Migranten überwinden Grenze:Spaniens Regierung sendet Militär in Exklave Ceuta
Innerhalb weniger Tage erreichten über 1.500 Migranten die spanische Stadt Ceuta an der nordafrikanischen Küste. Die Regierung in Madrid schickt nun das Militär in die Stadt.
In der spanischen Exklave Ceuta sind innerhalb weniger Tage mehr als 1.500 Flüchtlinge angekommen. Die Regionalregierung ist überfordert. Nun soll Militär zur Unterstützung kommen.
30.07.2026 | 1:23 minDie Ankunft von mehr als 1.500 Migranten innerhalb weniger Tage in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta hat die dortigen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Unter den Neuankömmlingen seien viele Minderjährige und Kinder, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Die Regierung in Madrid kündigte die Entsendung von Soldaten an. Die sollen die Guardia Civil dabei unterstützen, "die Sicherheit in der Stadt Ceuta aufrechtzuerhalten", heißt es am Donnerstagabend.
Bis Freitag sollen drei Züge mit je 20 Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff verlegt werden. Zudem sollen die Spezialeinheiten der Polizei auf 200 Beamte aufgestockt werden. Regierungschef Pedro Sánchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska wollen am Freitag nach Ceuta reisen. Zuvor hatten die Behörden in Ceuta nicht nur um Soldaten, sondern auch um die Ausrufung des Notstandes ersucht. Letzteres schließt das Innenministerium laut RTVE-Informationen aus.
Soldaten der spanischen Armee werden in der spanischen Exklave Ceuta stationiert.
Quelle: dpa | Antonio SempereOpposition spricht von "verzweifelter Situation"
Oppositionsführer Alberto Nuñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP sprach von einer "verzweifelten Situation". Auf X kritisierte er den sozialistischen Politiker Sánchez mit scharfen Worten: Die Regierung dürfe "nicht wegsehen, denn wir befinden uns in einer Krise der nationalen Sicherheit".
Spanien und Marokko hätten vereinbart, ihre Zusammenarbeit zur Bewältigung der Migrationsbewegungen zu verstärken. Zudem sollten möglichst rasch alle Menschen zurückgeführt werden, die illegal nach Ceuta eingereist seien, hieß es unter Berufung auf das Ministerium.
Auf Gran Canaria trifft Papst Leo Geflüchtete und Engagierte verschiedener Hilfsorganisationen.
11.06.2026 | 1:49 minCeutas Regionalpräsident: Einrichtungen überlastet
Die Migranten sind nach Behörden-Angaben in den vergangenen Tagen und auch am Donnerstag überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt. Allein in den vergangenen Stunden erreichten erneut Hunderte Menschen das Gebiet, das nur knapp 85.000 Einwohner hat, wie RTVE und andere unter Berufung auf die Regionalbehörden berichteten.
Bereits am Mittwoch hatte Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Straßen übernachten.
EU-Kommissar deutet Unterstützung an
Die EU hat angesichts des Andrangs von Migranten in der Exklave Ceuta Spanien Unterstützung angeboten. Migrationskommissar Magnus Brunner habe "die Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, Spanien - unter anderem über Frontex - verstärkt zu unterstützen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen", teilte er auf der Plattform X mit.
Kaum ein Thema spaltet Europa so sehr wie die Migration. 2015 herrschte Willkommenskultur, seitdem schwenkt die EU zu einem härteren Umgang mit Geflüchteten.
16.05.2024 | 45:19 minGuardia Civil findet zwei Leichen
Videos und Fotos zeigten überwiegend junge Männer, aber auch Familien mit Frauen und Kindern, die über die Felsblöcke gelangen, die zu dem künstlichen Damm gehören, der die Grenze zwischen Ceuta und Marokko markiert und sichern soll. "An den Stränden liegen viele Gegenstände, die die Migranten bei der Überquerung genutzt haben, darunter Schwimmringe und -flossen sowie Neoprenanzüge", berichtete RTVE.
Nicht alle, die in die EU wollen, schaffen es: Die spanische Polizeieinheit Guardia Civil entdeckte allein am Mittwoch innerhalb weniger Stunden die Leichen von zwei Menschen, die vermutlich in den vergangenen Tagen versucht hatten, schwimmend nach Ceuta zu gelangen.
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