Grüne gewinnen Stichwahlen in Bayern:Wahl-Sensation in München: SPD-OB Reiter räumt Niederlage ein
Nach 42 Jahren muss die SPD in München den Chefsessel im Rathaus räumen. SPD-Oberbürgermeister Reiter räumte die Niederlage gegen den Grünen Dominik Krause ein.
In Bayern sind am 8. März rund zehn Millionen Menschen zur Kommunalwahl aufgerufen. Knapp 40.000 Mandate sind zu vergeben.
06.03.2026 | 1:20 minMünchen wird in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich von einem grünen Oberbürgermeister regiert. Der amtierende OB Dieter Reiter von der SPD räumte in einer Erklärung seine Niederlage bei der Stichwahl ein. Er gratuliere seinem Herausforderer Dominik Krause zum Sieg und erkläre seine politische Laufbahn für beendet, sagte Reiter am Sonntagabend. 42 Jahre lang hatte die SPD den Chefsessel im Rathaus besetzt. Das Wahlergebnis sei seine Schuld, betonte Reiter. "Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen."
Ich hab's verbockt.
Dieter Reiter, SPD
In Deutschlands drittgrößter Stadt zeichnete sich ein überraschend deutlicher Sieg Krauses gegen Reiter ab.
Jubelnde Grüne in München.
Quelle: dpaHistorischer Wahlerfolg für die Grünen
Bei der Wahlparty der Grünen brandete Jubel auf, als die erste Tendenz bekannt wurde. Nach Auszählung von knapp zwei Dritteln der Wahlbezirke führte Krause in der bayerischen Landeshauptstadt mit knapp 59 Prozent der Stimmen, Reiter kam auf gut 41 Prozent. Der 35-jährige Krause wäre der erste grüne Oberbürgermeister in der Geschichte Münchens.
Reiter musste Fehler einräumen
Die Wahl war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr in München. Lange galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch kurz vor der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen wurde bekannt, dass der Sozialdemokrat dem Stadtrat Details seines Engagements als Funktionär des FC Bayern München vorenthalten hatte. So musste er einräumen, für seine Tätigkeit erhaltene 90.000 Euro nicht angegeben zu haben.
Vor allem wegen seines Umgangs damit geriet Reiter massiv in der Kritik. Nach großem öffentlichen Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates zurück, den er gerade erst übernommen hatte.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat im Stadtrat einen rassistischen Begriff verwendet und sich später dafür entschuldigt. Er sprach von einem spontanen Zitat des Kabarettisten Fesl.
06.03.2026 | 0:26 minNach 14 Jahren im Amt muss der 67 Jahre alte Reiter, der einen komplett auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf mit dem Slogan "München. Reiter. Passt" geführt hatte, sich nun dem 35 Jahre alten Krause geschlagen geben. Der Grünen-Kandidat hatte deutlich mehr auf Inhalte wie den Kampf gegen Wohnungsnot und hohe Mieten gesetzt und für frischen Wind im Münchner Rathaus geworben.
Das Wahlergebnis ist ein historischer Einschnitt für die SPD. Seit 1948 war fast immer ein Sozialdemokrat Münchner Oberbürgermeister - mit Ausnahme der Jahre 1978 bis 1984, als CSU-Mann Erich Kiesl den Posten innehatte.
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