Anschlag auf Pipeline 2022:Nord-Stream-Verdächtiger in Hamburg angeklagt
Wegen der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipeline im Jahr 2022 gibt es jetzt eine erste Anklage. Ein Verdächtiger soll sich in Hamburg vor Gericht verantworten.
Drei Jahre nach den Nord-Stream-Explosionen war ein Ukrainer als mutmaßlicher Drahtzieher nach Deutschland ausgeliefert. Er soll Teil eines siebenköpfigen Kommandos gewesen sein.
Quelle: dpaDie Bundesanwaltschaft hat nach ZDF-Informationen in Hamburg Anklage gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Anschläge im September 2022 erhoben. Laut der Nachrichtenagentur dpa bestätigte dies auch die Kanzlei des angeklagten Ukrainers. Zuvor hatten ARD, "Süddeutsche Zeitung" und "Die Zeit" berichtet.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Ukrainer Serhij K. "verfassungsfeindliche Sabotage" und Kriegsverbrechen vor. Im September 2022 hatten mehrere Explosionen am Grund der Ostsee Abschnitte der Pipeline Nord Stream 1 und von Nord Stream 2 beschädigt.
Das Verfahren soll vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg stattfinden. Die Bundesanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab. Serhij K. bestreitet eine Beteiligung. Sein Anwalt Nicola Canestrini zeigte sich zuversichtlich, dass sein Mandant in einem Prozess in Deutschland freigesprochen werde.
Im Fall der Anschläge auf Nord Stream 1 und 2 im Jahr 2022 hat die Bundesanwaltschaft einen tatverdächtigen Ukrainer in Italien festnehmen lassen. ZDFheute live mit Hintergründen.
21.08.2025 | 20:37 minAngeklagter im August 2025 in Italien festgenommen
Laut den Medienberichten hätten die Ermittlern herausgefunden, dass K. das Sabotageteam anführte und das Kommando auf der Segeljacht "Andromeda" hatte, von der aus der Anschlag im Herbst 2022 verübt worden sein soll. Er war am 21. August 2025 in der italienischen Provinz Rimini festgenommen worden. Nach seiner Überstellung nach Deutschland am 27. November 2025 setzte ein deutscher Richter den Haftbefehl am folgenden Tag in Vollzug.
Serhij K. sitzt inzwischen in Hamburg in Untersuchungshaft. Die Beweislast gegen ihn gilt den Berichten zufolge als erdrückend. So soll sich der ehemalige Soldat in abgehörten Telefonaten aus der Auslieferungshaft heraus selbst belastet haben.
Wer steckt hinter den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines? Für deutsche Ermittler verdichten sich die Spuren in Richtung Ukraine - eine Spurensuche auf der Ostsee.
25.08.2023 | 36:08 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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