Nach Rücktritt als Fraktionschef:Spahn geht in den Haushaltsausschuss - Opposition kritisiert
Jens Spahn soll nach seinem Rücktritt als CDU-Fraktionschef Mitglied im Haushaltsausschuss werden. Das teilt die Partei mit. Die Opposition sieht einen Interessenkonflikt.
Künftig wohl mit neuem Job im Bundestag: CDU-Politiker Jens Spahn (Archivbild).
Quelle: dpa | Bernd von JutrczenkaDer zurückgetretene Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) bleibt im Bundestag und soll künftig Mitglied des Haushaltsausschusses werden. Das bestätigte eine Fraktionssprecherin auf Anfrage in Berlin. Der 46-Jährige hatte sich nach seinem Rücktritt Mitte Juli bisher nicht öffentlich zu seiner beruflichen Zukunft geäußert.
Spahn gab den Fraktionsvorsitz auf, nachdem er publik gemacht hatte, dass er und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Das löste Unmut auch in Unionsreihen aus.
In Münster tagen am 27. und 28. August die Fraktionsvorstände der schwarz-roten Koalition. Für den neuen Unionsfraktionschef Thorsten Frei wird es das Debüt nach Jens Spahns Rücktritt sein.
27.08.2026 | 3:14 minKritik aus der Opposition: "Kein ausreichendes Verantwortungsgefühl"
Aus der Opposition kam Kritik an Spahns künftiger Tätigkeit gerade in diesem Ausschuss. "Er hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er kein ausreichendes Verantwortungsgefühl im Umgang mit Steuergeldern hat", sagte die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta mit Blick auf umstrittene Maskenkäufe zu Beginn der Corona-Pandemie in Spahns Amtszeit als Gesundheitsminister.
Zudem liege ein Interessenkonflikt vor, da er befangen sei bei weiter anfallenden Kosten für Maskendeals. Der Ausschuss habe nicht nur das letzte Wort beim Haushalt, sondern kontrolliere und sanktioniere auch die Regierung bei Fehlverhalten.
In seiner politischen Laufbahn stand Jens Spahn immer wieder in der Kritik: Ob Maskenaffäre, Villenkauf oder die Teilnahme an Treffen des Netzwerks von Millardär Thiel.
18.07.2026 | 2:35 minMilliardenrisiken wegen Corona-Masken
Spahns Ministerium hatte sich 2020 in die Beschaffung eingeschaltet und ging Lieferverträge ohne Verhandlungen zu festen hohen Preisen ein. Wegen nicht abgenommener Masken klagten Lieferanten. Aus Streitigkeiten drohen dem Bund noch Milliardenrisiken. Spahn verteidigte sein Vorgehen in der Krise.
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