Tipps zu Versicherungen und Co.:Was beim Mietwagen im Urlaub wichtig ist
Für Viele im Urlaub unverzichtbar: ein Auto, um das Reiseziel auf eigene Faust zu erkunden. Wann man buchen sollte, welche Versicherungen sinnvoll sind und wo Fallstricke lauern.
Wer ein Auto für den Urlaub mieten möchte, sollte dies frühzeitig tun. So können Fallstricke bei Versicherung, Mindestalter und Co. bei Mietwagen vermieden werden.
Quelle: imago/ZoonarSommerzeit ist Urlaubszeit: Das Reiseziel steht fest, die Flüge sind gebucht - jetzt fehlt nur noch der passende Mietwagen für den Roadtrip durch Portugal, die Fahrt entlang der kroatischen Küste oder den Transfer zum türkischen All-Inclusive-Hotel. Doch zuvor gilt es einige Hürden zu nehmen.
Reisebüro vs. Online-Buchungs-Portal
Zunächst steht man vor der Wahl: Lieber einen SUV, einen Jeep mit Allrad oder doch den Kleinwagen, der auch noch in die winzigste Parklücke passt? Ist diese Entscheidung getroffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein passendes Angebot zu finden: Buchungs- und Vergleichsportale im Internet können hilfreich sein, um von möglichen Vergünstigungen zu profitieren. Bei einer Buchung über ein Reisebüro lassen sich dagegen alle Fragen und Unsicherheiten im Vorfeld und mit geringem Aufwand klären.
Wann den Mietwagen buchen?
Der Auto Club Europa e. V. (ACE) empfiehlt vor allem frühzeitig zu buchen. Das vermeidet Organisation und Stress im Urlaub und ermöglicht die volle Kostenkontrolle: Angebote können geprüft, Frühbucher-Rabatte genutzt und Vertragsunterlagen genau kontrolliert werden. Dabei unbedingt das Kleingedruckte beachten.
Vertrag in Deutschland abschließen
Außerdem sei ein Vertragsabschluss in Deutschland sinnvoll, denn dann würden die Vertragsbedingungen nach deutschem Recht gesichert, so der ACE. Komme es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, zum Beispiel infolge eines Unfalls, nehmen sich deutsche Gerichte dann des Falls an.
Fallstricke vermeiden
Viele Autovermieter haben ein Mindestalter - oftmals liegt dieses bei 21 Jahren. Außerdem können Bedingungen an junge Fahrer*innen gestellt werden (zum Beispiel eine zeitlich definierte Fahrpraxis).
Zudem können Angebote je nach Alter variieren und bei besonders jungen oder älteren Fahrer*innen höher ausfallen. Hier gibt es Unterschiede je nach Land, Anbieter oder Fahrzeugkategorie - vergleichen lohnt sich also.
Für die Buchung und vor allem das Hinterlegen der Kaution fordern viele Anbieter eine Kreditkarte. Dort blockieren die Verleiher den vereinbarten Kautionsbetrag, bis der Wagen zurückgegeben wird. Dabei werden häufig nur "echte" Kreditkarten akzeptiert. Oft geben Banken beim Girokonto aber nur noch Debitkarten aus. Und auch lediglich auf dem Smartphone hinterlegte Kreditarten werden teilweise nicht anerkannt. Achtung: Die Kreditkarte muss zudem auf den Hauptfahrer ausgestellt sein.
Vorab sollte überprüft werden, ob der eigene Führerschein am Urlaubsziel akzeptiert wird. In Ländern außerhalb der Europäischen Union wird unter Umständen ein Internationaler Führerschein benötigt, der kostenpflichtig und mit zeitlichem Vorlauf beantragt werden muss.
Soll der Roadtrip auch über die Grenzen des Urlaubslandes hinausgehen, sollte dies unbedingt im Voraus geklärt werden. Teilweise muss ein Aufpreis gezahlt werden. Manche Anbieter verbieten grenzüberschreitende Fahrten ganz - bei Nichtbeachten können hohe Kosten anfallen.
- Faire Tankregelung wählen ("Voll/Voll")
- Buchungsunterlagen und Versicherungspolice mitführen, um Doppelkosten zu vermeiden
- Mitgebrachter Kindersitz spart hohe Kindersitz-Miete vor Ort
- Option "Zweitfahrer" vermeiden oder vorab zubuchen
- Freikilometer vereinbaren und Kosten bei Überschreitung erfragen
- Vereinbarte Miet- und Rückgabezeiten einhalten
Welche Versicherungen für den Mietwagen sinnvoll sind
Bei der Tarifauswahl für den Urlaubswagen locken häufig scheinbar günstige Angebote. Neben einem attraktiven Preis sollte aber auch auf die genauen Versicherungsbedingungen geachtet werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Die gesetzliche Kfz-Haftpflichtversicherung ist bereits in jedem Mietvertrag enthalten. Allerdings variiert die Mindestdeckungssumme je nach Land stark und ist besonders bei Personenschäden oft zu gering. Während in Deutschland etwa 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden gedeckt sind, sind es beispielsweise in Italien gerade mal eine Million Euro. Eine Zusatzversicherung kann daher sinnvoll sein.
Um auch Schäden am Mietwagen abzusichern, empfiehlt sich zudem eine Vollkaskoversicherung. Bei vielen Anbietern ist dies Voraussetzung dafür, das Auto am Urlaubsort tatsächlich zu erhalten. Auch hier sollte auf die genauen Bedingungen geachtet werden: Der ACE rät bei der Anmietung, auf umfassenden Schutz ohne Selbstbeteiligung zu setzen.
Da Schäden besonders häufig an Reifen, Felgen, Unterboden und den Scheiben entstehen, sollten diese Dinge mitversichert werden. Der Preis für das Mietauto sei dann zwar höher, aber im Fall der Fälle entgehe man so nervenzehrenden und kostspieligen rechtlichen Auseinandersetzungen, so der ACE.
Kfz-Zusatzversicherungen checken
Besitzt man bereits in Deutschland eine Kfz-Haftpflichtversicherung, lohnt sich ein Blick in die Unterlagen: Viele Verträge beinhalten eine sogenannte "Mallorca-Police" oder ermöglichen diese Klausel günstig zuzubuchen. Mit ihr ist man auch im Urlaub im Straßenverkehr abgesichert: Sie erhöht die Haftpflicht-Versicherungssumme des Mietwagens auf deutsches Niveau und gilt europaweit.
Ist eine weiter entfernte Reise geplant, erfüllt das Zubuchen einer "Traveller-Police" weltweit eine geregelte Deckung. Zudem bieten laut ADAC manche Kreditkartenunternehmen bei Bezahlung des Mietwagens mit der Kreditkarte vergleichbare Zusatzpolicen.
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Übernahme und Rückgabe vor Ort genau protokollieren
Am Urlaubsziel angekommen, empfiehlt der ADAC ausdrücklich vor dem Unterschreiben zu überprüfen, ob der Mietvertrag mit der Buchung übereinstimmt und mögliche Unklarheiten zu klären.
Auch sollte das Auto vorab auf mögliche Schäden hin überprüft werden. Gleiches gilt bei Rückgabe des Mietwagens. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) rät, auf ein Übergabeprotokoll zu bestehen, die Abnahme nach Möglichkeit zu zweit durchzuführen und den Zustand jeweils mit Fotos zu dokumentieren. Sollte es doch zu Streitigkeiten kommen, bietet das EVZ kostenlos Unterstützung an.
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