Gescheiterte Hinrichtung: Christa Pike aus Klinik entlassen

Nach Hinrichtungsversuch zurück in Haft:Christa Pike aus Klinik entlassen: Wie geht es nun weiter?

|

Christa Pike hat nach dem gescheiterten Versuch einer Hinrichtung das Krankenhaus verlassen. Nun ist sie zurück im Gefängnis in Tennessee. Wie geht es nun für sie weiter?

Christa Pike

Nach gescheiterter Hinrichtung hat die 50-jährige Christa Pike laut Angaben ihrer Anwälte das Krankenhaus verlassen. (Archivbild)

Quelle: Tennessee Department of Correction / ZUMA Press Wire / AP

Gut eine Woche nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch ist die zum Tode verurteilte Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Ihre Anwälte teilten am Samstag mit, die 50-Jährige befinde sich wieder im Deborah K. Johnson Rehabilitation Center.

Christa Pike wurde aus einem örtlichen Krankenhaus entlassen und befindet sich nun im Deborah K. Johnson Rehabilitationszentrum, wo sie seit mehr als 30 Jahren untergebracht ist.

Erklärung der Anwälte von Christa Pike

Zu sehen ist USA-Korrespondent David Sauer.

In Tennessee soll keine weitere Hinrichtung in diesem Jahr vollzogen werden. USA-Korrespondent David Sauer erklärt bei ZDFheute live, wie auf den Fall entlang der Parteilinien geblickt wird.

02.10.2026 | 12:17 min

Christa Pike dankt Ärzten

Pike sei den Ersthelfern und dem medizinischen Team für die Betreuung unter diesen außergewöhnlichen Umständen dankbar, hieß es in der Mitteilung der Anwälte. Sie werde im Gefängnis weiterhin medizinisch versorgt.

Pike überlebte am 30. September die Verabreichung von zwei Dosen Pentobarbital. Mit dem Medikament sollte sie wegen des Mordes an einer Mitschülerin im Jahr 1995 hingerichtet werden. Seit der gescheiterten Hinrichtung war Pike im Krankenhaus behandelt worden. Inzwischen könne die 50-Jährige wieder gehen und selbstständig essen.

Auf der rechten Seite ist ein Fahndungsfoto von Christa Pike. Auf der linken Seite des Bildes, sieht man einen Exekutionsliege. Im Vordergrund steht "Fall Christa Pike. Warum die USA weiter hinrichten".

Die Exekution der Mörderin Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist gescheitert, was die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht hat. ZDFheute live über den Fall und die Reaktionen.

02.10.2026 | 29:39 min

Wie geht es weiter mit Christa Pike?

Christa Pikes Anwälte fordern, die verhängte Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln - ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung. Eine Entscheidung dazu steht aus. Tennessees Gouverneur Bill Lee hat Hinrichtungen im Bundesstaat für den Rest des Jahres ausgesetzt.

Sollte ein zweiter Anlauf für eine Exekution unternommen werden, wird dieser also nicht mehr in diesem Jahr stattfinden. Derzeit werden noch die Umstände des ersten Hinrichtungsversuches untersucht.

Laut einem Bericht der "New York Times" dürfte Pikes Gesundheitszustand für einen möglichen neuen Versuch entscheidend sein. Da sie sich laut ihren Anwälten der gescheiterten Exekution bewusst ist, könnte der Bundesstaat argumentieren, dass sie den Grund ihrer Strafe rational nachvollziehen könne. In den USA ist das eine juristische Voraussetzung für den Vollzug der Todesstrafe.

Christa Pikes Anwälte Luke Ihnen (Mitte) und Randy Spivey (links) geben nach einer Gerichtsanhörung am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, in Nashville, Tennessee, eine Pressekonferenz

Christa Pikes Anwälte Luke Ihnen (Mitte) und Randy Spivey (links) geben nach einer Gerichtsanhörung am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, in Nashville, Tennessee, eine Pressekonferenz.

Quelle: George Walker IV / AP

Fall Pike entfacht Diskussion über Todesstrafe

In den USA wird seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung wieder intensiv über die Todesstrafe diskutiert. In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bereits 30 Todesurteile vollstreckt. Im vergangenen Jahr waren 47 Menschen hingerichtet worden - die höchste Zahl seit 2009.

Immer wieder kommt es bei Hinrichtungen in den USA zu Problemen und Fehlern:

US-Regierung diskutiert Livestream zu Hinrichtung

In einem anderen Fall hatte die US-Regierung zuletzt eine Live-Übertragung der Hinrichtung eines Verurteilten vorgeschlagen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte angekündigt, dass die Exekution des verurteilten Attentäters Nidal Hasan durch ein militärisches Erschießungskommando live gesendet werde. Ein Pentagon-Mitarbeiter bestätigte dies.

US-Präsident Trump ruderte später leicht zurück: Eine Entscheidung über die Live-Übertragung der Exekution sei noch nicht getroffen worden, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus in Washington auf Nachfrage.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: AP, AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute live am 02.10.2026 ab 19:30 Uhr.
Thema

Mehr zur Todesstrafe in den USA

  1. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth salutiert, als er Bundesverteidigungsminister Pistorius am Pentagon empfängt

    Todesstrafe in den USA:US-Beamter: Hinrichtung soll live übertragen werden

    mit Video0:30

  2. Die Todeszelle des berüchtigten Huntsville-Gefängnisses
    FAQ

    Todesstrafe in den USA:Wie die USA hinrichten und warum es Probleme gibt

    Katharina Schuster, Washington D.C.
    mit Video0:30

  3. Donald Trump, aufgenommen am 04.09.2026

    Amokläufer tötete US-Soldaten:Trump stimmt Hinrichtung durch Erschießung zu

    mit Video0:30

  4. Rettungsfahrzeuge treffen bei der Hochsicherheitsanstalt Riverbend ein, nachdem die Hinrichtung von Christa Pike abgebrochen wurde.

    Transport in Krankenhaus angeordnet:Tennessee: Frau überlebt Giftspritze, Hinrichtung abgebrochen

    mit Video1:28