Auswertung von Verbraucherdienst:So viele Tankstellen brechen die 12-Uhr-Regel
Seit April dürfen Tankstellen die Preise nur einmal täglich erhöhen. Doch einem Verbraucherdienst zufolge halten sich Tausende Betreiber nicht daran.
Laut zwei Wirtschaftsforschungsinstituten profitieren von der "12-Uhr-Regel" die Mineralölkonzerne. Zum Beispiel bei Super machen die Konzerne durchschnittlich 6 Cent pro Liter mehr Gewinn.
27.04.2026 | 0:22 minTausende Tankstellen haben nach Darstellung eines Verbraucherdienstes gegen die im April eingeführte 12-Uhr-Regel verstoßen.
Demnach erhöhten 2.995 von 15.240 Tankstellen bis zum Stichtag 11. Mai die Preise insgesamt rund 17.000 Mal zu unerlaubten Zeiten, wie aus einer Auswertung des Verbraucherdienstes "Mehr-Tanken" auf Basis von Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe hervorgeht. Die Quote betrug also etwa 19,7 Prozent - fast jede fünfte Tankstelle.
Der Zeitraum von 11.30 bis 12.30 Uhr wurde den Angaben nach bewusst ausgeklammert, um mögliche Verzerrungen durch vorzeitige oder verzögerte Preismeldungen auszuschließen. "Mehr Tanken" gehört zum Medienhaus "Motor Presse Stuttgart".
Das Spritpreisgesetz erlaubt Tankstellen nur eine Preiserhöhung pro Tag. Doch laut Bundeskartellamt halten sich viele Betreiber nicht daran.
30.04.2026 | 1:43 minHöchste Quote in Bayern
Am höchsten war die Quote laut Auswertung in Bayern mit 25,6 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 8,2 Prozent.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Die 12-Uhr-Regel gilt seit 1. April und schreibt vor, dass Tankstellen nur einmal am Tag - um 12.00 Uhr mittags - die Preise anheben dürfen. Senkungen sind dagegen immer möglich.
Die Vorgabe wurde eingeführt, nachdem der Iran-Krieg zu stark steigenden Spritpreisen geführt hatte. Die Regelung soll Kunden mehr Orientierung geben.
Nach 12 Uhr schnellen die Preise an den Tankstellen hoch. Warum spüren Verbraucher so wenig von den Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise?
04.05.2026 | 1:30 minTankstellenbetreiber weisen Vorwürfe zurück
Die Tankstellenbetreiber wollen sich nichts vorwerfen lassen. "Wir haben zunächst Hinweise, dass wir mit den Auswirkungen eines schlecht gemachten Gesetzes konfrontiert sind, nicht mit bewussten Regelverstößen", wird Daniel Kaddik, Chef des Bundesverbandes Freier Tankstellen, in der "Sächsischen Zeitung" und der "Leipziger Volkszeitung" zitiert.
Änderungen würden über Kassensysteme laufen, müssten anschließend von Automaten, Preismasten und Zapfsäulen verarbeitet werden, bevor die Daten ans Kartellamt gehen. Schon langsame Leitungen oder laufende Tankvorgänge könnten dazu führen, dass eine Preisänderung erst verzögert übermittelt wird.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Spritpreise
- Grafiken
Kartellamt und ADAC:Tankrabatt kommt an - teilweise
mit Video2:18 Hohe Spritpreise an der Zapfsäule:Studie: 12-Uhr-Regel steigert Profit der Ölindustrie
mit Video8:38Steuersenkung ab 1. Mai:Tankrabatt: Branche warnt vor kurzzeitigen Sprit-Engpässen
mit Video5:54- Interview
Regierung beschließt Entlastungspaket:Klingbeil verteidigt Maßnahmen: "Wir helfen gerade Pendlern"
mit Video7:09