Wissenschaft ruft dazu auf, das Rentenpaket umzusetzen

Umsetzung des Rentenpakets gefordert:"Die Regierung sollte diese Chance nicht verspielen"

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Wird das Rentenpaket aufgeschnürt? Deutschlands führende Wirtschafts- und Finanzwissenschaftler warnen genau davor - in einem gemeinsamen Appell von 46 Expertinnen und Experten.

Markus Söder (CSU, l-r), Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, und Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, geben im Garten des Kanzleramtes eine Pressekonferenz nach der Sitzung des Koalitionsausschusses.

Die Koalition ringt weiterhin um die geplante Rentenreform. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Diese "große Chance" dürfe nicht "verspielt" werden. Das komplette Konzept werde in sich zusammenfallen und die Altersvorsorge als Problem weiter wachsen, sollten nun einzelne Elemente herausgenommen werden.

Der Aufruf von 46 namhaften Professorinnen und Professoren, unterzeichnet auch von aktiven und vormaligen sogenannten Wirtschaftsweisen, trägt die Überschrift "Rentenreform: Nur das ganze Paket entfaltet die notwendige Wirkung!"

Unterschrieben haben den Appell unter anderem Ulrike Malmendier, Monika Schnitzer, Bert Rürup und Clemens Fuest.

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Die Rentenkommission hat daher ein Maßnahmenbündel für eine dauerhaft finanzierbare und verlässliche Alterssicherung vorgeschlagen.

Aus dem Rentenaufruf

Kommission hatte 33 Empfehlungen abgegeben

Die Botschaft dieses Maßnahmenpakets sei klar: "Ohne Veränderungen werden die Belastungen und Probleme immer gravierender." Um die Alterssicherung "stabil und zukunftsfest aufzustellen" bräuchte es daher den Beitrag aller: Nicht nur der Beschäftigten, Arbeitgeber und Rentner, sondern auch der Politiker, Beamten, Vorstände und Selbständigen.

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Der "entscheidende Punkt" in den Vorschlägen sei: "Die Empfehlungen der Kommission sind ein konsistentes Bündel von Maßnahmen." Sie könnten "ihre positive und stabilisierende Wirkung nur als Gesamtpaket" entfalten. Dafür brauche es die Kombination von Änderungen wie späterem Renteneintritt, höherem Nachhaltigkeitsfaktor, Einbeziehung weiterer Gruppen und gesetzlicher Kapitalrente.

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In dem Appell wird explizit darauf hingewiesen, dass die derzeitige abschlagsfreie Frührente ungerecht sei: "Nach Daten der Rentenversicherung profitieren von dieser sehr teuren staatlichen Sonderleistung häufiger Besserverdienende, Gesündere und Männer.

Die Kommission will stattdessen sowohl die Menschen gezielter unterstützen, die kurz vor dem Renteneintritt aus gesundheitlichen Gründen ihren langjährigen Beruf nicht mehr ausüben können, als auch diejenigen, die trotz vieler Beitragsjahre nicht von ihrer Rente leben können."

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Hingegen werde die Alterssicherung "verlässlicher, fiskalisch nachhaltiger und sozialpolitisch zielgenauer", wenn die Empfehlungen der Rentenkommission umgesetzt würden.

"Die Regierung sollte diese Chance nutzen - und nicht verspielen", so die dringende Warnung der Fachleute. "Wer einzelne Bausteine streicht, muss einen wirksamen Ersatz nennen. Andernfalls fällt das gesamte Konzept zusammen, und die immer größer werdenden Probleme werden weiter vertagt - zulasten der Jüngeren, die schon heute unter steigendem Druck stehen."

Wulf Schmiese ist stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt in der Sendung "WISO" am 28.09.2026 ab 19:25 Uhr.

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