Ölpreise an den Börsen fallen:G7 geben bis zu 15,9 Milliarden Liter Diesel und Rohöl frei
Die G7-Länder geben bis zu 15,9 Milliarden Liter (100 Millionen Barrel) Diesel und Rohöl-Reserven frei. Als Reaktion auf die Nachricht sanken die Rohölpreise an den Börsen.
Bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl sollen in den kommenden vier Monaten freigegeben werden.
Quelle: Jan Woitas / dpaDie G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 15,9 Milliarden Litern (100 Millionen Barrel) Diesel und Rohöl geeinigt, um die angespannten Energiemärkte zu entlasten. Die koordinierte Freigabe über die Internationale Energieagentur (IEA) soll unverzüglich anlaufen und über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgen, wie die G7 in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag mitteilten.
Rohöl-Preis fällt nach Ankündigung
Zudem ist eine vorgezogene, erhebliche Freigabe von Diesel innerhalb der ersten 20 Tage durch die G7-Mitglieder und ihre Partner geplant. Die Hoffnung dahinter: Durch die Freigabe der Reserven nimmt das Angebot zu, was wiederum die Preise für Kraftstoffe senken soll. An den Börsen gaben die Preise für Rohöl nach.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um rund 2,5 Prozent auf 99,66 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fällt um gut vier Prozent auf 89,11 Dollar.
G7 bekräftigt Verzicht auf Exportbeschränkungen für Energie
Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, die G7-Staaten hätten vereinbart, ihre Maßnahmen weiter abzustimmen, um die Öllieferungen durch die Straße von Hormus zu sichern. Zu der Gruppe gehören neben Frankreich die USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.
In ihrer Erklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten ihre Verpflichtung, auf Exportbeschränkungen für Energie und Energieträger untereinander zu verzichten. Sie riefen alle Produzenten auf, keine Verbote zu verhängen, die die Spannungen auf den Märkten verschärfen könnten.
Außerdem werde man in den kommenden Tagen im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA) zusammenkommen, um die Möglichkeit zusätzlicher Diesel-Freigaben zu erörtern, hieß es weiter. Die Stellungnahme spricht von einer "beispiellosen Volatilität auf den Ölmärkten".
Botschaft: Trump und Macron führten Gespräch zu Energiepreisen
US-Präsident Donald Trump kündigte seinerseits die Freigabe europäischer Diesel-Reserven auf seiner Plattform Truth Social an. Europa habe zugestimmt, riesige Mengen an Diesel-Vorräten mit sofortiger Wirkung freizugeben, schrieb er am Freitag. Welche Staaten welche Mengen aus ihren Reserven entnehmen würden, führte Trump nicht näher aus.
Nach Angaben der französischen Botschaft in den USA führte Trump in der Nacht ein Gespräch mit dem französischen Präsidenten über die Notwendigkeit, auf die steigenden Kraftstoffpreise und die Verfügbarkeit von Erdölprodukten zu reagieren. Trump hatte die europäischen Partner dazu gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.
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