Duellen mit Sporting Braga nun eben ins Finale der Europa League zu schaffen. Stuttgart, mit dem Sieg über Freiburg definitiv mindestens für die Europa League qualifiziert, fordert seinerseits in vier Wochen die fußballerische Übermacht aus dem Freistaat heraus.
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17.04.2026 | 1:14 minDrei Niederlagen gegen die Bayern - das reicht
Drei Mal hat der VfB in dieser Saison schon gegen die Münchner verloren. Angreifer Deniz Undav, Schütze des 1:1, blies schon mal die Backen auf:
Das reicht. Wir hoffen einfach, dass Bayern einen schlechten Tag hat. Es kann alles passieren.
Deniz Undav, VfB Stuttgart
Sein Trainer Sebastian Hoeneß, der beim TSV Ottobrunn vor den südöstlichen Toren Münchens mit dem Fußballspielen begann, strahlte: "Ich freue mich sehr auf dieses Spiel. Und ich freu’ mich, dass es die Bayern sind." Denn:
Ein Pokalsieg im Finale gegen die Bayern - da geht nichts mehr drüber.
Sebastian Hoeneß, VfB Stuttgart
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Im Vorjahr gelang der Triumph im nationalen Cup, der vierte in der Klubgeschichte, gegen die frisch in die zweite Liga aufgestiegenen Bielefelder. Dieses Mal wartet das Nonplusultra der laufenden Saison.
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