Klimabilanz von Superreichen:Oxfam-Bericht: Privatjets treiben den Klimakollaps voran
Ein Oxfam-Report zeigt: Superreiche verursachen mit Privatjets in Sekunden so viel CO2 wie ärmere Menschen in einem ganzen Jahr.
Privatjets in der Kritik: Laut Oxfam verursacht ein einziger Flug im Schnitt 3,7 Tonnen CO2, fast so viel wie ein Mensch weltweit in einem ganzen Jahr.
Quelle: ImagoIn Sekunden so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie deutlich ärmere Menschen in einem ganzen Jahr - das machen laut einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam die Privatjets von Superreichen.
2025 hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz forderte Oxfam daher eine höhere Besteuerung von Superreichen.
CO2-Ausstoß von Privatjets: Der weltweite Vergleich
Auch im Vergleich mit dem Treibhausgasausstoß eines Durchschnittsbürgers in Deutschland fällt die Klimabilanz von Privatjets verheerend aus. In dem Report mit dem Titel "Disaster Divide" (Katastrophenkluft) rechnet Oxfam vor, die Luxus-Flieger verursachten in weniger als einer halben Stunde mehr klimaschädliches CO2 als ein Normalverbraucher in Deutschland im gesamten Jahr.
"Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps", kritisierte der Oxfam-Referent für soziale Ungleichheit, Manuel Schmitt. Die "kleine Minderheit" der Milliardäre verantworte "mit ihrem Luxuskonsum und ihren Investitionen" unverhältnismäßig viele Emissionen - und das "auf Kosten der Mehrheit".
Kritik von Oxfam: Ungleichheit treibt den Klimakollaps
Dem Bericht zufolge verursachten Privatjets im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 16 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Ein einzelner Flug mit einem Privatjet stößt demnach durchschnittlich 3,7 Tonnen CO2 aus - fast so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.
Laut einem Bericht der Vereinten Nationen ist die Menschheit weit vom Erreichen ihrer Klimaziele entfernt. Bis zum Ende des Jahrhunderts steuert die Erde auf eine Erwärmung von 2,8 Grad zu.
21.10.2026 | 1:27 minMilliardäre in der Kritik: Emissionen durch Luxus und Investments
Laut Oxfam sind auch hierzulande einige klimaschädliche Luxusmaschinen unterwegs. An deutschen Flughäfen seien 2025 mehr als 55.000 Privatjets gestartet, ihr CO2-Ausstoß belief sich dem Bericht zufolge auf mehr als 182.000 Tonnen.
Neben ihren Privatjet-Flügen trägt demnach vor allem das Investitionsverhalten der extrem Reichen maßgeblich zur Verschärfung der Klimakrise bei. Von den Investitionen von tausend Milliardären im Jahr 2025, die Oxfam für seinen Bericht untersuchte, seien 71 Prozent in besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl, Gas oder Chemie geflossen. Die Investitionsemissionen beliefen sich den Angaben zufolge auf 486 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Klima-Ungleichheit: Oxfam fordert höhere Steuern für Superreiche
Das bedeute, dass ein Milliardär im Durchschnitt durch Investitionen in etwas mehr als einer Minute mehr Treibhausgasemissionen verursache als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Menschheit im gesamten Jahr. Bei den 49 Deutschen unter den 1.000 Milliardären lagen die Investitionsemissionen laut Oxfam im Durchschnitt bei 704.881 Tonnen CO2-Äquivalenten. Dies sei weit über dem internationalen Durchschnitt.
Wer die Klimakrise so stark befeuert, muss auch für ihre Bewältigung zahlen, statt die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen.
Manuel Schmitt, Oxfam-Referent
Hohe Vermögen, Privatjets und Übergewinne, insbesondere fossiler Konzerne, müssten stärker besteuert werden, "damit diejenigen, die besonders viel zur Klimakrise beitragen, auch einen besonders hohen Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten".
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.