Gescheiterte Hinrichtung in den USA:Pike: "Keinen Moment, an dem ich nicht unter Schmerzen leide"
Der verurteilten Mörderin wurden zwei Giftspritzen verabreicht, doch ihre Hinrichtung scheiterte. Nun äußert sich Christa Pike erstmals selbst und erzählt von starken Schmerzen.
Christa Pike überlebte bei ihrer geplanten Hinrichtung zwei Giftspritzen. (Archivbild)
Quelle: Tennessee Department of Correction / ZUMA Press Wire / APErstmals seit der gescheiterten Hinrichtung in den USA hat sich die Gefängnisinsassin Christa Pike in einem Statement direkt geäußert. Sie berichtet darin von Schmerzen. "Seit dieser Nacht gibt es keinen Moment, an dem ich nicht unter Schmerzen leide", hieß es in der von ihren Anwälten verbreiteten Stellungnahme.
Die wegen Mordes verurteilte Pike sollte Ende September im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Sie überlebte. Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der oder die Verurteilte weiterlebte. Pike wachte Tage später in einem Krankenhaus wieder auf.
Christa Pike sollte am Mittwoch im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Die Verabreichung des tödlichen Mittels führte allerdings nicht zum Tod – sie überlebte zwei Giftspritzen.
01.10.2026 | 1:28 minPike: Hatte Frieden mit Hinrichtung gemacht
Pike schilderte in dem Statement, dass sie beim Betreten der Hinrichtungskammer Ende September ihren Frieden damit gemacht habe. Tage später sei sie dann alleine und verwirrt in einem Krankenhaus aufgewacht.
Mein Körper schmerzt. Meine Arme schmerzen. Meine Hände schmerzen.
Christa Pike, Verurteilte Straftäterin
Der Schmerz sei nicht nur körperlich. "Er sitzt auch in meinem Kopf und in meiner Seele." Auch habe sie immer noch Schwierigkeiten, zu sprechen.
Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden.
In Tennessee soll keine weitere Hinrichtung in diesem Jahr vollzogen werden. USA-Korrespondent David Sauer erklärt bei ZDFheute live, wie auf den Fall entlang der Parteilinien geblickt wird.
02.10.2026 | 12:17 minAuf Krankenstation im Gefängnis isoliert
Pike schilderte weiter, dass sie nun größtenteils auf einer Krankenstation des Gefängnisses isoliert sei. "Ich habe 28 Jahre in Einzelhaft verbracht, und vieles von dem, was ich heute erlebe, ist eine Wiederholung dieser Situation." Sie versuche, einen Sinn in dem zu finden, was ihr widerfahren sei.
Ich weiß nicht, warum ich jene Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt.
Christa Pike, Verurteilte Straftäterin
In den USA wird seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung wieder intensiv über die Todesstrafe diskutiert. Im vergangenen Jahr waren 47 Menschen hingerichtet worden - die höchste Zahl seit 2009.
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike würden ihre Anwälte nach Gründen suchen, die Exekution kein weiteres Mal durchzuführen, erklärt Jurist Jürgen Rodegra bei ZDFheute live.
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