Angriff auf Trump: Was steht in dem "Manifest" des Angreifers?

Angreifer von Trump-Gala vor Haftrichter:Was steht in dem "Manifest" des Angreifers?

ZDFheute Update - Jan Schneider

von Jan Schneider

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Nach dem Angriff auf eine Gala mit US-Präsident Donald Trump soll der mutmaßliche Täter heute angeklagt werden. Ein vor der Tat verschicktes Schreiben gibt Einblick in sein Motiv.

Torrance, Kalifornien: FBI Beamte sind unterwegs, um  Nachbarn des mutmaßlichen Schützen der Presse-Gala mit US-Präsident Trump zu befragen.

Am Montag soll der mutmaßliche Schütze der Presse-Gala mit US-Präsident Trump einem Gericht vorgeführt werden. Vor der Tat hatte er ein Manifest verfasst, voller Wut auf Trump und die Regierung.

27.04.2026 | 1:36 min

Nach dem Angriff auf eine Gala mit US-Präsident Donald Trump und zahlreichen Regierungsvertretern am Samstagabend soll der mutmaßliche Täter heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Er erwarte, dass der Mann formell beschuldigt werde, sagte US-Justizminister Todd Blanche dem Fernsehsender CBS. Der Mann kooperiere bisher nicht mit den Ermittlern, fügte er an.

Auf der Suche nach seinem möglichen Motiv ist ein Dokument in den Fokus gerückt, welches der Beschuldigte etwa zehn Minuten vor seinem Eindringen in das Gebäude an Mitglieder seiner Familie verschickt haben soll. Mehrere US-Medien zitieren aus dem Schreiben, die New York Post hat es in voller Länge veröffentlicht. Trump nannte es gegenüber dem US-Sender Fox News ein anti-christliches Manifest:

Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen.

Donald Trump, US-Präsident

Was steht in dem "Manifest" des Mannes, der am Samstag den Saal zum White House Correspondents' Dinner stürmen wollte?

Mehr Forum-Kommentar als politisches Manifest

Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 31-jährigen Mann, der in Torrance, einem Vorort von Los Angeles, leben soll. Das von ihm versendete Dokument lässt sich kaum als klassisches politisches Manifest bezeichnen.

Der Text ist eher eine Kombination aus Abschiedsbrief, Rechtfertigung und Kommentar im Stil eines Online-Forums. Er beginnt mit Entschuldigungen an Familie, Kollegen und Studenten - geschrieben in einem Ton, als würde er wissen, dass sein Text sich viral verbreiten wird. Teilweise sollen Einschübe wohl sarkastisch oder witzig sein. Gleichzeitig geht der Schreiber davon aus, bei seiner Aktion mindestens verletzt zu werden.

Washington: "Politische Gewalt"

Ein erneuter Attentatsversuch auf Donald Trump - Täter sei ein 31-jähriger Lehrer. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet aus Washington: "Er hätte jeden höherrangigen Beamten als legitimes Ziel gesehen."

27.04.2026 | 4:16 min

Als Grund, warum er sich zu der Tat entschlossen hat, steht in dem Dokument:

Ich bin Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Handeln meiner Abgeordneten fällt auf mich zurück. Und ich bin nicht länger bereit zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen beschmutzt.

Auszug aus dem Text des Angreifers

Danach listet er seine "Einsatzregeln" in Stichpunkten auf, beschreibt Regierungsvertreter als "Ziele, priorisiert vom ranghöchsten bis zum rangniedrigsten". Einzig FBI-Direktor Kash Patel nahm er ausdrücklich aus, ohne den Grund dafür zu erläutern. Trump wird in dem Text namentlich nicht erwähnt.

Anschließend antizipiert er Gegenargumente wie in einem Foren-Thread und widerlegt sie der Reihe nach. Unterzeichnet ist das Schreiben mit dem Zusatz "Freundlicher Bundes-Attentäter". Im Postskriptum wechselt er dann vollends in den Modus des erzürnten Internetnutzers: Er schimpft über die aus seiner Sicht absurde Sicherheitslage im Hotel, in dem die Gala stattfand und endet mit dem Rat: "Bleibt in der Schule, Kinder!".

Was hat es mit dem "Christen-Hass" auf sich?

Der Vorwurf des Christen-Hasses geht vermutlich auf eine Passage des Dokuments zurück, in der der Angreifer fragt, ob er als Christ nicht besser "die andere Wange hinhalten" sollte, statt einen solchen Angriff zu planen und auszuführen. Als Gegenargument führt er anschließend an, das Gebot, die andere Wange hinzuhalten, sei nicht als Aufruf zur Passivität zu verstehen, wenn andere Unrecht erlitten - und versucht so seine Tat zu legitimieren. Am Ende des Textes bedankt er sich ausdrücklich bei seiner Kirchengemeinde.

Über das Thema berichteten am 26.04.2026 mehrere Sendungen, unter anderem heute Xpress um 08:41 Uhr im Beitrag "Washington: Schüsse bei Dinner mit Trump" und ZDFheute live ab 9:30 Uhr sowie heute ab 17:00 Uhr. Am 27.04.2026 berichtete das Morgenmagazin.

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