Jahrzehntealter Grenzkonflikt:Thailand und Kambodscha einigen sich erneut auf Waffenruhe
Die Verteidigungsminister Thailands und Kambodschas haben sich auf eine "sofortige" Waffenruhe verständigt. Zuvor war eine Feuerpause nach einem Grenzvorfall ausgesetzt worden.
Thailand und Kambodscha haben sich im andauernden Grenzkonflikt auf eine sofortige Waffenruhe geeinigt. Hunderttausende hatten die Gebiete entlang der rund 800 Kilometer langen Grenze verlassen.
27.12.2025 | 0:25 minNach wochenlangen Gefechten an der Grenze haben sich Thailand und Kambodscha auf eine "sofortige" Waffenruhe verständigt. Die Verteidigungsminister der beiden Länder unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung.
Diese betrifft "alle Arten von Waffen, Angriffe auf Zivilisten, zivile Objekte und Infrastruktur sowie militärische Ziele beider Seiten - in sämtlichen Fällen und in allen Gebieten", heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.
Die Minister hatten sich an einem Grenzkontrollpunkt zwischen der kambodschanischen Provinz Pailin und der thailändischen Provinz Chanthaburi getroffen. Vorausgegangenen waren in den vergangenen Tagen vorbereitende Beratungen in einem gemeinsamen Ausschuss zu Grenzfragen.
Im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha war eine Einigung zunächst nicht in Sicht.
26.12.2025 | 0:23 minTrump versuchte im Oktober zu vermitteln
Der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul hatte am Freitag in Bangkok die Hoffnung geäußert, dass sich die beiden Seiten auf eine gemeinsame Erklärung einigen werden. Diese solle dem Vorbild einer Erklärung vom Oktober folgen, die Schritte zu einem dauerhaften Frieden vorsah.
Damals hatten sich die beiden Staaten im Beisein von US-Präsident Donald Trump in Malaysia unter anderem auf den Abzug schwerer Waffen aus dem Grenzgebiet sowie gemeinsame Minenräumung verständigt.
Mehr als eine Million Menschen sind wegen der aufgeflammten Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha auf der Flucht. Nun soll erneut über eine Waffenruhe verhandelt werden.
23.12.2025 | 1:31 minBeide Seiten beschuldigten sich gegenseitig
Thailand setzte die Umsetzung des Abkommens im November jedoch aus. Anfang Dezember kam es zu neuen Kämpfen an mehreren Stellen der Grenze. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die neuen Gefechte ausgelöst zu haben, und beriefen sich jeweils auf ihr Recht auf Selbstverteidigung.
Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.
An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha eskaliert die Lage erneut. Welche Folgen die politische Krise in Bangkok für den Konflikt hat, ordnet ZDFheute live ein.
12.12.2025 | 11:17 minNeue Kämpfe trotz Verhandlungen
Kambodscha hat Thailand vorgeworfen, seine Luftangriffe im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern trotz laufender Verhandlungen verstärkt zu haben. Das kambodschanische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, thailändische F-16-Kampfjets hätten in den Morgenstunden bis zu 40 Bomben auf das Gebiet des Dorfes Chok Chey in der Provinz Banteay Meanchey abgeworfen.
Thailändische Medien wiederum berichteten, kambodschanische Truppen hätten in der Nacht das Grenzgebiet der Provinz Sa Kaeo bombardiert. Dabei seien mehrere Häuser beschädigt worden.
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