Kritik an Aus für Ulrike Malmendier:Wirtschaftsweise Grimm: "Habe Statement nicht zugestimmt"
Der Rat der Wirtschaftsweisen kritisierte die Regierung für ihre Entscheidung, Ulrike Malmendier abzurufen. Mitglied Veronika Grimm distanzierte sich nun von der Kritik.
Hat dem Statement nicht zugestimmt: "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm
02.03.2026 | 0:33 minDie "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm hat sich von einer Erklärung des Sachverständigenrats zum Ende der Amtszeit von Ulrike Malmendier distanziert.
"Ich habe dem Statement nicht zugestimmt", schrieb Grimm am Morgen auf der Plattform X. Die personelle Besetzung des Sachverständigenrats liege nach dem Gesetz in der Zuständigkeit der politischen Entscheidungsträger und nicht beim Rat selbst.
Eine öffentliche Stellungnahme des Rates zu seiner eigenen personellen Zusammensetzung gehört daher nicht zu seinem Mandat.
Veronika Grimm, Wirtschaftsweise
Mandat von Wirtschaftsweiser Ulrike Malmendier nicht verlängert
Die "Wirtschaftsweisen" hatten am Sonntag eine Erklärung verbreitet. Darin hieß es, der Sachverständigenrat nehme "mit großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern" zur Kenntnis, dass das Mandat von Malmendier nach nur dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert werde.
Anfang Februar sprach Veronika Grimm im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF über die Sozialreformvorschläge des CDU-nahen Wirtschaftsrats. Es gelte, die Ausgabenbelastung zu senken und die Rente ab 63 in Frage zu stellen.
03.02.2026 | 6:12 minMalmendier selbst sprach von "großem Bedauern", dass ihr Mandat nicht verlängert worden sei. Gegen eine Verlängerung der Amtszeit gab es Medienberichten zufolge Widerstand im CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium.
Das Verhältnis von Grimm zu den übrigen Mitgliedern des Sachverständigenrats gilt als belastet. Die Professorin an der Technischen Universität Nürnberg ist oft anderer Meinung und verfasst in Gutachten häufig Minderheitsvoten. In der Kritik steht sie außerdem, weil sie Aufsichtsratsmitglied bei Siemens Energy ist.
"Wirtschaftsweise" ist der inoffizielle Titel. Eigentlich heißt die aus fünf Menschen bestehende Gruppe "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung". Ihre gesetzlich festgelegte Aufgabe seit mehr als 60 Jahren: Politik und Öffentlichkeit als unabhängige Experten über die wirtschaftliche Lage beraten. Zweimal im Jahr legen sie dafür ein Gutachten vor.
- Monika Schnitzer, Vorsitzende des Rats, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Veronika Grimm, Technische Universität Nürnberg
- Achim Truger, Universität Duisburg-Essen
- Martin Werding, Ruhr-Universität Bochum
Bundesregierung bestimmt Mitglieder der Wirtschaftsweisen
Der Sprecher der Bundesregierung sagte, der Dialog sollte zwischen Sachverständigenrat und Bundesregierung stattfinden und nicht über die Öffentlichkeit. Der Austausch einzelner Gremienmitglieder nach dem turnusgemäßen Auslaufen ihrer Berufung sei üblich. Das Kabinett beruft die Mitglieder des fünfköpfigen Gremiums.
Der unabhängige Sachverständigenrat berät die Bundesregierung. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sowie das "Handelsblatt" berichten, soll der Ökonom Gabriel Felbermayr neuer "Wirtschaftsweiser" werden und Malmendier nachfolgen.
Im Februar sprach die ehemalige Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier bei ZDFheute live über die vom Obersten Gerichtshof der USA gekippten US-Zölle.
20.02.2026 | 12:11 minEine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums wollte sich dazu nicht äußern. Der Handelsexperte Felbermayr ist Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung und war zuvor Chef des Kiel Instituts für Weltwirtschaft.
Den Medienberichten zufolge soll außerdem die Amtszeit von Grimm, die im Frühjahr 2027 ausläuft, nicht verlängert werden. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat Grimm gute Chancen, neue Präsidentin am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Essen zu werden.
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