Konflikt mit Kambodscha geht weiter:Thailand: Wenig Hoffnung auf baldige Waffenruhe
An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha dauern die Kämpfe an. Malaysia versucht zu vermitteln - doch die Hoffnung auf eine Waffenruhe bleibt gering.
An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha eskaliert die Lage erneut. Welche Folgen die politische Krise in Bangkok für den Konflikt hat, ordnet ZDFheute live ein.
12.12.2025 | 11:17 minTrotz internationaler Vermittlungsversuche gibt es im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha wenig Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe. "Derzeit gibt es keine Verhandlungen über einen Waffenstillstand, und es ist noch nicht der Zeitpunkt dafür", wird der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul von der landesweiten Zeitung Khaosod zitiert. Zugleich sagte Charnvirakul, dass derzeit "viel Kommunikation" stattfinde, ohne seine Aussage zu präzisieren.
Um diese Regionen geht es im Grenzkonflikt.
Quelle: ZDFMöglicherweise bezog sich der thailändische Regierungschef auf die Vermittlungsversuche Malaysias. Der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim hatte am Samstagabend (Ortszeit) eine Waffenruhe von Thailand und Kambodscha in den nächsten Stunden gefordert. Diese sollte ihm zufolge bereits ab 22 Uhr (Ortszeit/16 Uhr MEZ) gelten, wie Ibrahim auf X schrieb. Zudem teilte er mit, mit den Regierungschefs Thailands und Kambodschas telefoniert zu haben. Malaysia gilt als zentraler Vermittler in dem Konflikt.
Malaysia und USA in Vermittlung involviert
Ibrahim zufolge wurde zudem die Entsendung eines Beobachterteams des südostasiatischen Staatenbunds ASEAN beantragt, um die Lage vor Ort zu überwachen. Die Mission soll vom Oberbefehlshaber der malaysischen Streitkräfte geleitet werden, die USA sollen eine satellitengestützte Überwachung bereitstellen. Laut lokalen Medienberichten soll der kambodschanische Regierungschef Hun Manet sowohl die Waffenruhe als auch die Entsendung eines Beobachterteams unterstützen.
Kambodscha fordert nach neuen Kämpfen ein Eingreifen des UN-Sicherheitsrates im Konflikt mit Thailand. US-Präsident Trump kündigte an, mit beiden Seiten reden zu wollen.
11.12.2025 | 0:23 minDie malaysische Friedensinitiative war offenbar mit US-Präsident Donald Trump abgestimmt. Dieser hatte am Vortag mit den beiden Regierungschefs von Kambodscha und Thailand telefoniert und öffentlich verkündigt, sie hätten sich darauf geeinigt, alle Kampfhandlungen "ab heute Abend einzustellen".
Kämpfe gehen weiter
Die Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha dauern seit Tagen an. Hintergrund ist ein jahrzehntelanger Streit um Gebietsansprüche. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, eine zuletzt geltende Waffenruhe im Gebiet entlang der etwa 800 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zuerst verletzt zu haben.
Die Kämpfe haben über 500.000 Bewohner der Region in die Flucht getrieben und mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, darunter mehrere Zivilisten. Zudem gab es Hunderte Verletzte infolge der Gefechte.
Mehr zu dem Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha
Noch im Oktober Waffenruhe unterzeichnet:Thailand und Kambodscha: Grenzkonflikt flammt wieder auf
mit Video0:23Während Grenzstreit mit Kambodscha:Thailands Regierungschef löst Parlament auf
mit Video0:20Nach wochenlangen Kämpfen:Gute Nachrichten aus Südostasien
mit Video1:04Wieder entbrannter Grenzkonflikt:Hunderttausende in Thailand und Kambodscha evakuiert
mit Video0:23