Staatsakt für Rita Süßmuth: Abschied von "Ausnahmepolitikerin"

Bewegende Reden im Bundestag:Staatsakt für Rita Süßmuth: Spitzenpolitik nimmt Abschied

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Abschied von Rita Süßmuth beim Staatsakt im Bundestag: Kanzler Merz würdigte sie als "Ausnahmepolitikerin". Autor Heribert Prantl erinnerte an den Auftrag, den sie hinterlässt.

Ehemalige Präsidentin des deutschen Bundestages Rita Süssmuth.

Rita Süssmuth war Anfang des Monats im Alter von 88 Jahren verstorben. Nun die große Würdigung im Bundestag.

24.02.2026 | 2:03 min

"Menschenfreundin, Möglichmacherin, Demokratin mit Herz und Verstand": Mit großen Worten der Würdigung hat die Staatsspitze am Dienstag bei einem Trauerstaatsakt im Bundestag Abschied von der verstorbenen früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth genommen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU) erinnerten an den Einsatz der CDU-Politikerin für Frauen, Gleichberechtigung und ein faires menschliches Miteinander. Süssmuth war am 1. Februar mit 88 Jahren gestorben. Klöckner sagte:

Rita Süssmuth war eine Politikerin, die gesellschaftliche Fragen früher erkannte, als andere es taten.

Julia Klöckner (CDU), Bundestagspräsidentin

Sie erinnerte an eine "Frau in einer männergeprägten Politikwelt", die weder Tabus noch Gegenwind aus den eigenen Reihen gescheut habe. Wer sie "unbequem nannte, der machte ihr vielleicht ungewollt ein Kompliment". "Ihr ganz großes Lebensthema, das waren die Frauen", fuhr Klöckner fort. Deren Selbstbestimmung habe ihr besonders am Herzen gelegen.

Trauerstaatsakt im Bundestag für Dr. Rita Süssmuth Bundetagspraesidentin Julia Klöckner bei ihrere Rede beim offiziellen Trauerstaatsakt des Bundestages anlässlich des Todes von Dr. Rita Süssmuth
Bundeskanzler Friedrich Merz beim Trauerstaatsakt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zu Ehren von Rita Süssmuth
Claudia Süssmuth Dyckerhoff Tochter von Rita Süssmuth umarmt sehr herzlich und in grosser Dankbarkeit Prof. Dr. Heribert Prantl nach seiner Gedenkrede beim offiziellen Trauerstaatsakt des Bundestages anlässlich des Todes von Dr. Rita Suessmuth
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Klöckner: Frauen waren Süssmuths "Lebensthema"

"Ihr ganz großes Lebensthema, das waren die Frauen", sagte Julia Klöckner (CDU) über Rita Süssmuth. Das alles sei aus der Überzeugung einer "demokratischen Notwendigkeit" heraus geschehen.

Quelle: imago images

Merz: Land verliert eine "Ausnahmepolitikerin"

"Sie war in allen ihren Ämtern und Funktionen beharrlich", sagte Merz über Süssmuth - und würdigte sie zugleich als "umfassend fachlich exzellent". Süssmuth sei streitbar und "ziemlich oft ziemlich unbequem" gewesen, auch für seine Partei, fuhr Merz fort. Zugleich sei sie ihrer Zeit in mancher Hinsicht voraus gewesen. Das Land habe eine "Ausnahmepolitikerin" verloren. "Sie hat patriarchale Machtstrukturen und rückwärtsgewandtes Denken herausgefordert", sagte der Kanzler anerkennend.

Sie hat unser Land zum Besseren gefordert.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Stets sei es ihr im Kern darum gegangen, wie alle Menschen ein menschenwürdiges Leben miteinander führen können und wie der Staat so eingerichtet werden könne, dass er der Menschenwürde diene.

Rita Süssmuth

Sie brachte den Feminismus in die CDU, prägte die Aids-Politik und machte das Amt der Bundestagspräsidentin politisch: Rita Süßmuth blieb bis ins Alter eine Streiterin.

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Heribert Prantl: Süssmuth hinterlässt einen Auftrag

Auf Süssmuths Wunsch hielt auch der Autor und Journalist Heribert Prantl eine Rede. Er würdigte ihre "Menschenfreundlichkeit", die sich immer wieder über die offizielle Linie ihrer Partei hinweggesetzt habe, unter anderem beim Thema Zuwanderung. Zugleich habe Süssmuth "mit souveränem Eigensinn ihrer Partei den Feminismus beizubringen versucht", fuhr er fort.

Vielleicht hätte es ohne Rita Süssmuth eine Kanzlerin Angela Merkel nie gegeben.

Heribert Prantl, Autor und Journalist

Süssmuth habe denen, die um sie trauerten, nun einen Auftrag hinterlassen, sagte Prantl: "Die Andersdenkenden zu achten und sich um die Parität in den Parlamenten zu kümmern."

Portrait einer älteren Frau mit kurzen dunklen Haaren

Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Bundespräsident würdigte die CDU-Politikerin als Vordenkerin.

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Süssmuth starb im Alter von 88 Jahren

Süssmuth war am 1. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Im Juni 2024 hatte sie eine Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. 1981 trat sie in die CDU ein und wurde unter Kanzler Helmut Kohl 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später wurde ihr zusätzlich das Ressort Frauen zugesprochen. So wurde sie Deutschlands erste Bundesfrauenministerin. Süssmuth ist erst die dritte Frau in der Geschichte der Bundesrepublik, die mit einem Trauerstaatsakt geehrt wird.

Anwesend im Bundestag waren unter anderem auch die früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und Wolfgang Thierse (SPD). Auch Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) und Altkanzler Olaf Scholz (SPD) sowie Altbundespräsident Christian Wulff (CDU) nahmen teil.

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa Phoenix am 24.02.2026 ab 12:00 Uhr sowie das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 24.02.2026 ab 12:00 Uhr.

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