US-Wirtschaft:Die verschuldeten Staaten von Amerika
In den USA stiegen Preise und Kreditkarten-Schulden unter Biden enorm. Aber auch die Löhne und das Wirtschaftswachstum. Wie passt das zusammen? Vier Grafiken zeigen die Lage.
Die wirtschaftliche Bilanz nach vier Jahren Regierungszeit von Joe Biden fällt gemischt aus.
31.10.2024 | 2:39 min"It's the economy, stupid!" Mit diesem Slogan hat Bill Clinton 1992 die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Was zunächst eigentlich als interner Spruch zur Motivation der Kampagnenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gedacht war, entwickelte sich zum Mantra des Wahlkampfs.
Mehr als drei Jahrzehnte später zeigt sich: Für die Menschen spielt das Thema Wirtschaft und die eigene finanzielle Situation auch in diesem Wahlkampf eine wichtige Rolle.
Trump oder Harris – wer gewinnt den Kampf ums Weiße Haus? Antje Pieper war unterwegs in den hart umkämpften Swing States, in denen die Wahl entschieden wird.
10.10.2024 | 44:16 minUSA: Kreditkartenschulden auf Rekordhoch
Dass für viele das Geld aktuell nicht zum Leben reicht, zeigt ein Blick auf die Kreditkartenverschuldung. Hier werden kurzfristige finanzielle Engpässe sichtbar. Amerika ist schon lange das Land der Kreditkarten - im Schnitt besitzt hier jede und jeder mehr als drei. Doch so verschuldet wie aktuell waren die Menschen noch nie.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Während der Amtszeit von Joe Biden sind die Kreditkartenschulden der amerikanischen Bevölkerung stark gestiegen. Sie haben einen Rekordwert von 1,14 Billionen Dollar erreicht. Zum Vergleich: Der Betrag entspricht knapp der Hälfte der deutschen Staatsverschuldung.
Die Arbeitslöhne sind im Vergleichszeitraum zwar ebenfalls gestiegen. Dennoch reicht das Geld offenbar nicht (mehr) aus. Die Menschen versuchen, die gestiegene finanzielle Belastung in die Zukunft zu schieben, sie hoffen auf bessere Zeiten.
Im Wahlkampf hatte auch Donald Trump das Thema erkannt. Der republikanische Präsidentschaftskandidat kündigte bei einer Wahlkampfveranstaltung an, die Strafzinsen von Kreditkartenanbietern zumindest zeitweise auf "ungefähr zehn Prozent" begrenzen zu wollen. Ohne Details zu nennen, wie dies umgesetzt werden soll.
Inflation belastet Bürger
Insbesondere Preissteigerungen, unter anderem infolge der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine, belasten die amerikanischen Haushalte. Die Kosten für Transport, die unter anderem Benzin, die Kfz-Versicherung oder einen Autokauf zusammenfassen, haben sich seit 2020 um fast ein Drittel erhöht. Auch Preise für Lebensmittel sind um 24,1 Prozent gestiegen. Ebenfalls Wohnkosten, die sich um 21,8 Prozent verteuert haben.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Vor allem Familien leiden unter hohen Häuserpreisen und Mieten. Zudem machen ihnen gestiegene Kosten für Kinderbetreuung zu schaffen, erklärt die US-amerikanische Ökonomin und Influencerin Kyla Scanlon.
Die Menschen können sich nicht mehr leisten, was sie sich früher leisten konnten.
Kyla Scanlon, Ökonomin und Influencerin
"Ein Haus kaufen, Kinder haben, das ist der Kern des amerikanischen Traums", sagt Scanlon. Sie kommt zur Erkenntnis: "Wir müssen neu definieren, was der amerikanische Traum ist." Dies führe in der Bevölkerung zu Stress, Verwirrung und Angst.
Inflation beschreibt die länger andauernde Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. Vereinfacht gesagt bedeutet es, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher für das gleiche Geld weniger kaufen können als zuvor. Die Inflationsrate gibt an, um wie viel höher oder niedriger die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt.
Niedrige Arbeitslosenquote
Andere Wirtschaftsdaten offenbaren dagegen ein positiveres Bild: Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen vier Jahren während der Präsidentschaft Bidens stabilisiert.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Nach Trumps Amtsantritt 2017 waren die Zahlen zunächst gesunken, mit Ausbruch der Corona-Pandemie jedoch sprunghaft angestiegen. Anschließend konnte sich der Arbeitsmarkt schnell erholen. Für das Jahr 2024 wird nach Angaben des amerikanischen Arbeitsministeriums mit einem leichten Anstieg auf vier Prozent gerechnet.
Ordentliches Wirtschaftswachstum
Ein weiterer Kennwert steht im Gegensatz zur schlechten Stimmung in der Bevölkerung. Die US-Wirtschaft wächst aktuell stärker als die vieler anderer Industrienationen. Das Wachstum der USA wird in diesem Jahr auf 2,7 Prozent geschätzt. Für Deutschland hat der IWF die Prognose jüngst auf null gesenkt.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Die Daten zeichnen ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite deuten die soliden Werte auf eine stabile wirtschaftliche Lage hin. Auf der anderen Seite kämpfen viele Amerikanerinnen und Amerikaner mit steigenden Preisen, die ihre finanzielle Situation belasten.
Ökonomin Scanlon drückt die Diskrepanz zwischen der guten Wirtschaftslage des Landes und der schlechten Stimmung der Bevölkerung mit dem Begriff "Vibecession" aus. Dieser setzt sich aus den Wörtern "Vibe", also Stimmung, und "Rezession" zusammen.
Trump versucht dieses Gefühl in der Bevölkerung für seinen Wahlkampf zu nutzen. Er wirft Biden und der bisherigen Vizepräsidentin Kamala Harris vor, die Wirtschaft ruiniert zu haben. Harris hingegen lobt die guten Wirtschaftsdaten, trotz aller Krisen gebe es keine Rezession. Beide Kandidaten scheinen zu wissen: "It’s still the economy, stupid!"
Mehr Nachrichten aus den USA
- mit Video
Lotterie im US-Wahlkampf:Millionen-Aktion: Musk bleibt Anhörung fern
- mit Video
Präsidentschaftswahl in den USA:Trump vs. Harris: So steht es in den Umfragen
von Robert Meyer - Analyse
Präsidentschaftswahl in den USA:Warum Harris an den Grünen scheitern könnte
Katharina Schuster, Washington D.C. - mit Video
Reaktion auf Biden-Fehltritt:Donald Trump fährt im Müllwagen vor