Auto-Abo oder Leasing?:Für wen sich ein Auto-Abo lohnt
Auto-Abos locken mit viel Flexibilität und einem preislichen Komplettpaket. Worin sich das Modell vom Leasing unterscheidet und für wen es sich lohnt, erklären zwei Experten.
All-inclusive-Angebot: In einem Auto-Abo sind Steuern sowie die Kosten für Zulassung, Versicherung und Co. schon enthalten. Für wen loht sich das Modell?
Quelle: 123RFWer nach einem neuen Auto sucht, der stößt bei der Recherche auch auf das Thema Auto-Abo. Bei dem Modell abonniert man ein Auto für einen bestimmten Zeitraum - dieser ist meist sehr flexibel.
Das Auto-Abo wird häufig als 'All-inclusive'- oder Flatrate-Angebot bezeichnet, denn Steuern, Versicherung, Wartung und Zulassung sind im Abo-Preis bereits enthalten.
Elena Marcus-Engelhardt, Pressesprecherin des Auto Club Europa (ACE)
Auto-Abo oder Leasing: Was ist günstiger?
Mit dem Flatrate-Angebot hebt sich das Auto-Abo vom Leasing ab. "Das Modell entwickelt sich gerade zur Alternative zum klassischen Fahrzeugbesitz", sagt Henning Busse, Ressortleiter Mobilität & Service beim Fachmagazin auto motor und sport. Doch wo genau liegen die Vor- und Nachteile der beiden Modelle?
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16.09.2024 | 6:24 min"Die monatlichen Kosten beim Auto-Abo sind fix, was die Kalkulation erleichtert, aber meist höher als beim Leasing", sagt Elena Marcus-Engelhardt, Pressesprecherin des Auto Club Europa (ACE). "Längere Vertragslaufzeiten senken in der Regel die monatlichen Kosten." Die Höhe der Rate hänge unter anderem vom Fahrzeugmodell und der geplanten Kilometerleistung ab.
Laufzeit und Kündigung
Die Vertragslaufzeiten beim Auto-Abo sind deutlich kürzer und liegen meist zwischen einem Monat und zwei Jahren. "Die übliche Leasinglaufzeit beträgt in aller Regel 24 bis 60 Monate", sagt Henning Busse.
Auch was das Kündigungsrecht betrifft, sei das Abo kundenfreundlicher, sagt der Automobilexperte. "Manche Anbieter legen die Frist bei drei Monaten fest, bei kürzeren Haltedauern kann sie nur einen Monat betragen." Beim Leasing sei eine vorzeitige Kündigung laut Busse meist nicht möglich oder nur zu schlechten Konditionen.
Ausstattung und Wartezeit
Bei vielen Auto-Abos lasse sich wenig an der Ausstattung verändern, da es sich dabei überwiegend um vorkonfigurierte Modelle handele, so Busse. "Das Leasing verspricht an dieser Stelle mehr Vorteile, da es den Kunden bei der Konfiguration alle Freiheiten offeriert."
In puncto Wartezeit aber liegt das Auto-Abo vorne, denn meist stehen Autos auch kurzfristig bereit. "Hier reden wir von Tagen, vielleicht Wochen", so Busse. Wer dagegen beim Leasing einen Neuwagen bestellt, müsse mitunter lange Lieferzeiten von mehreren Monaten in Kauf nehmen.
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20.02.2025 | 1:50 minUm Ärger zu vermeiden, ist bei Fahrzeugannahme und -rückgabe Sorgfalt geboten. Bei der Übernahme sollten Vorschäden dokumentiert und vom Anbieter bestätigt werden, so Elena Marcus-Engelhardt vom ACE. Bei der Rückgabe prüfen Anbieter genau, ob Nutzungsspuren über das übliche Maß hinausgehen. Sogenannte Grenzmuster- oder Schadenskataloge helfen anhand von Foto-Beispielen bei der Bewertung. Bei Unfällen gilt: Immer die Polizei rufen und auch den Abo-Anbieter kontaktieren. Reparaturen müssen in der Regel über diesen laufen und dürfen nicht ohne Erlaubnis des Anbieters gemacht werden.
Worauf man beim Auto-Abo achten sollte
Grundsätzlich entstehen während der Laufzeit des Auto-Abos keine weiteren Kosten. "Wie beim Mietwagen ist alles in der Rate enthalten", sagt Henning Busse. Allerdings sollten Kundinnen und Kunden bei den Abo-Bedingungen genau hinschauen.
Wichtig sei zum Beispiel, einen Blick auf die Bedingungen für Mehrkilometer zu werfen, rät Elena Marcus-Engelhardt. Denn meist ist die Abo-Dauer mit einer bestimmten Fahrleistung verknüpft. Hier könnten zusätzliche Kosten entstehen. Je nach Anbieter könne auch eine Liefergebühr von 100 bis 250 Euro anfallen, falls das Fahrzeug nicht an einem zentralen Stützpunkt abgeholt wird, so die ACE-Expertin. Manche Anbieter würden zudem eine Startgebühr oder eine Anzahlung verlangen.
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Für wen sich ein Auto-Abo lohnt
Für wen das Auto-Abo infrage kommt, hängt vor allem vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. "Das Auto-Abo spricht besonders jene an, die kurzfristige mobile Engpässe ausgleichen wollen, das Fahrzeug nur saisonal benötigen oder die sich nicht lange an Verträge binden möchten, beziehungsweise immer weniger am Autobesitz interessiert sind", sagt Henning Busse.
Es ist zudem ideal für Menschen, "die sich nicht um Versicherung, Wartung oder andere Verpflichtungen kümmern möchten und für dieses Rundum-Sorglos-Paket bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen", ergänzt Elena Marcus-Engelhardt. Auch wer regelmäßig neue Modelle ausprobieren oder zum Beispiel ein Elektrofahrzeug testen will, profitiere von der Flexibilität des Auto-Abos.
Auto-Abos werden vor allem im Bereich der Dienstwagen beliebter. Das habe auch mit dem sogenannten "Mobilitätsbudget" zu tun, so Automobilexperte Henning Busse. Unternehmen geben dabei eine finanzielle Zuwendung an die Belegschaft und Mitarbeitende entscheiden selbst, für welche Mobilitätslösung sie dieses Budget einsetzen. So ist es zum Beispiel möglich, im Sommer das Rad zu nutzen und im Winter auf ein Auto-Abo zu wechseln. In Firmenfuhrparks seien Auto-Abos zudem dann wertvoll, wenn in der Flotte Lücken entstehen oder Autos für spezielle Projekte benötigt werden, so Busse.
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