Generalstaatsanwaltschaft Hamburg:Festnahmen nach versuchter Sabotage an Marineschiffen
Zwei Männer sollen versucht haben, Marineschiffe im Hamburger Hafen zu beschädigen. Jetzt wurden sie wegen versuchter Sabotage festgenommen.
Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die im vergangenen Jahr als Arbeiter auf einer Hamburger Werft neue Marine-Schiffe beschädigt haben sollen. Die Hintergründe sind bisher unklar.
03.02.2026 | 1:14 minWegen versuchter Sabotage an deutschen Marineschiffen im Hamburger Hafen haben Ermittler zwei Beschuldigte festgenommen. Die Zugriffe erfolgten in Hamburg und Griechenland, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hansestadt am Dienstag mitteilte.
Die beiden Verdächtigen sollen demnach im vergangenen Jahr versucht haben, mehrere auf einer Werft liegende und für die Bundesmarine bestimmte Korvetten zu beschädigen. Nach ZDF-Informationen handelt es sich um die Schiffe "Köln" und "Emden".
Die Werft Blohm + Voss bestätigte eine abgestimmte polizeiliche Maßnahme durch das Landeskriminalamt am Dienstagmorgen und kündigte eine enge Kooperation mit den Behörden an.
Beschuldigte sollen Strahlkies in Motorblock gefüllt haben
Es handle sich bei den Verdächtigen um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen, so die Generalstaatsanwaltschaft. Sie sollen im Hafen gearbeitet und dabei technische Anlagen an Bord der auf einem Werftgelände liegenden Schiffe manipuliert und sabotiert haben.
Demnach füllten sie unter anderem 20 Kilogramm sogenannten Strahlkies in den Motorblock eines Schiffes, zerstachen Frischwasserzuleitungen und deaktivierten Sicherungsschalter. Den Angaben zufolge wurden die Taten rechtzeitig entdeckt und Schäden an den Schiffen sowie eine Gefährdung der Bundesrepublik damit verhindert.
Seit 2022 häufen sich die Fälle von mutmaßlicher Sabotage in der Ostsee. Die Kampfschwimmer der Bundeswehr bereiten sich im Marinestützpunkt Eckernförde darauf vor – doch es fehlt an Sicherheit.
03.06.2025 | 16:30 minWohnungen in Hamburg, Griechenland und Rumänien durchsucht
Den Angaben nach wurden auch Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Neben der europäischen Justizbehörde Eurojust in Den Haag waren demnach das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden beteiligt.
Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert laut Generalstaatsanwaltschaft an. Im Zuge der Ermittlungen wird auch die Frage nach möglichen Auftraggebern der Beschuldigten geprüft. Nach ZDF-Informationen gibt es den Verdacht, dass die beiden festgenommenen Männer als sogenannte Low-Level-Agenten für einen ausländischen Auftraggeber gearbeitet haben.
Nachrichtendienste warnen vor Sabotage aus Russland
Nachrichtendienste hatten zuletzt erneut vor Spionage und Sabotage aus Russland gewarnt, wobei die Bundeswehr unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands sei. Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im Februar vergangenen Jahres berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet.
Die Bundesregierung wirft Russland hybride Angriffe auf Deutschland vor und hat den Botschafter einbestellt. Es geht um Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Wahlkampf-Einmischung.
13.12.2025 | 2:49 minDie "Köln" und die "Emden" gehören zu fünf neuen Korvetten der Klasse 130, die die Bundeswehr 2017 für etwa zwei Milliarden Euro in Auftrag gegeben hatte. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet - also etwa in der Ostsee.
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