Friedensbewegung:Ostermärsche: Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren
An über 100 Orten demonstrierten am Osterwochenende zehntausende Menschen für Frieden und Abrüstung. Im Fokus standen die Kriege in Nahost und der Ukraine sowie die Wehrpflicht.
Unter dem Motto "Nicht unser Krieg!" haben Veranstalter in Hamburg zum Ostermarsch aufgerufen. Die Märsche sind Teil der Aktionswoche der Friedensbewegung, die es seit über 60 Jahren gibt.
06.04.2026 | 0:19 minMehrere zehntausend Menschen haben nach Angaben der Veranstalter über das Osterwochenende an den traditionellen Ostermärschen teilgenommen. "An deutlich über 100 Orten im gesamten Bundesgebiet" hätten Menschen für "Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen demonstriert", erklärte das Netzwerk Friedenskooperative am Montag.
Die Teilnehmerzahl sei "auf dem Niveau des Vorjahres mit einer leichten Tendenz der Steigerung". Die Infostelle Ostermarsch sprach am Montag von bundesweit über 120 Aktionen.
Große Menschenmassen blieben Ausnahme
Erste Aktionen hatten am Donnerstag und Freitag stattgefunden. Karsamstag ist traditionell der Haupttag der Ostermärsche. Nach Polizeiangaben blieben große Menschenmassen dabei aber die Ausnahme.
Die traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung sind in gut 70 Städten geplant. Hauptthemen sind unter anderem die Aufrüstung der Bundeswehr und eine mögliche Wehrpflicht.
04.04.2026 | 0:26 minIn Stuttgart kamen demnach am Samstag rund 3.000 Menschen zum Ostermarsch zusammen, in Berlin etwa 1.600, in Duisburg waren es 300. Am Ostersonntag fanden vereinzelte Veranstaltungen statt, am Montag noch einmal rund 30 Demonstrationen, unter anderem in Dresden und Hamburg.
Infostelle: Höhere Beteiligung "wünschenswert"
Durch "neue Friedensinitiativen vor allem in kleineren Städten konnte die Beteiligung bei den Ostermarsch-Aktionen mit Mahnwachen, Friedensgottesdiensten und Kundgebungen erhöht werden", erklärte die Infostelle Ostermarsch. Zugleich erklärte sie, dass "angesichts der kritischen weltweiten Lage eine höhere Beteiligung wünschenswert wäre".
Im Fokus der diesjährigen Ostermärsche standen die anhaltenden Kriege in Nahost und der Ukraine. Die Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der "israelischen und US-amerikanischen Aggressionen". Sie protestiert zudem gegen die Öl-Blockade von Kuba und die Stationierung von US-Waffen in Deutschland.
Auch in diesem Jahr finden wieder die Ostermärsche statt. Sie sind Teil der bundesweiten Aktionswoche der Friedensbewegung. Themen sind unter anderem die Kriege in Iran und der Ukraine.
06.04.2026 | 0:16 minGrößter Zulauf in den 1980er-Jahren
Auch wenden sich die Ostermärsche gegen eine Wehrpflicht, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative. "Die Ostermärsche solidarisieren sich mit den jungen Menschen, die nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden möchten und nicht gewillt sind, ihre persönlichen Freiheiten der Kriegstüchtigkeit zu opfern", erklärte Kristian Golla von dem Netzwerk.
Die Ostermärsche in Deutschland finden seit den 1960er Jahren statt. Den größten Zulauf verzeichneten sie in den 80er Jahren im Kalten Krieg, als hunderttausende Menschen daran teilnahmen. In den vergangenen Jahren fiel die Mobilisierung deutlich geringer aus.
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