ZDF-Doku über Ex-Nationalspieler:Löw: Özils viel diskutierten Rücktritts-Brief "nie gelesen"
Ab 20. März ist die ZDF-Doku über Mesut Özil im Streamportal zu sehen. Ex-Bundestrainer Joachim Löw blickt darin auf seinen damaligen Schützling zurück - ohne großen Zorn.
Spricht von Enttäuschung, aber auch von Respekt über Mesut Özil: Ex-Bundestrainer Joachim Löw.
Quelle: dpaIn der ZDF-Doku "Mesut Özil - zu Gast bei Freunden" äußert sich Joachim Löw zu dem Schreiben, mit dem Özil vor rund acht Jahren den Bruch mit dem DFB und seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte.
Die dreiteilige Doku-Serie "Mesut Özil - zu Gast bei Freunden" rekonstruiert seinen Aufstieg und Fall. Sie zeichnet ein umfassendes und ambivalentes Bild jener dramatischen Wochen, die zu Özils Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft führten - und zu seiner Entfremdung von Deutschland.
26.02.2026 | 1:25 min"Die ganze Presseerklärung und die Gründe habe ich nie gelesen. Weil erstens war mir das zu lang und zweitens war ich in dem Moment enttäuscht, weil ich's eigentlich nicht von ihm persönlich gehört habe", sagt der damalige Bundestrainer in der dreiteiligen Doku.
Löw lobt Özils Klasse
Dass Mesut Özil auch dem jüngsten Treffen der Rio-Weltmeister von 2014 ferngeblieben war, nennt Löw schade. "Der Mesut lebt jetzt in der Türkei, ist weniger in Deutschland oder äußerst selten", berichtet Löw und bezeichnet Özil als "einen der besten Nationalspieler, den Deutschland je hatte".
Der damalige DFB-Manager Oliver Bierhoff vermutet, dass Özil einen klaren Schlussstrich ziehen und die Brücken nach Deutschland abbrechen wolle.
"Mesut ist einfach nur verletzt, weil er nicht die Geborgenheit von dem Land bekommen hat, wo er Weltmeister geworden ist", berichtet sein langjähriger Weggefährte und Vertrauter Hamit Altintop und stellt klar: "Keiner kennt ihn."
Umstrittenes Özil-Foto mit Erdoğan
2018 schlug die Stimmung zwischen DFB und Özil um, als sich dieser auf einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zeigte. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 erklärte Özil in einem dreiteiligen Post seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und beklagte Rassismus. DFB-Verantwortliche wiesen den Vorwurf stets zurück.
"Für Mesut war von Anfang an klar: Wir müssen uns für nichts entschuldigen. Wir haben nichts Falsches gemacht. Ich sehe den Präsidenten fast jedes Jahr", berichtete sein früherer Berater Erkut Sögüt und verriet über das Rücktrittsschreiben auf Englisch: "Das war die Art und Weise, wie er das haben wollte."
Bierhoff beklagt "Nachtreten"
Bierhoff nennt den Rücktritt in der Doku "vollkommen nachvollziehbar": "Das Nachtreten finde ich halt nicht gut. Ich hätte nicht gedacht, dass er so harte Worte findet. Dass er so gegen den Verband schlägt, weil man natürlich schon auch abstrahieren muss zwischen Verband und einzelnen Personen."
Die Doku ist ab dem 20. März im ZDF-Streamingportal zu sehen. Im Fernsehen wird die erste Folge am 31. März ab 20.15 Uhr ausgestrahlt.
Gänsehaut pur - auch drei Jahre danach: Am 13. Juli 2014 trifft Mario Götze nach Flanke von André Schürrle zum 1:0 gegen Argentinien - und schießt Deutschland so zum WM-Titel. Ob Deutschland den Titel verteidigen kann, sehen Sie nächstes Jahr live in ARD und ZDF.
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von Florian VonholdtEx-Bundestrainer gibt Fehler zu:Löw: Hätte nach WM 2018 aufhören sollen