Rassistischer Obama-Post: Trump verweigert Entschuldigung

Obamas in Montage als Affen dargestellt:Trump will sich nicht für rassistischen Post entschuldigen

von Laura Marie Mertes, Washington D.C.

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Ein rassistischer Post über die Obamas sorgt parteiübergreifend für Kritik an Trump. Der Eintrag ist auf "Truth Social" erschienen. Der US-Präsident lehnt eine Entschuldigung ab.

US-Präsident Donald Trump hört bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu.

Eine rassistische Abbildung von Barack und Michelle Obama auf seinem "Truth Social"-Profil hat Kritik an US-Präsident Trump ausgelöst. Dieser weist die Schuld einem Mitarbeiter zu.

07.02.2026 | 0:18 min

Am Freitag wurde auf dem "Truth Social"-Account von US-Präsident Donald Trump ein Post abgesetzt, der eine Welle scharfer Kritik ausgelöst hat: Eine rassistische Darstellung von Ex-Präsident Barack Obama und der ehemaligen First Lady Michelle Obama als Affen im Dschungel.

Der Beitrag ist inzwischen nicht mehr auffindbar. Regierungssprecherin Karoline Leavitt hatte in einer ersten Reaktion von einer "künstlichen Empörung" gesprochen. Später wurde das Video gelöscht. "Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses veröffentlichte den Beitrag fälschlicherweise", hieß es. Eine Entschuldigung lehnte Trump ab.

Ich habe keinen Fehler gemacht.

Donald Trump, US-Präsident

Trump sagte vor Reportern, er habe sich nur den Anfang des Videos angeschaut. Anschließend habe er es Mitarbeitern zum Teilen übergeben. Er nehme an, dass am Ende etwas zu sehen gewesen sei, was Leuten nicht gefalle - ihm gefalle es auch nicht, aber er habe es nicht gesehen, sagte er. Normalerweise würden sich seine Mitarbeiter das ganze Material ansehen, so Trump, "aber anscheinend hat es jemand nicht getan".

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Rassistisches Video stellt Barack und Michelle Obama als Affen dar

Das auf Trumps Plattform "Truth Social" unter seinem Namen verbreitete Video wiederholt den widerlegten Vorwurf der Wahlmanipulation und bedient das Narrativ der angeblich "gestohlenen Wahl". Er bezieht sich auf die Präsidentenwahl 2020, die Trump verloren hatte.

Nach etwa 60 Sekunden erscheinen zur Melodie von "The Lion Sleeps Tonight" zwei Affen im Bild - auf die Körper montiert sind die Gesichter von Barack und Michelle Obama. Die Sequenzen stammen offenbar aus einem anderen mit KI erstellten Video, das zuvor in Umlauf gebracht worden war.

Gericht in Florida

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Scharfe und parteiübergreifende Kritik an Trump

Eine Sprecherin Obamas erklärte, der frühere Präsident habe zu der Angelegenheit nichts zu sagen. Sowohl Demokraten als auch Republikaner kritisierten den rassistischen Post mit deutlichen Worten. Einige Reaktionen im Überblick:

Ich bete, dass es eine Fälschung ist, denn das ist das Rassistischste, was ich je aus diesem Weißen Haus gesehen habe. Der Präsident sollte es entfernen.

Tim Scott, republikanischer Senator von South Carolina

Der Post des Präsidenten ist falsch und unglaublich beleidigend - egal, ob absichtlich oder aus Versehen - und sollte sofort gelöscht werden, mit einer Entschuldigung.

Mike Lawler, republikanischer Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus

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Widerliches Verhalten des Präsidenten. Jeder einzelne Republikaner muss dies verurteilen. Jetzt.

Gavin Newsom, Demokratischer Gouverneur von Kalifornien

Rassistisch. Abscheulich. Widerwärtig. Das ist gefährlich und schadet unserem Land - wo sind die Republikaner im Senat? Der Präsident muss diesen Beitrag sofort löschen und sich bei Barack und Michelle Obama entschuldigen, zwei großartigen Amerikanern, die Donald Trump wie einen kleinen, neidischen Jungen aussehen lassen.

Chuck Schumer, Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat

Die Tochter des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King, Bernice King, würdigte schwarze Amerikaner als "vielfältig, innovativ, fleißig, erfinderisch" und fügte hinzu: "Wir sind von Gott geliebt als Postangestellte und Professoren, als ehemalige First Lady und Präsident. Wir sind keine Affen."

Auch die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) - eine der ältesten und bedeutendsten Bürgerrechtsorganisationen der USA - äußerte sich: "Dass Trump dieses Video gepostet hat - insbesondere während des Black History Month - macht deutlich, wie Trump und seine Anhänger Menschen wirklich sehen. Und daran werden wir uns im November erinnern."

Im November sind in den USA Zwischenwahlen, die sogenannten Midterms. Sie entscheiden, welche Partei im US-Kongress die Mehrheit hat, was sich auch auf die Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten beim Regieren auswirkt. Gleichzeitig gelten sie als Stimmungsbarometer für die amtierende Regierung.

Blick auf das John F. Kennedy Center for the Performing Arts, das kürzlich in Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts umbenannt wurde, in Washington, DC, am 29.12.2025.

Donald Trump hat angekündigt, das Kennedy Center in Washington wegen Renovierungsarbeiten für zwei Jahre zu schließen. Kritiker sehen darin eine weitere Politisierung der Einrichtung.

02.02.2026 | 0:30 min

Trumps "Top Pastor": Präsident ist sich rassistischer Geschichte Amerikas bewusst

Wer sich auch öffentlich äußerte: Trumps "Top Pastor" Mark Burns, wie ihn das "Time Magazine" bereits im Jahr 2016 bezeichnete - selbst Person of Color. Der evangelikale Pastor gilt als treuer Unterstützer des US-Präsidenten. Er schrieb auf X: "Der Präsident hat mir klar und unmissverständlich versichert, dass er es nicht gepostet hat." Trump sei sich der "schmerzhaften und rassistischen Geschichte Amerikas bewusst. [...] Er weiß, dass dies falsch, beleidigend und inakzeptabel ist."

Meine Empfehlung an den Präsidenten war direkt und entschieden. Dieser Mitarbeiter sollte sofort entlassen werden, und der Präsident sollte diese Handlung öffentlich verurteilen.

Mark Burns

Schuldzuweisungen an und eine Forderung nach Konsequenzen also für die Person, die vermeintlich einen Post unter dem offiziellen Account des Präsidenten abgesetzt hat, nicht für den, der die inhaltliche Verantwortung tragen sollte. Trumps Aussagen zu dem geposteten und wieder gelöschten Video ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Trump äußerte sich schon mehrfach rassistisch

Fakt ist: Der US-Präsident hat schon häufiger rassistische Äußerungen getätigt - auch mit Blick auf Barack Obama. Ein Beispiel: Über mehrere Jahre behauptete Trump fälschlich, Obama sei nicht in den USA geboren - eine Kampagne, die als rassistisch motivierte öffentliche Delegitimierung des ersten Schwarzen US-Präsidenten betrachtet wird.

Trump selber aber sagte über sich am Freitag: "Ich bin übrigens der am wenigsten rassistische Präsident, den ihr seit langem hattet."

Mit Material von AP

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Obama-Post: Trump verweigert Entschuldigung" am 07.02.2026 um 10:02 Uhr.

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