Wohnkosten, Fläche, Eigentumsquote:So wohnen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund
von Luisa Billmayer
Eine Wohnung finden ist vor allem in Großstädten schwer - und teuer. Menschen mit Migrationshintergrund haben es oft noch schwerer. Die Wohnsituationen im Grafik-Vergleich.
In Deutschland wohnen viele zur Miete. Der Wohnungsmarkt ist angespannt. Das hat Folgen, besonders für Menschen mit geringerem Einkommen.
12.05.2026 | 1:03 minIm Vergleich zu anderen Ländern leben in Deutschland viele Menschen zur Miete. Unter Menschen mit Migrationshintergrund ist die Quote deutlich höher - vor allem, wenn die Personen selbst nach Deutschland eingewandert sind. Das zeigt das Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration.
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Haushalte mit Migrationshintergrund geben mehr fürs Wohnen aus
Wer zur Miete wohnt, gibt gemessen am Einkommen mehr fürs Wohnen aus als Menschen, die im Eigenheim leben. Und Personen, die im Ausland geboren wurden, zahlen in beiden Fällen mehr als Menschen ohne Migrationshintergrund. Besonders deutlich ist der Unterschied beim Eigenheim: Viele Zugewanderte zahlen noch Kredite ab. Menschen ohne Migrationshintergrund wiederum leben häufiger in abbezahlten Häusern und Wohnungen und sind dadurch finanziell weniger belastet.
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"Es gibt nicht den oder die Migrantin", betont Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration. "Ein Banker, der von New York nach Frankfurt versetzt wird, hat es in der Regel leichter, in Deutschland anzukommen und eine Wohnung zu finden. Migration muss differenziert betrachtet werden."
Vor allem wenn Migration und Einkommensschwäche zusammenkommen, haben es Menschen auf dem Wohnungsmarkt schwer: "Die meisten Aussagen in unserem Gutachten beziehen sich auf Migranten aus den unteren und mittleren Einkommensschichten. Für diese Gruppe sind die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich verschärft", erklärt Kluth.
In Deutschland lebt die Mehrheit zur Miete. Viele Familien kämpfen mit zu hohen Kosten und zu kleinen Wohnungen, wie der aktuelle Bericht des Deutschen Mieterbunds zeigt.
06.11.2025 | 1:28 minMenschen mit Migrationshintergrund leben auf weniger Raum
Dass Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind, zeigt sich auch an der Wohnfläche. Zwar sind die Abweichungen bezogen auf die Gesamtfläche pro Wohnung gering. Pro Person fällt die verfügbare Wohnfläche jedoch deutlich niedriger aus: Sie liegt im Schnitt um rund 14 Quadratmeter darunter.
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Ausländer*innen leben häufiger beengt
Die Unterschiede bei der Fläche pro Kopf ergeben sich dadurch, dass Menschen mit Migrationshintergrund in größeren Haushalten leben als Menschen ohne Migrationshintergrund. Daraus folgt auch eine höhere Überbelegungsquote.
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Das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) definiert Überbelegung wie folgt: "Eine Wohnung gilt hier als überbelegt, wenn sie die folgenden Räume nicht hat: einen Gemeinschaftsraum, einen Raum für jedes im Haushalt lebende Paar, einen Raum für jede weitere Person ab 18 Jahren, einen Raum für zwei Kinder unter 12 Jahren, bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren einen Raum für zwei Kinder desselben Geschlechts und einen Raum je Kind bei unterschiedlichem Geschlecht."
Warum haben Menschen mit Migrationshintergrund häufiger Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden?
Sprachliche Hürden, fehlende Kenntnisse über den deutschen Wohnungsmarkt und eine schlechtere Vernetzung erschweren Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang.
Prof. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration
Auch fehlende Dokumente sind ein Problem: "Zusätzliche Hürden sind Anforderungen wie Einkommensnachweise, Bürgschaften oder Empfehlungen vorheriger Vermieter", sagt Kluth.
Seit den 1960er-Jahren ist die durchschnittliche Wohnfläche pro Person stark gestiegen. Seit etwa 2005 nimmt sie bei Neubauwohnungen laut einer DIW-Studie wieder ab.
07.01.2026 | 0:28 min"Studien belegen zudem Diskriminierung und auch rassistische Diskriminierung bei der Wohnungssuche", so Kluth. Das Antidiskriminierungsrecht und seine konsequente Anwendung zeigten hier inzwischen positive Effekte. "Bei diskriminierendem Verhalten kann nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Schadensersatz fällig werden."
Die Wohnungsnot in Deutschland bleibt eine Baustelle. Weniger als 200.000 Wohnungen sollen dieses Jahr fertig werden. Über Lösungen diskutiert die Branche auf dem Wohnungsbautag in Berlin.
26.03.2026 | 1:33 minWelche Maßnahmen können helfen?
Um die Situation zu verbessern, empfiehlt der Sachverständigenrat, neuen Wohnraum zu schaffen - auch, um Verteilungskonflikte zu reduzieren. Diskriminierung sollte aktiv bekämpft und der Trennung von Arm und Reich entgegengewirkt werden.
Besonders in benachteiligten Stadtvierteln, in denen Migration und Armut zusammenkommen, sollte gezielt in gut ausgestattete Kitas, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten investiert werden. Wichtig sei auch, bezahlbaren Wohnraum als Standortfaktor zu begreifen, der Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiver machen kann.
Redaktion: Kathrin Wolff
In Deutschland gibt es mehr Armut als bisher angenommen, sagt der Paritätische Wohlfahrtsverband. Durch gestiegene Mietkosten seien 18,4 Millionen Menschen armutsgefährdet.
09.12.2025 | 0:22 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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