Merz' Abschied von Macron - Wo die Freundschaft begann

Deutsch-französischer Ministerrat:Merz' Abschied von Macron - Wo die Freundschaft begann

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Kanzler Friedrich Merz trifft am Abend Frankreichs Präsident Emmanuel Macron - es ist eine Art Abschiedstreffen vor der Wahl in Frankreich 2027. Worüber die beiden sprechen werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Bundeskanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron treffen sich auf Schloss Bensberg bei Köln. Dort bereiten sie das deutsch-französische Regierungstreffen am Freitag vor.

16.07.2026 | 0:17 min

"Historisches Mobiliar darf nicht berührt oder verrückt werden!" - Das Protokoll ist streng auf Schloss Augustusburg, mit dessen Bau vor 300 Jahren das Rokoko in Deutschland begann. Dieser Stil kam aus Frankreich. Auch politisch war dieser Ort stilprägend für die deutsch-französischen Beziehungen.

Deshalb hat Bundeskanzler Friedrich Merz Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron hierhin eingeladen. Morgen werden die beiden dort mit ihren Kabinettsmitgliedern tagen.

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Frankreich wählt im Mai 2027

Heute Abend werden nur die zwei Chefs miteinander auf Schloss Bensberg im nahen Bergisch-Gladbach speisen - ausdrücklich nur zu zweit, ohne Dolmetscher. Es ist ein Abschiedstreffen gewissermaßen. Beide werden beraten, wie Historisches wirklich unverrückbar werden kann im deutsch-französischen Verhältnis für die ungewisse Zeit nach Macron.

Denn nach den Wahlen im Mai 2027 könnten in Frankreich entweder die Rechts- oder die Linkspopulisten ins Präsidentenamt ziehen.

So beginnt dann morgen offiziell der deutsch-französische Ministerrat, es kommen also die wichtigsten Ministerinnen und Minister beider Seiten zusammen - auch ein letztes Mal in dieser Konstellation.

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Wo die Treffen ihren Ursprung haben

Dass solche Kabinettstreffen seit Jahrzehnten Routine sind, hat in diesem Schloss Augustusburg seinen Ursprung. Hier begann die deutsch-französische Freundschaft. Hier empfing Bundeskanzler Konrad Adenauer 1962 Frankreichs Staatspräsidenten Charles de Gaulle.

Fassade des historischen Schlosses Augustusburg in Brühl

Historischer Ort: Das Schloss Augustusburg bei Brühl.

Quelle: Zoonar

Ziel war nach jahrhundertelanger "Erbfeindschaft" die Aussöhnung, welche 1963 dann mit dem Élysée-Vertrag beide Länder zu Partnern verband.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (M) und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer, 1962

Beendeten die jahrhundertelange "Erbfeindschaft": Charles de Gaulle und Konrad Adenauer (hier bei einem Treffen in Baden-Baden 1962).

Quelle: dpa

Die Krisen zwischen Merz und Macron

Zwischen Merz und Macron kriselte es in den bilateralen Beziehungen. In der Wirtschafts- und Energiepolitik sowie bei europäischen Rüstungsprojekten passte vieles nicht zusammen.

Das gemeinsame Rüstungsprojekt FCAS scheiterte im Juni endgültig. Nun sollen die Verteidigungsminister einen reduzierten, realistischen Arbeitsplan vorlegen. Weitergearbeitet wird an der sogenannten "Combat Cloud" zur Vernetzung von Waffensystemen.

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Auch wird weiter verhandelt werden über "die Einrichtung einer Nuklear-Steuerungsgruppe zur Ausgestaltung engerer Zusammenarbeit in Fragen der Abschreckung", wie es auf deutscher Seite heißt. Aber immer wieder wird betont, dass dies im Rahmen der Nato geschehen solle.

Auch Merz ist Frankreich wichtig

Auch das war schon so, als die Freundschaft begann vor 64 Jahren auf Schloss Augustusburg. Den Plänen de Gaulles, Deutschland ganz weg von den USA an die Franzosen zu binden, widersetzten sich die Atlantiker in der damaligen Bundesregierung - und setzten sich durch.

Ein Modell des FCAS ist zu sehen

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Heute jedoch erscheint Merz, der eigentlich auch Transatlantiker ist, die enge Partnerschaft mit Frankreich unverzichtbar: wegen eines unberechenbaren US-Präsidenten in Washington.

Ob ähnliche Probleme nach den Wahlen aus Paris drohen? Darüber mag die Bundesregierung nicht öffentlich spekulieren. Sie will die historischen Beziehungen enger schnüren, solange Macron noch im Amt ist. Möglichst unverrückbar.

Wulf Schmiese ist stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.07.2026 um 09:35 Uhr.

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