Entscheidung in Aue-Bad Schlema:OB-Wahl in Sachsen: CDU-Kandidat gewinnt gegen Rechtsextremen
Die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema wurde auch überregional genau beobachtet: Nun setzte sich CDU-Kandidat gegen den Kandidaten der rechtsextremen "Freien Sachsen" durch.
Marcus Hoffmann von der CDU hat die OB-Wahl in Aue-Bad Schlema im zweiten Wahlgang gewonnen.
Quelle: dpaDer Kandidat der CDU, Marcus Hoffmann, hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema gegen den Kandidaten der rechtsextremen "Freien Sachsen" gewonnen. Hoffmann bekam im zweiten Wahlgang 5.007 Stimmen, sein Gegenkandidat kam auf 4.499 Stimmen, wie die Stadt bekanntgab.
Zur Wahl aufgerufen waren rund 15.400 Einwohnerinnen und Einwohner der sogenannten Großen Kreisstadt im Südwesten Sachsens.
Bei der OB-Stichwahl in Aue-Bad Schlema trat ein Kandidat der rechtsextremen "Freien Sachsen" gegen die CDU an.
06.06.2026 | 1:40 minKandidat der "Freien Sachsen" ist früheres NPD-Mitglied
Hartung hatte im ersten Wahlgang am 10. Mai noch die Nase vorn. Bei damals fünf Bewerbern verfehlte er jedoch mit 29,0 Prozent die erforderliche absolute Mehrheit. Der 37-Jährige war jahrelang Funktionär der NPD - heute "Die Heimat". Er ist Mitglied des Stadtrates und des Kreistages. Die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten war auch überregional mit Spannung erwartet worden.
Mit dem Wahlerfolg von Hoffmann bleibt die Stadt mit 19.000 Einwohnern in CDU-Hand. Der noch amtierende Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) ist seit 1999 Stadtchef von Aue. Nun scheidet er altersbedingt aus. Wahlgewinner Hoffmann arbeitet bisher im Bauamt der Stadt.
Verfassungsschutz stuft "Freie Sachsen" als rechtsextrem ein
Laut dem sächsischen Verfassungsschutz handelt es sich bei den "Freien Sachsen" um eine "als Partei organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Die-Heimat-Funktionären und weiteren Szeneangehörigen oder -sympathisanten".
Ihre verfassungsfeindlichen Aktivitäten richteten sich gegen den Bestand des Bundes, heißt es. So strebe die Partei mehr Autonomie für Sachsen an - notfalls auch einen "Säxit" in Anlehnung an den Brexit genannten Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU. Sachsen wird dabei nicht nur in den heutigen Grenzen verstanden, sondern in denen des einstigen Königreichs.
Die regional vertretene Kleinstpartei wird vom sächsischen Verfassungsschutz - und auch vom Bundesverfassungsschutz - als rechtsextrem eingestuft und hat nach eigenen Angaben etwa 1.200 Mitglieder. Die Partei organisiert immer wieder öffentlichen Protest - etwa Fackelmärsche gegen Asylbewerberunterkünfte.
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