Inhaftierte verlegt:Berüchtigtes Abschiebezentrum in Sümpfen Floridas schließt
"Alligator Alcatraz" stand exemplarisch für US-Präsident Trumps harte Migrationspolitik. Nun schließt das berüchtigte Abschiebezentrum in den Sümpfen von Florida.
Der US-Kongress hat weitere 70 Milliarden Dollar für die Einwanderungsbehörde ICE freigegeben. US-Präsident Trump kann so seine Vorhaben bei der Immigrationspolitik fortsetzen.
10.06.2026 | 0:26 minDas US-Abschiebezentrum "Alligator Alcatraz" hat nach knapp einjährigem Betrieb zugemacht. Die Einrichtung im Bundesstaat Florida habe keine Insassen mehr und habe ihre Rolle damit erfüllt, erklärte der republikanische Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstag bei einem Ortstermin mit dem US-Grenzbeauftragten Tom Homan.
Bei Menschenrechts- und Umweltorganisationen stand das Abschiebezentrum von Anfang an in der Kritik. Das Abschiebegefängnis in den Everglades-Sümpfen stand exemplarisch für die harte Migrationspolitik der US-Regierung, die von Florida unterstützt wird.
Präsident Donald Trump hatte das Gefängnis in seiner Wahlheimat Florida im vergangenen Juli besucht und die harschen Haftbedingungen in dem von Alligatoren wimmelnden Sumpfgebiet gelobt.
"Alligator Alcatraz" lautet der inoffizielle Name für eine neue Abschiebehaftanstalt in Florida. Alligatoren und Sumpflandschaften sollen Inhaftierte von der Flucht anhalten.
02.07.2025 | 2:09 minGouverneur: "Viele gefährliche Leute" abgeschoben
DeSantis sagte, es seien "viele gefährliche Leute" über "Alligator Alcatraz" abgeschoben worden. Nach seinen Angaben wurden insgesamt mehr als 22.000 Insassen durch das Zentrum geschleust. Die Einwanderungsbehörde ICE hatte die verbleibenden Migranten zuvor in andere Einrichtungen verlegt und dies mit der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison begründet.
Der provisorische Bau mit Zellen für Migranten war vor knapp einem Jahr innerhalb von nur acht Tagen auf einem ehemaligen Flugplatz errichtet worden. Der Spitzname spielte auf das frühere Alcatraz-Gefängnis auf einer Insel vor San Francisco an, das heute ein Museum und eine Touristenattraktion ist.
Ein US-Gericht schränkt den weiteren Betrieb des Abschiebezentrums in Floridas Sümpfen ein. Teile müssen zurückgebaut werden, wegen Verstößen gegen den Umweltschutz.
23.08.2025 | 1:36 minBerichte über schlechte Haftbedingungen
Menschenrechtsorganisationen und Insassen berichteten wiederholt von Misshandlungen in dem Zentrum. Insassen berichteten von Schwierigkeiten beim Zugang zu Anwälten und schlechten Bedingungen, darunter Würmer im Essen, nicht funktionierende Toiletten, mit Fäkalien verschmutzte Böden sowie Moskitos und andere Insekten.
Umweltschützer und Ureinwohner vom Stamm der Miccosukee kritisierten zudem, die Einrichtung bedrohe das Ökosystem der Everglades. Sie gingen juristisch gegen das Abschiebezentrum vor und wollen weiterhin einen vollständigen Rückbau erreichen. Umstritten waren auch die hohen Kosten von geschätzt mehr als einer Milliarde Dollar (rund 880 Millionen Euro).
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